Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 09.03.2021

Onlinekredite

Was dabei zu beachten ist

Bild ecommerce-2301933_1920-54188.jpg
Abbildung 1: Onlinekredite sind bequem und praktisch. Doch sind sie auch immer günstig? Pixabay © stevepb

Onlinekredite – was dabei zu beachten ist

Für Verbraucher sind Ratenfinanzierungen eine komfortable Möglichkeit, größere Anschaffungen zu finanzieren. Damit lassen sich Möbel, Computer, Urlaubsreisen oder die neue Einbauküche finanzieren – Anschaffungen, die ohne Kredit noch eine ganze Weile warten müssten, bis das notwendige Geld angespart ist. Besonders bequem sind Onlinekredite, bei denen der Kunde den Antrag am heimischen Computer stellen kann. Wichtig ist dabei, die Kreditkonditionen genau zu lesen und ausreichend zu prüfen.

Vergleichen ist das A und O

Wer online einen Kreditantrag stellt, muss dem Geldinstitut natürlich eine ganze Reihe von Fragen zur finanziellen Situation beantworten. Die Anbieter fragen nach

  • dem Einkommen des Antragstellers
  • dem Arbeitsverhältnis, vor allem ob es befristet ist oder nicht
  • der monatlich zu zahlenden Miete
  • den Personen, die mit im Haushalt leben
  • Versicherungen
  • Ratenzahlungsverpflichtungen
  • Sparverträgen

Natürlich will das Geldinstitut auch eine Auskunft zur Kreditwürdigkeit des Kunden und startet eine entsprechende Bonitätsabfrage beim KSV, dem Kreditschutzverband von 1870. Es ist ratsam, ein Onlinekreditangebot einzuholen, das auf die persönliche Lebenssituation passt und dabei nicht das erstbeste Angebot direkt anzunehmen. Ein Vergleich mehrerer Angebote, beispielsweise mithilfe eines Onlinevergleichsportals wie smava, erleichtert die Suche nach dem passenden Angebot.

Bei den Onlinevergleichen ist es allerdings häufig so, dass die beworbenen Konditionen für einen idealtypischen Verbraucher kalkuliert sind. Die finanzielle Ausgangslage ist nicht immer so ideal, sodass die tatsächlichen Konditionen etwas anders sein können. Denn diese ergeben sich meist erst, wenn die Bank alle Unterlagen hat und die Kreditwürdigkeit des Kunden geprüft ist.

Was ist beim Vergleichen mehrerer Angebote zu beachten?

Unterbreitet ein Geldinstitut einem Interessenten das gewünschte Kreditangebot, geschieht dies bei Onlinekrediten in der Regel per E-Mail, der eine PDF-Datei angehängt ist. In der Datei ist ein Formblatt, das alle Kreditdetails ausführlich auflistet. Um mehrere Angebote sinnvoll vergleichen zu können, ist der effektive Jahreszins eine wichtige Größe. Er gibt Auskunft über die Gesamtkosten des Kredits. Zudem muss das Geldinstitut in seinem Angebot die Ratenzahlungen der Höhe und der Anzahl nach aufzeigen. Weitere Informationen sind die verlangten Sicherheiten, wie beispielsweise eine eventuelle Lohnabtretung für den Fall des Zahlungsausfalls.

Der Onlinekredit – ein ganz normaler Ratenkredit

Der Kredit aus dem Internet ist ein ganz normaler Ratenkredit. Zu den Konditionen gehören gleichbleibende monatliche Raten über die gesamte Laufzeit. Der Kreditnehmer erhält das Geld – im Gegensatz zu einem Autokredit oder einer Immobilienfinanzierung – zur freien Verwendung.

Bild auto-financing-2157347_1920-54188.jpg
Abbildung 2: Ein zweckgebundener Kredit, wie beispielsweise eine Autofinanzierung, hat meistens wesentlich günstigere Konditionen als ein Kredit zur freien Verwendung. Hier hat die Bank zusätzliche Sicherheiten. Pixabay © nattanan23

Sofortkredite haben oft attraktive Zinsangebote

Die Werbung im Internet verspricht bei den meisten Onlinekrediten, die auch häufig Sofortkredite heißen, attraktiv niedrige Zinssätze. Dabei ist es ganz wichtig, dass die Interessenten im Hinterkopf behalten, dass dieser Zinssatz von ihrer Bonität abhängt. Nur Topkunden mit sehr guter Bonität bekommen das Geld zu diesen Konditionen. Interessenten mit mittlerer Bonität zahlen meistens einen höheren Zinssatz.

Bei den Rückzahlungsbedingungen auf Flexibilität achten

Bei einem Onlinekredit gibt es keine Beratung vor Ort. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Interessenten sich die Kreditbedingungen genau durchlesen. Flexible Rückzahlungsbedingungen sind dabei sehr wichtig. Denn wenn unerwartet ein kleiner Geldsegen kommt, können Kunden ohne Weiteres eine höhere Rate bezahlen und so die Schulden schneller zurückzahlen, als ursprünglich vereinbart. Wenn der Onlinekredit mit fester Verzinsung vereinbart ist, so darf der Kreditnehmer jährlich 10.000 Euro als Sondertilgung leisten, ohne dass dafür zusätzliche Kosten entstehen. Bei einer höheren Sondertilgung darf die Bank ein Prozent des vorzeitig geleisteten Tilgungsbetrags als Zusatzkosten verlangen.

Versteckte Kosten erkennen

Genauso wie bei Onlineshops können die Anbieter auch bei Onlinekrediten Kosten einsparen. Das macht die Onlinekredite günstiger. Der Personalaufwand ist beispielsweise geringer. Ebenso reduzieren sich die Kosten für Büros und Verkaufsräume. Dennoch entstehen auch bei den Anbietern von Onlinekrediten Verwaltungskosten. Diese Kosten müssen die Gebühren und Zinsen für den Kredit abdecken. Neben den Verwaltungskosten ist in einem Kredit sehr oft auch eine Restschuldversicherung eingeschlossen. Diese sichert den Kreditnehmer gegen eine eventuelle Zahlungsunfähigkeit ab. Tritt diese infolge von Arbeitsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit oder Tod ein, übernimmt die Versicherung einen Teil der Restschuld. Allerdings lohnt sich diese Versicherung nicht für jeden Kreditnehmer, zumal die Kosten relativ hoch sind.

Was bedeutet „Kredit ohne KSV“?

Wer einen negativen KSV-Eintrag hat, hat sehr oft Schwierigkeiten einen Kredit zu bekommen. Hier haben die Verbraucher die Möglichkeit, einen Kredit im Ausland zu beantragen. In Deutschland arbeiten die Geldinstitute mit einer anderen Wirtschaftsauskunftei zusammen und holen keine Auskünfte beim KSV ein. Allerdings sind bei grenzüberschreitenden Krediten die Konditionen nicht immer die besten.

Finanzielle Situation richtig einschätzen

Bei einem Onlinekredit erfolgt nur sehr wenig bis gar keine Beratung der Kreditnehmer. Hier muss jeder selbst sehen, welche Konditionen es gibt. Dabei ist es besonders wichtig, die notwendige Kreditsumme genau zu berechnen. Es geht also nicht darum, wie viel Geld der Antragsteller bekommen könnte, sondern darum, wie viel er tatsächlich braucht. Es ist sinnvoll eine Sicherheitsreserve einzuplanen. Zudem sollten gewisse Sicherheitsreserven in Höhe von mindestens einem Monatsgehalt auf einem Tagesgeld- oder dem Girokonto liegen. Je höher die Kreditsumme ist, umso höher wird auch die monatliche Rate sein oder die Laufzeit zieht sich stark in die Länge.

Bild money-2696234_1920-54188.jpg
Abbildung 3: Für eine stabile finanzielle Situation ist es sinnvoll, gewisse Sicherheitsreserven anzulegen. Pixabay © andreas160578