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People | 11.08.2015

Ihr Sieg, sein Erfolgsgeheimnis

Star-Winzer Leo Hillinger coachte die nö. Kirchenwirtin Brigitte Sattmann zum Sieg – bei der PULS 4-Show "Dorf braucht Wirt". Seine persönliche Lebensgeschichte, wie er es schaffte, einen verschuldeten Weinhandel zu einem erfolgreichen Imperium auszubauen, verriet er im Interview

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Siegerduo: Kirchenwirtin Brigitte Sattmann und Coach Leo Hillinger (© Andreas Tischler/PULS 4)

In der PULS 4-Sendung „Dorf braucht Wirt! Die große Wirtshaus-Belebung“ bekamen drei Wirte einen Coach zur Seite gestellt und traten in sieben Folgen gegeneinander an. Leo Hillinger griff der Quereinsteigerin Brigitte Sattmann, die den „Kirchenwirt“ im niederösterreichischen Niederabsdorf führt, mit Tipps und Tricks unter die Arme. Coach und Schützling ergänzen sich perfekt, denn die Schwachstelle der einen ist genau die Stärke des anderen – das Marketing. Zudem teilen sie die Leidenschaft für die Gastronomie. Im Interview gibt der smarte Winzer einen Einblick in sein Business.

 Sie haben mit 21 Jahren den Weinhandel Ihres Vaters übernommen und hatten 400.000 Euro Schulden. Wie haben Sie es geschafft, daraus eines der größten privaten Weingüter Österreichs zu machen?
Konsequenz, Konsequenz und noch einmal Konsequenz. Sie erreichen mich gerade am Flughafen in Zürich. Ich bin 280 Tage im Jahr nicht zu Hause, stehe täglich um halb fünf Uhr Früh auf und arbeite bis Mitternacht.

Sie haben mit Schulden begonnen, Weingärten gekauft und stetig investiert. Ist es heute noch so einfach wie damals, Kredite von den Banken bekommen?
Nein, überhaupt nicht. Dank ihrer Risikomanager haben die Banken die Hosen voll. Das ist ein großes Problem für die Wirtschaft.

Wie ist die Marke Hillinger entstanden?
Durch meine Arbeit und durch meine Person. Es hat die Marke Hillinger nicht gegeben und ich habe damals auch kein Geld für Marketing gehabt. Ich bin in die Restaurants vorne reingegangen, sie haben mich rausgeschmissen, dann bin ich hinten wieder reingegangen. So lange, bis sie meinen Wein gekauft haben. Es darf einem nix zu blöd sein.

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"Wer keine Kritik verträgt, ist kein guter Mitarbeiter", ist Hillinger überzeugt (© Andreas Tischler/PULS 4)

Wie schaut eine Arbeitswoche bei Ihnen aus?
Das will ich Ihnen gar nicht sagen, da wird Ihnen schlecht. Normalerweise bin ich zwei bis drei Mal im Ausland unterwegs. Grundsätzlich beginnt mein Tag um halb fünf Uhr in der Früh. Um sieben Uhr kommen meine Mitarbeiter und wir besprechen, was gemacht werden muss. Anschließend fahre ich zu meiner Familie frühstücken. Dann geht es in den Weingarten, ich habe Termine und so weiter. Das geht bis spät in die Nacht hinein.

Sie betreiben sieben Shops. Sind noch weitere in Planung?
Das kommt immer auf ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis bei den Mietpreisen an. Mittlerweile werden mir aber die Locations für Shops angeboten und ich muss mich nicht mehr auf die Suche machen.

Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie und wie ist Ihr Führungsstil?
Derzeit beschäftige ich 80 Mitarbeiter. Die Mitarbeiter sind für mein Unternehmen unerlässlich, sie sind wie meine Familie. Ich lebe nach dem Motto: „Die Leute gut zahlen und gut behandeln“.

Sie haben zwei Kinder, wie viel Zeit bleibt für die Familie?
Nicht sehr viel. Aber unsere gemeinsame Zeit, verbringen wir sehr intensiv miteinander. Ich bin sehr konsequent darin, wie ich mit der Zeitgestaltung mit meinen Kindern umgehe.

Vor kurzem bewältigten Sie in Südafrika das härteste Mountainbike-Rennen der Welt (Cape Epic, 748 Kilometer und 16.000 Höhenmeter) und haben in Weiden am See mit Geschäftspartnern einen Radshop eröffnet. Wie wichtig ist Ihnen Sport?
Ohne intensives Betreiben von Sport könnte ich meinen Job körperlich gar nicht aushalten. Ich habe viele Termine mit Mittag- und Abendessen und ich gehe grundsätzlich spät ins Bett. Abschalten und einmal keinen Alkohol trinken ist für mich sehr wichtig. Das kann ich am besten indem ich Sport betreibe.

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(© PULS 4)

Wie gefiel es Ihnen Wirte-Coach zu sein?
Mein Schützling, die Brigitte Sattmann, ist eine Super-Wirtin, die sehr gut ausführt, was ich ihr sage. Das ist verdammt wichtig. Wenn jemand gute Ratschläge nicht annimmt oder für den Job nicht geeignet ist, kann man machen was man will, es wird nicht funktionieren.

Wo muss Kirchenwirtin Brigitte Sattmann ansetzen, um erfolgreich zu sein?
Ganz wichtig ist, dass sie Arbeit abgibt. Sie kann nicht alles selber machen. Sie muss darauf schauen, dass sie bei den Gästen ist, dass alles sauber ist und der Betrieb gut läuft.

Fällt es Ihnen schwer Kompetenzen abzugeben?
Nein, weil ich ein guter Unternehmer bin und meine Leute zum selbstständigen Arbeiten motiviere. Man muss dabei sehr diplomatisch vorgehen, dann funktioniert das auch sehr gut.

Wie sieht es mit Kritik aus?
Wer keine Kritik verträgt, ist kein guter Mitarbeiter. Ich muss ja selber auch Kritik ertragen.

Wie wichtig ist ein Wirtshaus für ein Dorf?
Das ist sehr wichtig, weil ein Wirtshaus der Kommunikationsplatz für einen Ort ist. 

Nach Ihrem Auftritt als Jury-Mitglied in der Puls 4 TV-Show „2 Minuten, 2 Millionen“ folgt nun „Dorf braucht Wirt“. Wie viel Zeit nehmen die Drehs in Anspruch?
Die Dreharbeiten sind nicht so aufwändig, sonst könnte ich das ja gar nicht machen. Bei „Dancing Stars“ könnte ich zum Beispiel aus zeitlichen Gründen nicht mitmachen. Alles was für mich interessant ist und mit Sport zu tun hat, mache ich gerne. Ich würde nie etwas tun, nur damit ich ins Fernsehen komme. Das habe ich nicht mehr notwendig.