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Lifestyle | 26.10.2015

Weinviertler Plains

Es sind nicht die Great Plains östlich der Rocky Mountains, die den Arzt von Laa an der Thaya, Wolfgang Wiesinger, begeistern. Es sind vielmehr die trockenen Weiten des Weinviertels, die er in seiner Freizeit auf dem Rad erkundet. Denn die Medizin und die Fotografie haben eines gemeinsam: den Blick für das Wesentliche.

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Pottenhofen (© Wolfgang Wiesinger)

Radfahren ist immer schon meine Leidenschaft gewesen. Radfahren ist für mich nicht nur Sport und Ausgleich, es ist auch Lebensfreude, Besinnung und geistige Erfrischung. Der Rhythmus der Landschaft und der Takt der Pedale schaffen eine Ruhe der Gedanken. Das sind wesentliche Elemente meiner  Radfahrleidenschaft in den menschenleeren Weiten der „Weinviertler Plains“.

 
Weinviertler Plains
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Ruine Falkenstein (© Shutterstock)
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Keller außerhalb von Wildendürnbach. (© Wolfgang Wiesinger)
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Region Leiserberge, Steinskulptur nähe Weinviertler Jakobsweg. (© Wolfgang Wiesinger)

Hier findet sich Kulturland seit vielen tausenden Jahren. Urzeitliche Siedelungen, Kreisgräben und Grabhügel zeugen von einer langen Tradition menschlicher Besiedelung. Der Oberleiserberg, am Südrand der südmährischen Tiefebene, bietet Wohnkultur seit 6000 Jahren.

Sowohl die Weite der Landschaft als auch die Fruchtbarkeit des Bodens und das milde Klima haben im Laufe von Jahrhunderten unterschiedlichste Stämme und allerlei Völker zuerst durchziehen und dann ansiedeln lassen. Saftige Weidegründe für das Vieh, für Wein, Getreide, und jede Menge Früchte haben den Menschen Wohlstand gebracht.

 
Weinviertler Plains
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Blick auf den Kalvarienberg von Miculov. (© Wolfgang Wiesinger)
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Historisches Zentrum von Micolov, ehemals Nikolsburg (© Wolfgang Wiesinger)
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Die einzige in Mähren erhaltene und profanierte Synagoge von Mikulov aus dem Jahr 1550. (© Wolfgang Wiesinger)
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Ortschaft Niederlies (© Wolfgang Wiesinger)
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Bei Eggendorf im Thale. (© Wolfgang Wiesinger)

Die weite, fruchtbare Ebene, die durch das Molassemeer geschaffen worden ist und das Faktum, dass sich die Menschen hier in Schutz bietenden Siedlungen niedergelassen haben, haben leere Weiten entstehen lassen. Heute zeugen die Kulturlandschaften des Weinviertels und Südmährens von ihrer langdauernden Geschichte. Das ist der Raum meiner „Weinviertler Plains“.

Das hat Begehrlichkeiten geweckt. So wundert es nicht, dass auch große europäische Schlachten hier geschlagen wurden. Hier hat man aus der Geschichte gelernt. Die Weinviertler grüßen den Gast, denn es ist vernünftig, mit dem Fremden, den man trifft, gut auszukommen.

All das fasziniert mich und prägt mich, wenn ich per Rad, in großer Bewunderung, diese grandiose Landschaft im wahrsten Sinn des Wortes erfahren darf. Heute ist dieses Grenzgebiet, das südmährische Becken, Kristallisationskeim für länderübergreifende Kultur und es lässt sich hier hervorragend leben und wirtschaften.

Wogende Ähren im Wind, wo früher die Brandung an Küsten gebrochen ist. In meiner Vorstellung „höre“ ich noch immer die Wogen der Tethys an den jetzt trockenen Kalkklippen, und ich kann noch immer in diesen längst vergangenen Ozean eintauchen.

Gedanken zum Weinviertel von Dr. Wolfgang R. Wiesinger

 
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Dr. Wolfgang R. Wiesinger

Zum Sehen animieren!

Geboren und aufgewachsen im oberösterreichischen Mühlviertel, bin ich aus beruflichen Gründen ins Weinviertel gekommen und „pickengeblieben“. Ich bin also das, was man hier klassisch als „Beuteniederösterreicher“ bezeichnet. 

Dem Charme des großen Horizonts, der Region Südmähren-Weinviertel, des Landes um Laa an der Thaya, bin ich sehr rasch erlegen. Die Schönheit der Ebene zeigt sich nicht immer auf den ersten Blick, denn oberflächlich betrachtet kann eine Tiefebene leicht als einförmig wahrgenommen werden.

Durch meine regelmäßige Radfahrerei habe ich mir jedoch peu à peu erar-beitet, welche wunderbaren Schätze in dieser Landschaft verborgen liegen.

Als Arzt, der tagtäglich mit einer großen Anzahl Menschen zu tun hat, brauche ich zur Regeneration die Einsamkeit der Weiten in den Weinviertler Plains.

Eine Kamera und das Mobiltelefon sind immer dabei.

Mehr über Wolfgang Wiesinger:  

www.laadoc.at