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People | 08.05.2015

Ein Starkoch mit einer Prise Rockstar

Er will ein Kerl sein, kein Waschlappen. Aber als stolzer Vater zweier Mädchen ist er sicher kein Sexist, sagt Steffen Henssler. Und wie seine Karriere begann? Mit einem Lottogewinn. Und der war geplant.

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Kochlöffelakrobat mit Witz (© www.philipprathmer.de)

Zum Interview treffen wir uns im Wiener Hotel Triest. Wir, das sind meine Wenigkeit als Redakteurin der Niederösterreicherin, und ein kleiner Stab an PR- und Management-Leuten. Als ambitionierter Koch mit dem Spezialgebiet Sushi hatte Steffen Henssler in Hamburg seine Laufbahn gestartet, durchs Fernsehen wurde er zum Star. Die vierte Staffel von „Grill den Henssler“ flimmert bei VOX über den Bildschirm; mit seiner „Hamburg, New York, Tokio – meine kulinarische Weltreise“ ist er gerade auf Tour. Die Uhr tickt, ein ganzer Haufen Augenpaare sind auf mich gerichtet, während ich Block und Stift herauskrame. Steffen Henssler knabbert an einem Weckerl, offenbar vom Bäcker nebenan. Bodenständig. Sympathisch. Wir switchen schnell auf ein Du. Und letztendlich darf auch jede Frage, auch die privaten, gestellt werden – das Team und er bleiben entspannt...

 

Wolltest du als Kind Rockstar oder Starkoch werden? Ich hab’ gelesen, du lernst E-Gitarre.
Es ist mittlerweile von E-Gitarre auf Schlagzeug übergegangen – aber ich mache eine kreative Pause (lacht). Gastronomie war schon klar, aber ich fand Rockmusik schon immer geil. Deswegen versuche ich da ein bisschen nachzuholen. Aber der Erfolg lässt zu wünschen übrig. Ich habe meiner Tochter etwas vorgespielt, ihr Gesichtsausdruck sprach Bände. Vielleicht habe ich zu früh aufgegeben. Meine Idee war tatsächlich, dass ich mich selbst begleite, wenn ich auf Tour bin. Aber da bin ich weit davon entfernt. Das wäre schon ein Traum: mit der Gitarre auf die Bühne rauskommen (macht enthusiastisch die Luftgitarre).

Du hast deine Sushi-Ausbildung mit einem Lottogewinn finanziert. Wie kam es dazu?
Ich habe immer gerne Sushi gegessen, schon in Hamburg. Ein Gast, eine Frau hatte mir einmal gesagt, wenn du in den USA bist, in San Diego, geh ins „Sushi on the Rock“. 1993 habe ich tatsächlich dort gegessen. Es hat mich geflasht. Das Sushi war anders. Es war warm, es waren andere Saucen... Alter Schwede! Von dem Tag wusste ich, dass ich auch mal eine Sushi-Bar haben werde. Ich hatte immer wieder versucht Fuß zu fassen, aber die Japaner sind sehr verschwiegen. 1998 hörte ich von einer Sushi-Schule in Los Angeles – 5000 Dollar. Die Bank hat mich ausgelacht, also habe ich angefangen Lotto zu spielen. Ich spielte System, gewann 44.000 Mark, beglich meine Schulden und investierte den Rest in meine Ausbildung.

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(© www.philipprathmer.de)

Es ist eine Sache, ein witziger Spitzenkoch zu sein. Eine andere auch im Fernsehen und vor großem Live-Publikum anzukommen. Wie kamst du dazu?
Zufall. Ich habe das Restaurant „Henssler Henssler“ 2001 eröffnet, mit meinem Vater – und zwar am 7. September. Danach kam 9/11, da ging niemand essen; wir hatten echt Anfangsschwierigkeiten. Aber wir haben uns durchgekämpft. Nach einem halben Jahr lief es richtig gut. Ich hatte im Sternerestaurant gelernt und mischte das mit Sushi und amerikanischen Einflüssen. Es war ein ganz eigener Stil. Daraufhin lud mich der NDR-Fernsehkoch Rainer Sass zu sich in die Sendung ein – vor genau zehn Jahren.  Ich war sonst keiner, der den großen Zampano gemacht hat, aber ich habe mich gleich wohl gefühlt vor den Kameras, hatte keine Scheu. So folgte eine Einladung der anderen, bis ich eigene Sendungen bekam. Die Kamera hat die Büchse der Pandora geöffnet.

Dein Privatleben gestaltet sich offenbar spannend: Einmal verheiratet, geschieden, anschließend zwei Mädels aus zwei unterschiedlichen Beziehungen... Wie ist dein Status Quo?
Ich bin gut drauf (lacht). Ich bin sehr glücklich mit meinen Kindern. Und ja, ich habe eine Freundin.
Ist das die Dame, die Vegetarierin ist?
Ja, das ist sie.
Und was kochst du ihr?
Na, Gemüse (lacht).

Dir wird immer wieder vorgeworfen, du seist ein Macho, würdest in deinen Shows sexistische Sprüche klopfen. Was sagst du zu diesem Image?
Ich bin far away, ein Macho zu sein. Ich bin ein Kerl, kein Waschlappen und benutze auch kein Parfum. Aber ich bin kein Sexist. Ich habe einfach Spaß daran, die Leute ein bisschen auf den Arm zu nehmen, ein Klischee zu füttern und zu gucken, was daraus wird. Aber ich habe vor einer Frau genauso viel Respekt wie vor einem Mann. Meine größten Mädels sind meine zwei kleinen Töchter.

Das ganze Interview mit Steffen Henssler lest ihr in der Mai-Ausgabe der Niederösterreicherin!

 


Steffen Henssler im Fernsehen & live in Österreich

„Hamburg, New York, Tokio – meine kulinarische Weltreise“ geht auf Grund des großen Erfolges in die zweite Runde. Steffen Henssler gastiert mit seiner Live-Kochshow zwei Mal in Österreich:

29. November 2015, Wien Stadthalle

30. November 2015, Graz Stadthalle

Dabei schwingt der Starkoch nicht alleine den Kochlöffel, auch Zuschauer dürfen auf die Bühne. Zubereitet werden ein frischer Burger und ein saftiges Steak ebenso wie asiatische Gerichte und Vegetarisches zum Nachkochen; gewürzt wird die Show mit Musik und Hensslers pointenreichen Reiseberichten. „Der Hamburger Flachs passt auch gut mit dem Wiener Schmäh zusammen“, lacht er.

Auf die Bildschirme daheim kommt er etwa mit der vierten Staffel der VOX-Show „Grill den Henssler“; zudem ist eine weitere Staffel von „Der Restauranttester“ bei RTL geplant.

Tickets und Infos: www.steffenhenssler.de