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Lifestyle | 15.05.2020

Randsportarten mit großem Potenzial

Dieser Artikel schaut sich vier Sportarten einmal genauer an.

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Darts wird stetig beliebter und tritt somit ein wenig aus dem Schatten der anderen Sportarten. Bildquelle: @ Oliver Buchmann / Unsplash.com

Wenn medial über Sport gesprochen wird, lauten die Themen meist Fußball, Motorsport, Tennis oder auch Eishockey. Im Winter kommen noch die Wintersportarten mit dazu, doch wer genauer schaut, der weiß, dass es eben die Sportarten sind, die im TV weitläufig übertragen werden. Diese üblichen Sportthemen gelten auch für Frauen, obgleich der Frauenfußball in der Öffentlichkeit schon zu den Randsportarten gehört. Dabei gibt es so viele Sportarten, die echtes Potenzial haben und bei denen die Frauen in Österreich generell nicht schlecht abschneiden. Dieser Artikel schaut sich vier Sportarten einmal genauer an.

Darts – ein spannender Sport mit hohem Spaßfaktor

Darts ist sicherlich ein Sport mit einer absoluten Besonderheit. Nicht nur sind die Events eigentlich kleine Festivals mit unglaublicher Aufmachung, auch wurde der Sport im vergangenen Jahr mehr oder weniger revolutioniert. Urplötzlich mischte eine Frau mit und schaffte es beinahe, den Favoriten vom Thron zu stoßen. Als Randsportart hat Darts in der Tat auch in Österreich unglaubliche Vorteile:

  • Kostenfaktor – für den Einstieg brauchen Dartsspieler nicht viel. Dartscheiben gibt es praktisch in jedem Kaufhaus und sie reichen auch erst einmal aus, um die erste Treffsicherheit zu erlangen. Auch die Mitgliedschaft in Vereinen ist relativ günstig, was natürlich daran liegt, dass so mancher Amateurverein auf alten Kegelbahnen oder in irgendeiner Halle trainiert und somit die Kostenstruktur sehr moderat gehalten werden kann.
  • Inklusion – Frauen, Männer, Kinder, Jugendliche und Senioren – Darts ist eine Sportart, die zwar mental auf Wettkampfniveau sehr anstrengend ist, doch ist sie körperlich wenig fordernd. Das heißt schlichtweg, dass jeder, der den Pfeil werfen kann, auch Darts spielen kann.
  • Erlebnis – der pure Genuss sind Wettbewerbe. Wer sich die Übertragungen der Dartsturniere aus Großbritannien einmal angeschaut hat, der hat wohl überlegt, ob das richtige Programm eingeschaltet wurde. Auch auf regionaler Ebene geht der Spaß faktisch vor dem Wettbewerb.

Mittlerweile wird Darts bekannter und wird immer stärker als echter Sport anstatt des Hobbyschießens im Partykeller angesehen. Jetzt dürfte also die richtige Zeit sein, dass auch mehr Frauen einsteigen und beweisen, dass die Zielsicherheit in den weiblichen Genen liegt.

Faustball – Österreichs Damen sind besonders erfolgreich

Die österreichischen Damen sind beim Faustball wirklich erfolgreich, immerhin standen sie zuletzt im Finale der Faustball-Europameisterschaften. Dennoch ist der Sport vielen unbekannt. Faustball ähnelt vom Grundprinzip dem Volleyball, doch wer eben diesen Sport ignoriert, da die Finger einmal zu häufig unter dem Aufschlag litten, für den ist Faustball perfekt. Der Ball wird nämlich mit der Faust oder dem Arm ins gegnerische Feld geschlagen.

  • Einstieg – letztendlich ist der Einstieg in den Faustball ebenfalls sehr einfach und mit wenigen Kosten verbunden. Letztlich ist nur ein Volleyballfeld notwendig – alternativ kann für den privaten Gebrauch auch schlichtweg eine Leine auf der entsprechenden Höhe gespannt werden. Nun werden Teams gebildet und schon geht es los. Wer Spaß daran hat, der findet durchaus in größeren Städten Vereine, die Faustball anbieten.
  • Das ganze Jahr über – wie auch Volleyball mal draußen, mal drinnen gespielt wird, ist auch Faustball völlig saisonabhängig. Die einzige Maßgabe ist, dass Faustball so gut wie nie auf Sandplätzen oder Stränden gespielt wird.

Natürlich unterscheidet sich der professionelle Sport oder der Amateursport auf Vereinsebene vom den privaten Versuchen. Austesten lässt sich Faustball zu Hause jedoch sehr gut und einfach. Wer nun Freunde daran hat, der sucht sich einfach einen Verein. Hierbei kann der ÖFBB, der österreichische Faustballverband helfen.

Reiten – Randsport aufgrund der Strukturen

Die meisten Mädchen träumen davon, einmal zu reiten und ein echtes Pferd zu besitzen. Vor einigen Jahrzehnten war der Reitsport dabei durchaus schon eine Breitensportart, doch änderten sich in vielen Ländern die Strukturen und die typischen Reitschulen wurden geschlossen. Das Resultat: Kinder aus gewöhnlichen Familien hatten nicht mehr ihre Schul- oder Reitbeteiligungspferde für kleine Turniere, viele Reiter beendeten ihre Karriere, bevor sie überhaupt anfing. Heute ist Reiten eine Randsportart, bei der zwei Faktoren zählen: Glück oder Geld.

  • Einstieg – es gibt immer noch Reitschulen oder Pferdebesitzer, die ihre Pferde zur Verfügung stellen. Die Möglichkeiten zum Einstieg sind noch gegeben, doch ist die Kostenstruktur im Vergleich zu anderen Sportarten deutlich höher.
  • Weiterkommen – während jeder mit dem Reiten beginnen kann, ist zum echten Weiterkommen fast ausschließlich ein eigenes Pferd notwendig. Wer wahrlich gut ist, der bekommt eventuell eines gestellt und kann in den österreichischen Kader aufgenommen werden, doch sind die Chancen nicht unbedingt gut.
  • Reines Hobby? – Reiten muss nicht gleich Turniere irgendeiner Art bedeuten. Auch Freizeitreiter haben ihren Spaß, doch auch sie tragen Kosten. Der Unterhalt des Pferdes ist niemals günstig, wer auch als Freizeitreiter besser werden will, der benötigt Unterricht. Und ist ein Pferd erst einmal krank, ist unter Reitern bekannt, dass Tierarztrechnungen einen höheren Endbetrag aufweisen können, als die Lohnabrechnung.

Trotzdem schaffen es in Österreich diverse Reiter in die Spitzenregionen. Max Kühner ist auf Platz 23 der Weltrangliste Springen, etliche andere schaffen es wenigstens unter die Top 100.

Bogenschießen

Auch dies ist eine Randsportart, die unglaublichen Spaß macht. Dabei ist es egal, ob sich auf Sportspießen oder auf den Spaß konzentriert wird. In Österreich hat sich – vermutlich auch durch den Herr der Ringe – eine große Bogenschießgemeinde samt Verband und Trainingsmöglichkeiten entwickelt. Wer also wirklich etwas Ungewöhnliches machen möchte und dabei auch noch in der Natur sein will, der ist beim Bogenschießen immer richtig.

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Reiten ist unter den Randsportarten sicherlich schon recht prominent - trotzdem ist die mediale Begeisterung immer nur während großer Turniere wirklich da. Bildquelle: @ Pepi Pitkänen / Unsplash.com

Fazit – einfach mal über den Tellerrand schauen

Wenngleich es die mediale Berichterstattung samt Sportshows und Live-Übertragung so erscheinen lässt, als gebe es nur wenige Sportarten, so ist das auch falsch. Wer mal den Tellerrand hinter sich lässt und schaut, was es eigentlich allein in der eigenen Stadt oder dem Landkreis gibt, der wird sehen, viel vielfältig Sport doch eigentlich ist und wo nicht alles Potenzial drin schlummert. Wer hätte schon vor Jahren geglaubt, dass Dartsturniere auch in Österreich live übertragen werden?

Dabei haben Randsportarten alle eine große Gemeinsamkeit: Der Druck ist geringer, denn wer die Sportart einfach nur zum Spaß ausübt, der ist dort ebenso richtig, wie diejenige, die doch von Meisterschaften träumt.