Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 28.07.2015

Franky verleiht Flügel

Franky Schirz aus Loosdorf ist Musiker, Moderator, Entertainer und Mitglied des Chorensembles vom Musikantenstadl. Für die Schmetterlingskinder schrieb er nun ein Musical und gründete die „Aktion Lili“.

Bild _66R5759.jpg
Großer Applaus für die Uraufführung von LILI in St. Pölten (© Josef Bollwein/flashface.com)

Eine unvergessliche Modeschau mit einem besonderen Highlight: Promis wie ORF NÖ-Heute Moderatorin Nadja Mader-Müller, Kabarettistin Susanna Hirschler oder "Papa Putz" Hubert Wolf eroberten zuletzt im Kulturhaus Hirtenberg den Laufsteg (siehe Bilder). Als Höhepunkt wurde schließlich die Spendenübergabe zelebriert: Entertainer und Künstler Franky Schirz überreichte Dr. Anja Diem, der medizinischen Leiterin des EB-Hauses der Schmetterlingskinder, einen Scheck über 12.650 Euro. Rund 5000 Euro kamen bei der Charity Modeshow – organisiert von Robert und Angelika Wille – zusammen, 7.650 Euro aus Schirz' "Aktion Lili". Wir trafen den Allrounder zum Talk über sein Engagement für Schmetterlingskinder, sein junges Team und über Weltverbesserer.

Bild _66R6393.jpg
Junge Kreative live on stage (© Josef Bollwein/flachface.com)

Franky, warum engagieren Sie sich für die Schmetterlingskinder?
Die Krankheit und die damit verbundene Herausforderung berührt mich persönlich sehr stark. Wir wissen nicht, wie sich das Leben eines Schmetterlingskindes anfühlt, aber wir können sehen, dass diese Kinder trotz ihrer Krankheit tapfer, mutig und manchmal sogar lebensfroh ihren Alltag meistern. Als ich von Conny Hörl zum ersten Mal von den Schmetterlingskindern hörte, war mein erster Gedanke: Diese Kinder zeigen uns so genannten gesunden Menschen, dass wahre Berührung nicht auf der Oberfläche passiert, sondern tief in unseren Herzen. Daraus ist das Musical LILI und das Geheimnis der Schmetterlinge und die davon abgeleitete Botschaft „Folge deinem Herzen“ entstanden!

In Zusammenarbeit mit der Schulspiel- und Jazzdance-Gruppe NORDLICHTER der NNÖMS St. Pölten Viehofen wurde das Musical LILI am 11. Mai in St. Pölten uraufgeführt. Nun arbeiten Sie ja nicht oft mit Kindern, was war für Sie die größte Herausforderung?
Ich habe bereits mehrmals mit Kindern arbeiten dürfen, allerdings noch nie in dieser Form, wo so viele Kinder meine Texte schauspielerisch und musikalisch umsetzen. Die größte Herausforderung dabei war, die Grenze der physischen und psychischen Belastbarkeit zu fühlen und den Bogen nicht zu überspannen. In manchen Situationen wich das Bild auf der Bühne bei den Proben stark von dem Bild in meinem Kopf ab. Diese Szenen lange zu proben, wäre für die Kinder eine zu große Belastung gewesen. Da musste ich mich auf die Erfahrungen der Lehrer verlassen und meine Erwartungen anpassen. Am Ende aber war ich begeistert. Die Kinder haben das Stück großartig umgesetzt und mir gezeigt, dass die Bilder in meinem Kopf nicht immer die einzig richtigen sind.

Bild 20150530_SEPAMedia_01_072 Kopie.jpg
Franky Schirz performte erste Single-Auskoppelung bei der Modenschau in Hirtenberg

Wie kamen Sie auf die Idee mit den rettenden Blüten?
In der Urversion des Musicals, die bereits 2004 entstand und nur 20 Minuten dauerte, waren mit den „rettenden Blüten“ Spendengelder gemeint. Als Buba das Lumbublatt erwischt hatte und in Lebensgefahr schwebte, sagte Lili zu den anderen Raupen: „Es gibt eine Pflanze, deren Blüte Buba retten kann. Doch sie ist weit verstreut im Raupenland und ich alleine habe nicht mehr genug Zeit. Wenn wir aber alle gemeinsam loslaufen, dann könnten wir es schaffen, Buba zu retten. Bereits damals wurden „Blüten“ für das heutige EB-Haus gesammelt. In der Weiterentwicklung des Stücks hat sich auch die Bedeutung der rettenden Blüte verändert. Jetzt steht sie auch für Respekt, Akzeptanz, Achtung, Anerkennung und Liebe. Der Untertitel der Aktion LILI – „Wir sammeln für die Schmetterlingskinder“ – bezieht sich daher nicht nur auf Geld, sondern eben diese Werte. Für die Schmetterlingskinder und für uns selber!

Wird es nach der Modenschau in Hirtenberg noch weitere Aktionen geben? 
Ja. Ich durfte diese Geschichte über die Schmetterlingskinder schreiben. Als Künstler wird man nicht oft auf so besondere Weise von der sprichwörtlichen Muse geküsst. 2004 hat sich in mir ein Tor zu meinem Talent, Geschichten schreiben zu können, geöffnet – es war auch das Tor zu meinem Herzen. Egal, wohin sich „LILI und das Geheimnis der Schmetterlinge“ auch entwickelt, ich werde damit immer die Schmetterlingskinder unterstützen! 

Welche beruflichen Pläne haben Sie für die nächste Zukunft?
Derzeit arbeite ich an eine Bühnenshow, die an mehreren Standorten in Öster­reich ausgetragen werden soll. Da soll auch der Song aus dem Musical LILI und das Geheimnis der Schmetterlinge „Kleiner bunter Schmetterling“, den ich bei der Modeschau in Hirtenberg das erste Mal auf der Bühne gesungen habe, offiziell präsentiert werden.

Was sagen Sie Menschen, die gerne die Welt verbessern würden und nicht wissen, wo sie beginnen könnten?
Vielen Dank für diese Frage, denn genau da setzt auch der tiefere Sinn hinter „LILI und das Geheimnis der Schmetterlinge“ an. Die Welt verändern zu wollen, ist aus meiner Sicht eine „never-ending story“. Viele kennen das Beispiel vom schwarzen Fleck auf der eigenen Stirn. Man steht vor dem Spiegel, sieht den Fleck, will ihn wegwischen und beginnt mit einem Reinigungstuch am Spiegel zu reiben. Das ist ebenso eine „never-ending story“!

Infos und Möglichkeiten, diese Projekte zu unterstützen:

www.eb-haus.org
www.initiative-kinderreha.at
www.kinderlachen.com