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People | 01.11.2016

Die SOKO Donau-Stars ganz privat

Über Herzensgeschichten, Tiefseetauchen, Fallschirmspringen und über harmlose Irren am Set plaudern wir mit Stefan Jürgens und Gregor Seberg.

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NERVENKITZEL MIT SCHMÄH. Stefan Jürgens und Gregor Seberg in Action (© Petro Domenig)

# Major Carl Ribarski

Stefan Jürgens

Er gibt im Film den Haudegen, seine Lieder und Texte sind sensibel; er ist ein leidenschaftlicher Vater, und er liebt gleichzeitig seine persönliche Freiheit; er verlässt gerne den sicheren Boden unter den Füßen, hebt ab beim Fallschirmspringen oder taucht ab beim Tiefseetauchen. „Alles immer möglich“ ist nicht nur der Titelsong seines aktuellen Albums – er lebt es auch.


Angelica Pral-Haidbauer: Nun bist du bereits im elften Jahr SOKO Donau ...
Stefan Jürgens: Ja, das ist erstaunlich. Also, die Lust ist nach wie vor da, die Chemie mit meinen Kollegen stimmt wunderbar, und auch wenn wir hier am Set keinen Scherz auslassen, so arbeiten wir doch akribisch. Bei den Drehbuchbesprechungen fliegen oftmals die Fetzen, aber am Ende kommt etwas Gutes raus. Außerdem gibt es mir mit der Drehzeit von etwa sechs Monaten die Möglichkeit, dazwischen meine eigenen Projekte zu verwirklichen, Musik zu machen, Texte zu schreiben…

 

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IM TALK. Mit Chefredakteurin Angelica Pral-Haidbauer. (© Viktória Kery-Erdélyi)

Als sehr politischer Mensch beziehst du als Musiker mit äußerst sensiblen Texten Position. In einem deiner Lieder heißt es „Kauf mir ein morgen“. Welches Morgen würdest du dir kaufen wollen?
Ein Morgen, in dem es nicht nur ums Kaufen geht. Unsere Welt ist so eingeteilt, dass sich selbst Organisationen oder gesellschaftliche Veränderungen nur ums Geld drehen. Wenn du dieses aufgerüttelte Europa anschaust, musst du erkennen, dass nicht men­schennahe gehandelt wird, sondern geldnahe. Das Wichtigste ist der Geldfluss, die Schnelligkeit von Geld. Letztes Wochenende habe ich während einer Online-Überweisung darüber gedacht, wie es früher war, als wir dafür noch zur Bank gegangen sind. Natürlich ist es bequemer geworden, aber dahinter steht in erster Linie die Sucht der Marktmenschen, die Flüsse schneller zu machen – und da muss man sich wohl auch selber schon miteinschließen. In letzter Instanz, in der letzten politischen Entscheidung, geht es immer ums Geld – auch in der Flüchtlings- und Bankenkrise, denn die Märkte schauen nicht auf den Verbraucher, sondern auf den Umsatz. Und so dreht sich unser ganzes Leben in fast allen Bereichen, außer den zwischenmenschlichen, die man für sich selbst noch durchsetzt, wo man noch Flagge zeigen und Paroli bieten kann, überall nur mehr ums Geld. Da muss man kein Schwarzmaler sein, um zu wissen: Das ist dem Untergang geweiht, das kann nicht funktionieren.


Du bist ein absoluter Familienmensch, Vater von vier Kindern. Deine Töchter Pauline und Melissa werden Schauspielerinnen, Lisa Fotografin und dein Sohn Moritz wird Arzt.
Als die Kinder klein waren, haben wir auf Ibiza gelebt – dann, in den Jahren in Deutschland, als ich noch „Samstag Nacht“ gemacht habe oder noch viel auf Tour war, waren die Kinder immer dabei. Das hat sie wohl für den Künstlerberuf begeistert – also irgendwas hab ich falsch gemacht (lacht).


Du definierst dich selbst gerne als einen Lustmenschen. Das wäre …
Lust ist die Verbindung von Ungewohntem, Aufregendem und Angenehmem.

#Oberstleutnant Helmuth Nowak

Gregor Seberg

Viktória Kery-Erdélyi: Du bist das elfte Jahr bei SOKO Donau. Was hält dich so lange?
Gregor Seberg: Auf der einen Seite ist es meine Unfähigkeit, den Taten ins Auge zu schauen, und zu merken, wann es Zeit ist zu gehen. Auf der anderen Seite kommt es mir nicht so lange vor. Außerdem: Es ist ein lässiges Team! Und es ist nichts, wofür man sich genieren muss; das macht man nicht nur, damit die Miete gedeckt ist, sondern auch, weil man das Gefühl hat, was man da macht, ist halbwegs ok.


Ihr verbringt viel Zeit miteinander. Wie geht ihr mit Konflikten um?
Durch eine Fügung, die vielleicht von Gott kommt, den es ja nicht gibt, sind hier lauter Leute, denen man nicht aus dem Weg gehen will. Wir haben schon mal Auffassungsunterschiede, aber die besprechen wir. Es ist ein gegenseitiges Befruchten.


Das klingt gut …
Ja, wenn ich mir da jetzt zuhöre, denke ich mir: Wahnsinn, in welchem Werbeprospekt hast du das jetzt gelesen?! Wir sind auch alle mit Humor ausgestattet, das hilft auch.


Das ist auch ein Markenzeichen der Serie?
Unbedingt! Bei allem, wo ich dabei bin, kann es nicht todernst sein, das halte ich nicht lange aus. Von manchen hier würde ich sogar behaupten, dass sie an der Grenze zum Wahnsinn sind. Der hier zum Beispiel ist hardcore geistesgestört ... (zeigt auf einen Kollegen am Set), aber total lieb. Aber einen
Klescher hat er (lacht).

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Interview am SET. Redakteurin Viktória Kery-Erdélyi

Er läuft noch frei herum?
Ja, ohne Leine.


Was machst du abseits von SOKO?
Mein Kabarett mit dem schönen Namen „Honigdachs“, weil das so ein tolles Viech ist. Und auf Puls 4 läuft „Sebergs bestes Stück“. Und „Bist du deppert“ machen wir auch (Comedyformat, Anm.). Kann mich nicht beklagen. Man darf nie vergessen, dass es viele Kollegen gibt, bei denen es nicht gut läuft, die aber mehr Berechtigung hätten als ich.


So selbstkritisch?
Ja, sehr. Es gibt so viele gute Leute.


Wie ist dein privater Status quo: Beziehung, Kinder?
Ich habe keine Kinder, was schade ist.


Glücklich in einer Beziehung?
Glücklich in einer Beziehung. (kurze Pause) Ich interessiere mich nicht wahnsinnig dafür, wer sich gerade scheiden lässt. Und ich finde es auch nicht wahnsinnig interessant, darüber zu reden, von wem ich mich nicht scheiden lasse.


Das Thema Flüchtlinge liegt dir am Herzen ...
Wenn jemand in Not ist, dann hat man ihm zu helfen. Die Menschen könnten auf der Fahrt übers Meer sterben, aber wenn sie dort bleiben, wo sie sind, sterben sie täglich fünfmal. Leute, die sagen, Hauptsache, mir geht‘s gut und hinter meinem Zaun sollen sie verrecken, würden nicht davor zurückscheuen, als nächstes dich als Opfer zu wählen. Das sind schlechte Menschen.


Du machst dich auch für Tierschutz stark?
Ich mag es nicht, wenn die Stärkeren den Schwächeren etwas tun. Wenn jemand aus Sadismus oder für einen schönen Mantel Tiere quält. Wer Respekt vor Tieren hat, ist ein besserer Mensch.