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Lifestyle | 13.10.2022

Greta Thunberg ist gegen die AKW-Abschaltung in Deutschland

Lesen Sie hier alles darüber!

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In Deutschland herrscht zurzeit eine rege Debatte darüber, ob die geplante Abschaltung der Atomkraftwerke mit Hinblick auf die angespannte Lage am Strommarkt noch wirklich sinnvoll ist. Der Ausstieg aus der Atomkraft wurde eigentlich schon vor zig Jahren beschlossen, auch als Reaktion auf die Katastrophe in Fukushima. Doch niemand konnte damit rechnen, dass mehr als zehn Jahre später die Debatte neu geführt werden muss.

Denn aufgrund des Kriegs in der Ukraine steht die Versorgungssicherheit mit Energie und Strom sogar in ganz Europa auf wackeligen Beinen. Auch aus diesem Grund meldete sich die Klimaaktivistin Greta Thunberg zu Wort, um für eine AKW-Laufzeitverlängerung in Deutschland zu plädieren.

Atomkraft ist umweltfreundlicher als Kohlekraft

Das Argument von Greta Thunberg ist dabei ganz einfach: Atomkraft sei umweltfreundlicher als Kohlekraft, zumindest was den CO2-Ausstoß betrifft. Denn die deutsche Regierung deutete bereits an, die einzige Möglichkeit, die Atomkraftwerke derzeit bei der wichtigen Grundlast zu ersetzen, wäre mehr Strom aus umweltschädlichen Kohlekraftwerken. Deutschland kann zwar die Stromversorgung wahrscheinlich auch ohne russisches Gas sichern, muss dann aber zumindest kurzfristig auf mehr Kohle setzen.

Genau das sieht die Klimaaktivistin aus Schweden als den falschen Schritt an. Sie ist zwar mitnichten ein Fan von Atomkraft, akzeptiert aber durchaus die derzeitige Notwendigkeit. Laufende Atomkraftwerke abzuschalten, um dampfende Kohlekraftwerke aus der Reserve zu holen, ist aus ihrer Sicht mit den Klimazielen nicht vereinbar. Diese dürfe man nämlich auch in Kriegszeiten nicht aus dem Blick verlieren, so Greta Thunberg.

Die deutschen Politiker sind hingegen geteilter Meinung

Nicht ganz so eindeutig sehen die Lage hingegen die deutschen Politiker. Insbesondere die Grünen, die auch aufgrund der AKW-Abschaltung damals viele Wähler gewinnen konnten, halten an ihren Zielen fest. Der Wirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) hat zwar einer Laufzeitverlängerung von zwei Kernkraftwerken bis April 2023 zugestimmt, doch Finanzminister Lindner verlangt weitere Zugeständnisse, um langfristig günstigeren Strom sichern zu können.

Folglich liegt der neue Gesetzesentwurf von Robert Habeck derzeit aufgrund von politischen Unstimmigkeiten auf Eis. Finanzminister Christian Lindner möchte nämlich einen Weiterbetrieb bis ins Jahr 2024, und zwar sogar von allen drei Kernkraftwerken, die derzeit in Betrieb sind. Der deutsche Kanzler hielt sich bislang größtenteils aus der Debatte heraus und ließ über eine Sprecherin verkünden, man halte am Atomausstieg fest, so wie im Koalitionsvertrag vereinbart. Weitere Details wurden nicht genannt.

Deutschlands Reaktionen auf die Energiekrise

Indes hat die deutsche Regierung bereits mehrfach zum Sparen von Energie aufgerufen. Dabei wurden beispielsweise gesetzliche Mindesttemperaturen gelockert und weitere Maßnahmen verabschiedet, die den Stromverbrauch senken sollen. So sollen Gebäude und Denkmäler nachts nicht mehr beleuchtet werden. Der Kölner Dom bleibt jetzt während der Nacht dunkel, weil die aufwendige Beleuchtung sonst unzählige Kilowattstunden aufbrauchen würde.

Auch private Betreiber werden dazu aufgerufen, Maßnahmen zum Stromsparen zu treffen. Ein imposant beleuchtetes Fußballstadion oder großflächiges Casino kann nämlich viel Strom verbrauchen. Das kann besonders auf Dauer die derzeit angespannte Lage am Strommarkt belasten. Wenn Sie hingegen online bei NetBet Blackjack spielen, muss kein riesiges Gebäude beleuchtet werden und Sie können dennoch Ihren Spaß haben.

Wie andere Länder die Krise handhaben

Während hierzulande in Österreich auf Einmalzahlungen und Gutscheine gesetzt wird, um den gestiegenen Kosten entgegenzutreten, greifen andere Länder zu anderen Mittel. Die Niederlande möchte die Krise überwiegend mit Steuersenkungen in den Griff bekommen, sowohl auf Energie als auch bei unteren Einkommen. Frankreich führt hingegen eine Preisbremse ein, bei der hohe Preisanstiege teilweise durch den Staat abgefangen werden.

Großbritannien folgt mit seiner Deckelung auf 2.500 Pfund Kosten im Jahr einem ähnlichen Ansatz, möchte aber auch Steuersätze für alle Einwohner reduzieren. Die sozialistische Regierung in Spanien hat hingegen eine Reichensteuer beschlossen und bietet kostenlose ÖPNV-Tickets an. Zuvor gab es jedoch bereits einen Tankrabatt sowie Erhöhung der Sozialhilfe und Stipendien für Studenten. Jedes Land geht also seinen ganz eigenen Weg.