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Lifestyle | 09.04.2020

Videochat: So gelingt der perfekte virtuelle Auftritt

Egal ob Sie ein Videostatement für eine Nachrichtensendung abgeben oder ins Online-Meeting mit Ihren Geschäftskontakten gehen, mit einigen einfachen Regeln und Tricks heben Sie Ihre Videopräsenz im Nu auf ein anderes Niveau.
 Hilfreich ist auch wenn Sie sich vorstellen, dass Sie Ihr eigener Kameramann, Ihre eigene Tontechnikerin, Ihr eigener Bildtechniker, Ihr eigener Ausstatter und Ihre eigene Masken- und Kostümbildnerin sind.

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© Daria Shevtsova/Pexels

1. Rücken Sie sich besser ins Licht

Dafür reicht meistens eine Veränderung des Winkels von Kamera zur Hauptlichtquelle. Sorgen Sie dafür, dass Ihnen dieses Licht* möglichst von vorn bis maximal 90° seitlich ins Gesicht fallen. 
 (* Fenster, Balkontür, Sonne bei Tageslicht oder Leuchten bei Kunstlicht) 
Fehlerquelle: Sie positionieren sich mit dem Licht im Rücken, das sorgt für scherenschnittartige Silhouetten bis hoffnungslos überstrahlten Hintergründen, weil die Automatik in der Kamerasoftware je nach Lichtmenge herunterregelt. Die Kamera also niemals gegen das Licht positionieren – immer mit.

 

2. Bringen Sie die Kamera auf Augenhöhe

Sowohl mit Tablets wie auch Laptops besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass die darin verbaute Kamera für eine Froschperspektive sorgt, wenn Sie darauf runterschauen. Das erzeugt nicht nur etwa ein unvorteilhaftes Doppelkinn, die Untersicht lässt Sie auch psychologisch völlig anders wirken – außer Sie wollen für andere als Riese erscheinen.  Stellen Sie also etwa Ihren Laptop auf einen Stapel dicker Bücher oder eine Laptophalterung – die Kamera leicht unter Augenhöhe ist empfehlenswert. Alternativ verändern Sie auch die Höhe Ihres Bürostuhls. Bei Computern mit fix verbauter Webcam wie einem iMac besteht dieses Problem nicht, weil die Kamera schon ungefähr auf Augenhöhe positioniert ist.

 

 

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© KM Film

3. Achten Sie auf die Bildkomposition

Setzen Sie sich richtig ins Bild: Teilen Sie das Bild (natürlich nur gedacht 😉 horizontal und vertikal in 3 Teile, das entspricht dem goldenen Schnitt und ergibt 4 Schnittpunkte, positionieren Sie Ihre Augen in einem der beiden oberen Punkte.
Vermeiden Sie klein und in der Mitte des Bildes zu sitzen – dort ist der sogenannte „point of losers“, sogar Chuck Norris oder Arnie würden dort verloren und schwach wirken.
Die „Einstellungsgröße“ definiert, wie groß Sie im Bild erscheinen, je nach Distanz zur Kamera. Am einfachsten bewegen Sie Tablets und Laptops an sich heran, Rechner mit eingebauten Webcams wie etwa iMac können genauso näher zum Sprecher gezogen werden bzw. rücken Sie setzen sich näher zum Gerät.

 

4. Vermeiden Sie Geräuschquellen 

Die starke Tonkompression – sowohl in punkto Datenrate als auch Dynamik – bei Videochats verzeiht relativ wenig. Schalten Sie also mögliche Geräuschquellen aus, etwa Radio oder Fernseher im Hintergrund, schliessen Sie evtl. auch Fenster mit Strassenlärm. So funktionieren eingebaute Mikrofone wesentlich besser. Wenn Sie professionell ausgestattet sind, können Sie auch ein professionelles Mikrofon als Tonquelle wählen und wirken dann akustisch wie ein Radiosprecher im Studio.

Tipp: Gesprächsdisziplin sorgt für angenehmere Unterhaltung für alle. Schalten Sie Ihr Mikrofon auf Stumm, wenn Sie längere Zeit nichts sagen, um nicht regelmässig unabsichtlich in den Fokus geschalten zu werden. Durch das Hantieren mit Headset-Mikros passiert das etwa regelmäßig.

 

5. Hintergrund macht Bild gesund

Sie glauben nicht, wie sehr sich Ihre Gesprächspartner für alles interessieren, was sich im Bildausschnitt befindet den Sie präsentieren. Checken Sie also im Webcam-Bildausschnitt was alles zu sehen ist und räumen Sie gegebenenfalls auf. Inszenierung ist natürlich zu vermeiden, Sie sind weder am Spielfilmset noch im Fernsehstudio, aber zerknülltes Papier oder tote Zimmerpflanzen lassen sich einfach wegräumen, genau wie mäßig lustiger Wandschmuck. Skype bietet auch die Möglichkeit den Hintergrund unscharf zu zeichnen, was auch edel aussehen kann. Wenn Sie bereits einen ansprechenden Hintergrund geschaffen haben, können Sie sich auch gern darin zeigen.
Es ist grundsätzlich auch schöner, wenn Sie hinter sich etwas Raum im Hintergrund lassen und sich nicht direkt vor eine Wand setzen, das wirkt optisch uninteressant und zu gedrängt – bietet dafür den Vorteil von meisten ruhigerem Hintergrund, um den Sie sich nicht kümmern müssen.

 

6. Ihr Auftritt

Für Sie ist es vielleicht der Platz, an dem Sie vor 30 Minuten noch Ihre Cornflakes verspeist haben, für Ihr Gegenüber ist es eine Live-Schalte in Ihr Wohnzimmer. Wenn Sie oben stehende Regeln beherzigt haben, sind Sie jetzt richtig ausgeleuchtet, mit Ihrem Gegenüber auf Augenhöhe, das Bild richtig komponiert, der Hintergrund entsprechend aufgeräumt – dem wollen Sie mit Ihrem Auftreten natürlich nichts nehmen. Pflegen und Kleiden Sie sich also fast wie bei einem Business Meeting.

Tipp: In der Zoom-App können Sie unter dem Kamera-Symbol links unten einen virtuellen Hintergrund wählen, ein Foto das Sie zB auf dem Mond zeigt oder auch ein Video auf einem verlassenen Sandstrand 🙂

 

Sie müssen bei weiterem nicht immer alle diese Tipps und Regeln befolgen, aber wenn Sie sich einmal einige Gedanken über Ihre Videochatsituation gemacht haben, gewinnen Sie und vor allem Andere in diesem Aspekt dauerhaft an Professionalität und Überzeugungskraft.

Artikel von Markus Kaiser-Mühlecker, KM Film