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Lifestyle | 30.03.2021

Bitte entspannen

Wenn der Kinderwunsch nicht klappt, nagt das an der Seele. Wie Paare sich Gutes tun, wie sie sich für eine bevorstehende Behandlung vorbereiten können.

Eigentlich ist das Schwangerwerden etwas ganz Intimes. Es passiert in den eigenen vier Wänden, das Bäuchlein erzählt später davon in der Öffentlichkeit. Umgekehrt reden bis heute auch die wenigsten darüber, wenn es nicht klappt, und quälen sich Monate oder ein Jahr mit Scham- und Schuldgefühlen. „Selbst in der Partnerschaft ist das oft ein großes Tabu“, weiß Brigitte Benczak, Klinische und Gesundheitspsychologin in Wr. Neustadt. Das Thema Schwangerschaft ist einer ihrer Schwerpunkte in der Arbeit mit Frauen bzw. Paaren.

Der wichtigste Schritt sei das offene Gespräch in der Partnerschaft und das klare Formulieren der Wünsche, wie etwa „dass ich nicht irgendwann, sondern jetzt ein Kind möchte“. Benczak empfiehlt zudem eine weitere Vertrauensperson außerhalb der Partnerschaft. „Dabei kommen Klientinnen immer wieder drauf, dass auch andere es länger versucht haben, schwanger zu werden, eine hormonelle oder eine IVF-Behandlung in Anspruch nahmen.“

 

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(© Foto Tschank)

In ihrer Praxis legt sie den Fokus auf die Stärkung der Klientinnen; es geht um Fragen wie: Was macht mich als Frau aus? Was kann ich noch gut? Was bin ich außer Mutter? – und: Was sind wir als Paar? „Für viele Paare gibt es irgendwann nur noch: Es sind die fruchtbaren Tage, jetzt muss Sex passieren. Es ist wichtig, die Partnerschaft lustvoll und genussvoll zu gestalten; es soll sich nicht alles um das Kinderthema drehen“, sagt Benczak.

Wenn es dann in Richtug IVF geht, arbeitet die Psychologin viel mit Visualisierung und Entspannungstechniken, die die Frau möglichst auch bei den Behandlungen vor Ort anwenden kann. „Ich empfehle auch immer, das Kinderwunschinstitut bedürfnisorientiert auszuwählen. Die zentrale Frage ist dabei: Fühlen Sie sich dort wohl?“

Wie aber geht man schließlich mit der großen Erwartungshaltung um? „Normalisieren“, lautet für Brigitte
Benczak das Schlüsselwort. Viele vergessen nämlich, dass auch bei der IVF die Natur das letzte Wort hat. „Auch jene, die ohne Hilfe schwanger werden, brauchen manchmal Monate.“ Eine bewährte Gegenstrategie gegen zu viel Druck: „Eine Klientin ist nach jeder IVF-Behandlung mit einer  Freundin frühstücken gegangen; sie hat ein Fest daraus gemacht, das ändert auch die Einstellung.“

Infos: www.psychologen.at/benczak.brigitte

In der März-Niederösterreicherin widmen wir einen großen Schwerpunkt dem Thema Kinderwunsch. Ihr findet in der Ausgabe eine Reihe Interviews mit Ärztinnen und Ärzten, die aktuelle Behandlungsmethoden sowie Kinderwunschzentren vorstellen. 
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