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Lifestyle | 27.05.2021

Das Kinderbuch, ein Freund fürs Leben

Claudia Skopal ist die neue Leiterin der Stadtbücherei Krems und selbst eine erfolgreiche Kinderbuchautorin. Mit der Edition Kinderzimmer gründete sie mit ihrem Mann in Rossatz einen eigenen Kinderbuchverlag. Wir fragten nach ...

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(© Martin Skopal)

Sie ist ausgebildete Schauspielerin, promovierte Theater-, Film- und Medienwissenschaftlerin, arbeitete als kuratorische Assistentin am Wien Museum und als TV-Redakteurin für die Barbara Karlich Show und Barbara Stöckl. Bereits in ihrer Kindheit schrieb Claudia Skopal Kurzgeschichten, Balladen und kleine Theaterstücke, die sie im Familien- und Freundeskreis aufführte. Als freischaffende Schriftstellerin, vorwiegend im Bereich Kinder- und Jugendliteratur, wurden einige ihrer Bücher sogar ins Chinesische übersetzt. Seit sechs Jahren lebt sie mit ihrer Familie in der Wachau.


NIEDERÖSTERREICHERIN: Frau Skopal, seit 20 Jahren schreiben Sie Kinderbücher. Was macht für Sie ein gutes Kinderbuch aus?
Claudia Skopal: Es erzählt eine Geschichte, die die Lebenswelt der Kinder aufgreift, ihre Interessen und Themen. Kinder sollen sich in der Geschichte wiederfinden.

Obwohl Ihre Bücher sehr erfolgreich verlegt wurden, hat Ihr Mann Martin im letzten Herbst einen eigenen Kinderbuchverlag gegründet. Welche Motivation stand dahinter?
Das Bedürfnis einen Schritt weiterzugehen. Verlage müssen sich bei der Themenauswahl an den Verkaufszahlen orientieren. Mein Mann und ich müssen keinen großen Apparat erhalten und können deshalb besondere Projekte umsetzen, die sonst keinen Platz im Programm bekommen würden. Ich wollte weg von dem Anspruch, dass jedes Buch ein Renner sein muss. Für mich sind Bücher Weggefährten, die uns begleiten, Trost spenden, inspirieren oder vergnügliche Stunden schenken.

Wie sehr beeinflussen Ihre eigenen Kinder die Ideen zu den Büchern?
Meine Kinder unterstützen mich als Testleser und Feedbackgeber. Sie finden Ungereimtheiten im Text oder haben zusätzliche Ideen. Im „Der Wal und der Wunschfisch“ stammt die Idee, den sandigen Meeresgrund wellig zu zeichnen, von meinem Sohn. Der Illustrator fand die Idee großartig und hat sie gleich umgesetzt. Meine Kinder schreiben mittlerweile ihre eigenen Geschichten zum Spaß, das macht mich stolz.

Kurz vor Weihnachten ist in Ihrem Verlag Edition Kinderzimmer eben dieses erste Buch „Der Wal und der Wunschfisch“ erschienen, welches vom Land Niederösterreich als besonders schön gefördert und in Österreich gedruckt wurde ...
Ja, dieses Buch war ein Herzensprojekt, eine Geschichte, die unbedingt geschrieben werden wollte. Wir haben viel Wert darauf gelegt, ein hochwertiges Buch zu produzieren. Dazu gehört eine tolle Geschichte, großflächige und detailreiche Illustrationen und die gesamte Aufmachung des Buches. Wir haben uns Papiermuster kommen lassen und gefühlt, wie sich das Buch anfühlen wird. Nicht nur wir Erwachsene, auch Kinder sollen es gerne in die Hand nehmen.

Illustriert wurde diese reizende Geschichte von Bernd Lehmann. Wie wichtig ist diese Wort-Bild-Synergie für die Rezeption von Kindern?
Bernd Lehmann hat die Geschichte mit viel Liebe in seinen Illustrationen umgesetzt. Text und Bild sind eine Einheit, stehen im Dialog und gehören zusammen. Der Illustrator hat eine Unmenge an Skizzen angefertigt und wir haben lange darüber gesprochen, welcher Fisch, welches Motiv in welcher Szene vorkommt.

Worauf werden Sie bei der Auswahl künftiger Autorinnen und Autoren besonders Wert legen?
Die Geschichte muss dem Autor, der Autorin unter den Fingern brennen. Wir wollen die Liebe zum Geschichtenerzählen und zu den Kindern spüren. Wir wünschen uns Vollblutautoren. Denn unsere Bücher sind Freunde fürs Leben.

Sie haben heuer die Leitung der Stadtbücherei Krems übernommen und wollen diese zu einem „Ort der Begegnung“ machen. Wie sehen Sie die Zukunft des Lesens in der Konkurrenz zu Videos, welche die Kinder in digitalen Medien konsumieren?
In der Stadtbücherei haben wir fast 40.000 Medien, darunter auch viele Filme. Menschen lieben Geschichten und mir ist wichtig, dass sie Zugang dazu haben. Damit Lesen auch in Zukunft eine Rolle spielt brauchen wir gute Geschichten und Menschen, die dafür brennen. Ich arbeite intensiv mit Schulen zusammen und versuche Kindern meine Begeisterung für Bücher zu vermitteln. Es liegt ja in ihrer Natur, Geschichten zu hören und ihre eigenen zu erzählen. Schön wäre es, wenn Lehrer und Eltern diesen Zauber erhalten könnten. Im Sommer wird es einen Schreibwettbewerb für Kinder und Jugendliche geben. Ich will sie damit auf ihr eigenes Talent aufmerksam machen. Haben sie damit Erfolg, sind Tablet und Co. vielleicht nicht mehr so wichtig.

Noch ein schöner Gedanke zum Abschluss?
Gerne, dafür möchte ich bei einem Zitat von Helen Hayes Anleihe nehmen, die sagt:  „Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen und laufen. Doch erst,wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat.“

Bild 2105_N_Skopal_Cover.jpg
BUCHTIPP. Der Wal und der Wunschfisch ISBN: 978-3-99122-000-8 € 15,99

Skopal Medien e.U.

3602 Rossatz 15
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