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Lifestyle | 28.11.2019

Frauen, nehmt eure Finanzen selbst in die Hand!

In den letzten Monaten war das Thema Altersarmut von Frauen immer häufiger in den Medien zu finden.

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© https://pixabay.com/de/photos/frau-alter-im-freien-luft-3186741/

Ja, liebe Damen, Alter ist zwar subjektiv, aber nicht jede von uns bekommt mit 97 Jahren einen Modelvertrag und kann noch einmal ganz neu durchstarten. Viele Frauen in Österreich und Deutschland haben sogenannte gebrochene Lebensläufe, deren Brüche jedoch zu den schönsten Dingen gehören, die uns im Leben widerfahren können: Es sind unsere Kinder. Wer Mutter wird, kann und will nicht mehr wie zuvor arbeiten, sondern möchte sich natürlich dem Nachwuchs widmen. Steigt Frau dann wieder in den Beruf ein, stößt sie oftmals an die vielbeschworene gläserne Decke, die sie daran hindert, die Karriereleiter bis nach oben zu steigen. An diese Decke kann sie jedoch schon durch die Tatsache, dass sie eine Frau ist und eventuell noch Kinder bekommen könnte, stoßen.

 

Nach dem Wiedereinstieg haben Frauen oft schlechte Karten

Die Arbeitgeber in Österreich und Deutschland gelten als familienfeindlich. Man hört immer wieder, dass sie zögern, wenn es darum geht, Mütter einzustellen. Sie haben Angst vor krankheitsbedingten Ausfällen oder der mangelnden Konzentration auf den Beruf. Alleinerziehende Elternteile haben es besonders schwer, dabei sind gerade sie dafür bekannt, sehr effektiv arbeiten zu können und viele Fähigkeiten zu vereinen. Doch auch Familienvätern, die ganz klassisch mit Frau und Kind unter einem Dach leben, wird es nicht leicht gemacht, alles unter einen Hut zu bekommen. Karriere kann man nämlich meistens nur machen, indem man Überstunden macht und stets verfügbar ist. In Ländern wie Schweden hingegen ist einerseits die staatliche Kinderbetreuung besser ausgebaut, andererseits wird im Norden auch mit flexibleren Arbeitszeitmodellen wie dem Sechs-Stunden-Tag experimentiert. So lassen sich Kinder und Karriere besser vereinen. Bis es auch bei uns soweit ist, müssen Frauen sich jedoch dringend selbst um ihre Finanzen kümmern.

 

Frauen bekommen deutlich weniger Pension als Männer

Die Angst der Frauen vor der Armut im Alter ist berechtigt. In Österreich bekommen sie im Schnitt 43 Prozent weniger Pension als Männer. Das kommt unter anderem durch die Pensionslücken zustande, die von der Kinderbetreuung in den späteren Anspruch gerissen werden. Weitere Probleme sind Teilzeitbeschäftigungen und typisch weibliche Jobs, die in der Regel schlechter bezahlt werden als „Männerberufe“. Das Problem wird dadurch verschärft, dass die „Ehe bis zur Rente“ als Auslaufmodell bezeichnet werden kann. Frau kann sich nicht mehr darauf verlassen, auch von der Pension ihres Mannes leben zu können. Sie muss alleine eine Wohnung und ihren Lebensunterhalt finanzieren, auch wenn sie im Rentenalter ist. Nicht jede erlebt einen zweiten Frühling, viele sind auf sich allein gestellt.

Darum ist es an der Zeit, dass Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen. Auch und gerade dann, wenn sie gerade glücklich verliebt oder frisch verheiratet sind. Beziehungen bieten heute nicht mehr die Stabilität, wie sie es bei unseren Eltern und Großeltern getan haben. Wir müssen uns auf die eigenen Füße stellen.

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© https://pixabay.com/de/photos/business-finanzen-geschäftsfrau-3563101/

So nehmen Frauen ihr Geld selbst in die Hand

 

Mehr Geld verdienen und dadurch mehr Pension erhalten

 

Keine Frau muss in einem schlecht bezahlten Beruf bleiben, nur weil sie ihn in ihrer Jugend einmal erlernt hat. Weiterbildung ist das Zauberwort! Gerade die Zeiten der „Brüche“ sind perfekt geeignet, sich neu zu orientieren und mit Maßnahmen auf dem zweiten Bildungsweg die eigenen Verdienstchancen wesentlich zu verbessern. Qualifizierte Arbeitnehmer bekommen leichter einen Job, verdienen mehr Geld in der gleichen Zeit (und können dadurch zeitlich kürzertreten) und machen schon durch ihr Engagement bei potenziellen Arbeitgebern einen guten Eindruck.

Auf dem zweiten Bildungsweg können zum Beispiel Bildungsabschlüsse nachgeholt werden, was den Weg zu ganz neuen Zielen ebnet. Oder man erwirbt zusätzliche Qualifikationen in seinem aktuellen Job und kann so aufsteigen. Viele Frauen sind nicht von Anfang an ihrer Berufung oder ihren Wünschen gefolgt, sondern wurden bei der Berufswahl durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Es ist nie zu spät, das zu korrigieren und einen neuen Weg einzuschlagen. Zum Beispiel hält das BFI OÖ verschiedene Lösungen bereit, den nächsten Ausbildungsschritt zu gehen.

 

Mit dem Partner Vereinbarungen treffen

 

Wenn sich Paare gemeinsam entschließen, ein Kind zu bekommen, sollten Frauen trotz aller romantischen Gefühle darauf bestehen, private Vereinbarungen zum Ausgleich ihrer Benachteiligungen zu treffen. Dies kann etwa bedeuten, dass der Partner während der Zeit, in der die Frau sich hauptsächlich um das Kind kümmert, durch freiwillige Einzahlungen in ihre Pensionskasse einen Ausgleich schafft. Auch der Abschluss einer privaten Rentenversicherung ist möglich. Das gilt andersherum natürlich ebenso, sollte der Vater seine Arbeitszeit herunterschrauben, um sich um das Kind zu kümmern.

 

Jetzt schon für das Alter sparen und investieren

 

Im Alltag denkt niemand an das Alter, doch es kommt mit Sicherheit. Darum sollte man die Vorsorgepläne nicht auf später verschieben, sondern am besten heute noch mit dem Sparen und Investieren beginnen. Ein Sparplan kann zum Beispiel schon mit geringem, monatlichen Einsatz zu einer stattlichen Summe führen. Wem die Zinsen bei klassischen Anlagen zu niedrig sind, der beschäftigt sich mit dem Thema Investitionen und steckt einen Teil seines Geldes in sichere, börsengehandelte Indexfonds (ETF), die das Investieren auch für Laien möglich machen und sich seit einigen Jahren als interessante Finanzprodukte etablieren. Auch Edelmetalle sind eine interessante Anlage, die das Portfolio um physische Elemente ergänzen. Welchen Weg auch immer man wählt, das Wichtigste ist, in Kürze zu beginnen und so die Verluste im Alter etwas abzufedern.