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Lifestyle | 22.10.2019

Schwangerschaft in Zeiten des Umbruchs

Schwanger werden zu können ist ein Privileg der Frauen, ein Wunder der Natur, für manche ein Segen, für andere eine belastende Zeit.

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© iStock by Getty Images

Das Ausbleiben der Regelblutung deutet meist auf eine Schwangerschaft hin. Da es kurz nach der Befruchtung zu einer Veränderung des Hormonhaushalts kommt, bemerken einige Frauen schon relativ bald auch andere körperliche Veränderungen wie ein Größerwerden der Brüste oder ein
Ziehen im Unterbauch.

Ich bin schwanger

Bleibt die Menstruation aus, sollte zunächst ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden. Dabei wird das Schwangerschaftshormon Beta-hCG gemessen, das in der Frühschwangerschaft kontinuierlich ansteigt. Verlässliche Aussagen über das Vorliegen und die Entwicklung einer intrauterinen Schwangerschaft kann nur der Gynäkologe mittels einer völlig harmlosen Ultraschalluntersuchungen ab der fünften bis sechsten Schwangerschaftswoche stellen. Die ersten Herztöne sind zumeist ab der siebten Woche akustisch darstellbar. Es kommt mitunter zu morgendlicher Übelkeit, Müdigkeit, Heißhungerattacken und zu Stimmungsschwankungen.

Verlauf der Beta-hCG-Konzentration

Das Hormon Beta-hCG bewirkt die verstärkte Bildung von Östrogenen und Gestagenen, was für die Aufrechterhaltung einer Schwangerschaft notwendig ist. In den ersten Schwangerschaftswochen steigt die Hormonkonzentration im Blut rasant an, sie verdoppelt sich etwa alle zwei Tage. Das Maximum wird zwischen der achten und zwölften Schwangerschaftswoche erreicht. Danach ist die Plazenta so weit ausgereift, dass sie die Produktion von Beta-hCG aus dem Eierstock nicht mehr benötigt, sondern die schwangerschaftserhaltenden Hormone selbst bildet.

Babybauch und Gewichtszunahme

Die Mutter ist die einzige Nahrungsquelle für das ungeborene Kind. Fehlen ihr wichtige Nährstoffe, so fehlen sie auch dem Kind. Daher ist die Ernährung in der Schwangerschaft ungemein wichtig. Der Organismus einer schwangeren Frau ist dahingehend ausgerichtet, dass die Versorgung des ungeborenen Kindes die oberste Priorität besitzt. Der intensive „Nahrungstransport“ über die Nabelschnur zum Baby darf aber keinen Mangel im Körper der Mutter entstehen lassen. Die Supplementierung von Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen sind daher in der Schwangerschaft elementar.

Wie viel Gewicht im Verlauf der Schwangerschaft zugenommen werden sollte, ist vom Ausgangsgewicht respektive BMI der Frau vor der Schwangerschaft abhängig. So ist bei einer untergewichtigen Frau eine größere Gewichtszunahme notwendig als bei einer normalgewichtigen. Auch die Geschwindigkeit der Gewichtszunahme kann sehr unterschiedlich sein – so nehmen einige Frauen in den ersten Wochen durch die übermäßige Wassereinlagerung mehr und schneller an Gewicht zu, danach pendelt sich die Gewichtszunahme ein. Bei anderen wiederum verhält es sich umgekehrt. Häufig kommt es im ersten Drittel der Schwangerschaft zu Übelkeit und Erbrechen. In seltenen Fällen bleiben diese Beschwerden während der ganzen Schwangerschaft bestehen. Wenn die Schwangere mehr als fünfmal pro Tag erbricht, spricht man von Hyperemesis gravidarum. Eine übermäßige Gewichtszunahme sollte vermieden werden, weil dadurch das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck oder Geburtskomplikationen erhöht sein kann. Der Kalorienbedarf steigt in der Schwangerschaft nur um 15 bis 25 Prozent. Das sind umgerechnet nur etwa zwischen 200 und 300 Kilokalorien pro Tag zusätzlich. Stärker erhöht ist der Energiebedarf bei Zwillingen und Drillingen. Die ideale Ernährung für Schwangere ist eine abwechslungsreiche, hochwertige Kost in regelmäßigen Intervallen. Trinken ist wichtig: Mindestens 1,5 bis 3 Liter Flüssigkeit sollten täglich zugeführt werden. Am besten geeignet ist Mineral- oder auch Leitungswasser, ungezuckerte Kräuter- und Früchtetees sowie verdünnte Obstsäfte. Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke wie Schwarz- oder Grüntee sollten in Maßen zu sich genommen werden. Alkohol ist während der neun Monate gänzlich zu meiden. Aufgrund der veränderten hormonellen Situation ist auch die Darmfunktion beleidigt. Verstopfungen sind eine mögliche unliebsame Folge. Durch Bewegung, genug Trinken und ballaststoffreiche Kost kann dies aber vermieden oder gelindert werden: Früchte, gekochtes Gemüse, Vollkornbrot, Vollkornflocken, Müsli, Zwetschken, Pflaumen und Pflaumensaft bieten sich hierfür an.

Empfohlene Gewichtszunahme in der Schwangerschaft

  • Untergewicht (BMI: <18,5): 12,5–18,0 Kilo Gewichtszunahme
  • Normalgewicht (BMI: 18,5–24,9): 11,5–16,0 Kilo Gewichtszunahme
  • Übergewicht (BMI: > 25):7–11,5 Kilo Gewichtszunahme

40 Wochen Wohlgefühl?

Manche Frauen fühlen sich im schwangeren Zustand pudelwohl, andere leiden unter den körperlichen Veränderungen. Jede Schwangerschaft ist individuell anders, selbst bei ein und derselben Mutter. Eines ist jedoch sicher: Männer empfinden schwangere Frauen als besonders attraktiv.