Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 08.03.2021

Wunderbar weiblich

Der 8. März steht ganz im Zeichen des Weltfrauentags. Wir haben mit starken Frauen über Chancengleichheit, Verbesserungspotenziale und ihre persönlichen Vorbilder gesprochen.

Bild shutterstock_657041464.jpg

Ob Mama, Schwester oder Freundin: Am 8. März feiern wir sie alle – die starken Frauen, die uns jeden Tag den Rücken stärken. Und obwohl der Tag heute selbstverständlich ist und sich in Sachen Emanzipation mittlerweile viel getan hat, gibt es noch immer viel zu tun – angefangen von der Unterstützung bei der Familienplanung bis hin zum Gender Pay Gap.

Auf sich selbst vertrauen

„Ich befürchte, ein großes Problem liegt darin, dass es uns Frauen oft an dem nötigen Selbstbewusstsein fehlt, das bei Männern oft angeboren erscheint“, sagt etwa Waltraud Groll, Gründerin und Geschäftsführerin der PR-Agentur Groll mit Sitz in Wien. Vor allem in jüngeren Jahren werde Männern häufig mehr Kompetenz zugemutet. Neben dem Fokus auf der Ausbildung sei es auch wichtig, auf sich selbst zu vertrauen und sein Licht „nicht unter den Scheffel zu stellen“ – etwas, das Männer zumeist besser beherrschen würden. Die erfahrene Unternehmerin rät jungen Frauen daher: „Nicht nur brav im Hintergrund werken, sondern ruhig auch mal raustrompeten, was wir so erreicht haben!“

Bild shutterstock_1572448429.jpg

Öfter mal ins kalte Wasser springen

Dass Frauen oft viel zu wenig für sich selbst einstehen, bestätigt Tirolerin Kathrin Stoll, Inhaberin des gleichnamigen Kosmetikunternehmens: „Wir Frauen denken oft viel zu viel nach, wenn wir ein tolles Job-Angebot bekommen, uns für eine Stelle bewerben oder uns selbständig machen wollen: Habe ich genügend Erfahrung, um dem Ganzen gerecht zu werden? Schaffe ich das später mal mit Kindern neben meinem Job? Ist meine Ausbildung gut genug? Männer hingegen machen dann einfach, weil sie von sich überzeugt sind, auch wenn es vielleicht am ein oder anderen Ort noch an dem nötigen Know-how fehlt.“ Ihre Botschaft lautet ganz klar: Einfach öfter mal ins kalte Wasser springen, mehr an sich selbst glauben und sich gegenseitig unterstützen.

Nicht beirren lassen

Dass es trotz aller Bemühungen oftmals schwierig sei, gegen primitive Denkmuster anzukämpfen, weiß Kathrin Stoll aus eigener Erfahrung: „Ich hatte selbst einmal einen Banktermin für eine Vergrößerung meines Unternehmens. Der Berater hat zwar eine Stunde lang versucht, mit mir zu flirten, aber gar nicht zugehört, was ich eigentlich will.“ Doch Kathrin Stoll ließ sich nicht beirren und wandte sich schließlich verärgert an den Vorgesetzten: „Auf einmal ging es dann leicht.“

Durchhaltevermögen gefragt

Auch Anita Frauwallner – Leiterin des österreichischen Instituts AllergoSan – teilt diese Erfahrung: „Als ich vor 30 Jahren mit der Erforschung des Darms und der Entwicklung von OMNi-BiOTiC® begonnen habe, hatte ich es als junge Frau nicht immer leicht – doch mit meinem Wissen konnte ich bereits damals in der männerdominierten Branche mit meinen Ideen überzeugen.“ Sie ist davon überzeugt: „Mit positivem Denken und Durchhaltevermögen haben Frauen heutzutage sicher die gleichen Chancen wie Männer.“

Bild shutterstock_1824506960.jpg

Beruf & Familie als Herausforderung

Weil Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch heute noch eine der größten Herausforderungen für Frauen ist, setzt sich Fraunwallner dafür ein, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern flexible, familienfreundliche Arbeitsmodelle anzubieten. Ihre Mutter sei für sie ihr größtes Vorbild: „Sie hat mich immer darin bestärkt, mutig meinen eigenen Weg zu gehen, auch als ich selbst schon fast die Hoffnung verloren hatte. Auch heute ist sie für mich mit ihren mittlerweile 98 Jahren ein positives emotionales Vorbild.“

Flexible Arbeitsmethoden lassen hoffen

Für Monica Rintersbacher, Geschäftsführerin der Leitbetriebe Austria, sei es offensichtlich, dass die Voraussetzungen einer hundertprozentigen Gleichberechtigung nach wie vor nicht gegeben sind: „Die Lage in Österreich nach wie vor traditionell angesiedelt. Frauen nehmen sich der Versorgungsrolle im Privatbereich an.“

Dies sei durch die aktuelle Krise und die Doppelt- und Dreifachbelastung von Frauen einmal mehr deutlich geworden. Dass man sich jedoch gleichzeitig in großen Schritten neuen, flexiblen Arbeitsmethoden nähere, stimme sie optimistisch: „Das wird künftig viele neue Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf anbieten.

 

Bild shutterstock_1708079509.jpg

Gender Pay Gap

Reformbedarf gibt es auch auf dem Gebiet der geschlechterspezifischen Entlohnung. Lag das durchschnittliche Bruttoeinkommen von Männern 2020 bei 53.153 Euro, verdienten Frauen im Schnitt 42.880 Euro brutto im Jahr. Das ergibt ein Minus von 19,3 Prozent.

Astrid Harnisch, Inhaberin eines Wiener Unternehmens für Raumausstattung und -gestaltung, weiß aus eigener Erfahrung, dass es hier viel Durchsetzungsvermögen braucht: „Mein damaliger Arbeitgeber verriet mir nach ein paar Monaten, dass er mir ein höheres Gehalt angeboten hätte – so, wie es Männern zugesprochen war – wenn er gewusst hätte, dass ich meine Arbeit so gut machen würde. Als ich das hörte, habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, seinen Wert zu kennen.“ Sie rät dazu, sich mit niemandem zu vergleichen, sondern zielstrebig seine eigenen Ideen zu verfolgen.

Vorbildwirkung

Eine Frau, die Astrid Harnisch besonders beeindruckt, ist Oprah Winfrey: „Weil sie es mit ihrer authentischen Art schafft, die wohl interessantesten Interviews aller Zeiten zu führen. Zudem ist sie eine erfolgreiche Produzentin, Autorin, Schauspielerin und Philanthropin. Sie setzt sich stets für gute Zwecke ein. Außerdem schaffte sie es auf die Liste der World‘s Most Powerful People des FORBES-Magazins; obwohl sie aus ärmlichen Verhältnissen stammt und auch Opfer von Missbrauch wurde. Sie hat sich durchgesetzt und wurde zur ersten afroamerikanischen Milliardärin. Ihre Zielstrebigkeit und Ihr Glauben an sich selbst motivierten mich schon immer."