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Lifestyle | 27.05.2019

Die Sonne scheint überall

Sonnenstrahlen machen glücklich, bringen Freude und steigern unseren Elan, sie stellen aber auch ein Risiko für die Hautgesundheit dar. Der richtige Sonnenschutz ist daher nicht nur im Urlaub wichtig.

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© Shutterstock

Wenn die Sonne nach der langen Winterzeit endlich wieder durch die Wolken blinzelt, erwacht nicht nur die Natur zu neuem Leben. Auch Jung und Alt drängt es ins Freie. Die Sonne beschwingt, steigert unsere Lebensfreude und Vitalität. Das Sonnenlicht bewirkt darüber hinaus die körpereigene Produktion von Vitamin D3 in der Haut. Doch unvorsichtiger, exzessiver Sonnenkonsum birgt auch Gefahren. Denn die Zahl der Hautkrebserkrankungen steigt jährlich. Die Früherkennung spielt deswegen eine große Rolle.  Besonders der weiße Hautkrebs, aber auch der aggressive schwarze Hautkrebs, das Melanom, sind auf dem Vormarsch.

Richtiger Schutz vor Sonne. In der Sonne fehlen oft die wichtigsten Accessoires: Sonnenbrille, Sonnencreme und Kopfbedeckungen. Diese Dinge sollte man immer dabeihaben. „Legen Sie eine kleine Tube Sonnencreme in Ihre Handtasche oder ins Auto – nicht nur als Cabriofahrer. So sind Sie jederzeit vorbereitet, Ihre Haut zu schützen, denn die Sonne kommt überfallsartig“, rät Medizinalrat Dr. Johannes Neuhofer, Präsident des Berufsverbandes der österreichischen Dermatologen und Fachgruppenobmann der oberösterreichischen Hautärzte.

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,,Der beste Platz an der Sonne ist im Schatten.", so Dr. Johannes Neuhofer, Linz. © Laresser/Beigestellt

Denn gerade im Frühjahr rechnet man nicht mit Sonnenbränden, die helle Winterhaut ist aber gerade jetzt besonders empfänglich für die schädliche UV-Strahlung. Heute wissen wir, dass langes Sonnenbaden und unzureichender Schutz nicht nur die Haut altern lassen, sondern zu Hautkrebs führen können. Vor allem die heutigen „Best Agers“ pflegten in ihrer Jugend einen sorglosen Umgang mit der Sonne. Stundenlanges Braten in der Sonne war normal. Je brauner, desto gesünder fühlte man sich. Ein tiefdunkles Karibikbraun galt als hip. Sonnenbrände in der Jugend waren eher die Regel, nicht die Ausnahme. In Freibädern besprühte man sich noch extra mit Wasser aus Feinzerstäubern, um noch schneller braun zu werden. Melkfett und Sonnenöle mit Sonnenschutzfaktor zwei bis vier waren üblich. Dr. Johannes Neuhofer dazu: „Wir gehen davon aus, dass jeder zweite bis dritte 70-Jährige an Hautkrebs erkrankt. Hier ist besonders der weiße Hautkrebs im Steigen.“

Aktion „Sonne ohne Reue“. Seit 30 Jahren informiert die Österreichische Krebshilfe zusammen mit der Fachgesellschaft der Österreichischen Dermatologen mit der Aktion „Sonne ohne Reue“ über Hautkrebsvorsorge. Trotz aller Warnungen sind die Hautkrebserkrankungen jedoch gestiegen. Obwohl heute neue innovative, aber auch kostenintensive Behandlungen zur Verfügung stehen, ist die Vorsorge, die schon in der Kindheit beginnen muss, der Grundstein für eine gesunde Haut. Die Früherkennung hat einen besonderen Stellenwert: Rechtzeitig erkannte und operierte Melanome können eine vollständige Heilung bedeuten. Das ist auch das Ziel der Aktion „Sonne ohne Reue“: „Die Sonne ist ein wesentlicher Faktor in der Melanomentstehung. Das sollte man sich gerade jetzt am Beginn der Sommermonate bewusst sein“, sagt Univ.-Prof. Dr. Paul Sevelda, Präsident der Österreichischen Krebshilfe. Denn der vernünftige Umgang mit der Sonne kann verhindern, dass das Melanom auftritt. „Wir möchten heuer mit unserer Initiative vor allem jene Menschen erreichen, die tagtäglich der Sonne ausgesetzt sind, weil sie im Freien arbeiten“, so Sevelda. „Die Sonne scheint überall, nicht nur am Strand“, lautet daher das diesjährige Motto.


Der wesentlichste Grund für den Anstieg der Hautkrebsfälle in Österreich ist die ungeschützte UV-Bestrahlung. „Dabei ist dieses Risiko am einfachsten vermeidbar“, bekräftigt Univ.-Prof. Dr. Hubert Pehamberger, emeritierter Vorstand an der Universitätsklinik für Dermatologie Wien und anerkannter Experte auf dem Gebiet des Melanoms. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat natürliche (ungeschützte) Sonnenbestrahlung und künstliche Bestrahlung zu Bräunungszwecken (Solarien) als krebserregend eingestuft. Ob der viel zitierte Klimawandel eine unmittelbare Auswirkung auf die Entstehung von Hautkrebs hat, ist derzeit wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Wichtig ist in jedem Fall, nur mit entsprechendem UV-Schutz die Sonne zu genießen. „Der richtige Sonnenschutz ist das Um und Auf der Hautkrebsvorbeugung, jedoch kein Freibrief zum Sonnenbraten“, mahnt Pehamberger.

Zielgerichtete Therapie rettet Leben. Erfreulicherweise nehmen die Hautkrebs-Todesfälle im Vergleich zu den Neuerkrankungen in Österreich ab. Denn viele Erkrankungen werden heute früher entdeckt. Die gängige Untersuchung und digitale Dokumentation von pigmentierten Hautläsionen (Muttermale und Melanome) mittels Hautmikroskopie zur Unterscheidung, ob es sich um ein harmloses Muttermal oder ein Melanom handelt, erzielt eine deutliche Verbesserung der Früherkennung. Auch die Therapie von Hautkrebs ist durch die Errungenschaften der zielgerichteten Krebstherapie in den letzten Jahren wesentlich verbessert worden. „Diese Fortschritte tragen noch mehr dazu bei, dass sich die Heilungs- und Überlebenschancen bei Hautkrebs erhöhen“, so Pehamberger.

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6 Pflegetipps für die Haare im Sommer

1. Haare vor dem Schwimmen befeuchten

Haare mögen weder Chlor- noch Salzwasser. Die Salzkristalle des Meerwassers setzen sich fest und entziehen dem Haar Feuchtigkeit.  Salzkristalle reflektieren das UV-Licht und verstärken den negativen Effekt der Sonnenstrahlen. Zusätze im Chlorwasser können auf Dauer einen unschönen grünlichen Farbstich hinterlassen. Deshalb: Haare vor dem Schwimmen nass machen. Somit kann das Haar weniger Chlor- bzw. Salzwasser aufsaugen.

2. Färben vermeiden

Das Haar wird durch die Farbe noch empfindlicher.

 

 3. Pflegen, pflegen, pflegen

Conditioner nach jeder Haarwäsche und Intensiv-Haarmasken oder -kuren zweimal pro Woche anwenden. Tipp: Das Produkt am Strand auftragen, so wird das Haar beim Sonnenbaden geschützt und die Wirkung der Pflegeprodukte durch die Wärme verstärkt.

 

4. Kopfbedeckung

Sonnenhüte oder Sonnenkappen haben gleich einen dreifachen Schutzeffekt: Haare und Kopfhaut werden geschützt und der gefährliche Sonnenstich vermieden.

 

5. Sommerfrisuren

Zöpfe und kreative Flechtfrisuren vermeiden, dass sich die Haare verknoten.

 


6. Lufttrocknen

Übermäßige Hitze schädigt die Haare unnötig, daher besser lufttrocknen! Lassen Sie den Haartrockner zu Hause oder in der Hotelschublade.


Text: Christine Dominkus