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People | 16.01.2015

Bianca Schwarzjirg: Ganz schön schlau

Die Moderatorin über ihre Multikulti-Wurzeln, eisige Mutproben und heiße Shootings

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Bianca Schwarzjirg in Alwa Petroni (© Chris Ecker)

Schon als Volksschulkind kritzelte sie in die Stammbücher, dass sie Fernsehsprecherin (oder Rennfahrerin) werden wollte. Schließlich legte sie – parallel zum Publizistik-Studium – einen rasanten Start hin: unter anderem als Moderatorin bei Super RTL, bei Sat1 und Krone Hit-Radio und schließlich bei PULS 4. Dort erlebt man sie nun morgens strahlend beim Frühstücksfernsehen und bis vor Kurzem abends charmant und streng als Jurymitglied und Live-Moderatorin bei „Austria’s next Topmodel – Girls & Boys“: Bianca Schwarzjirg, das Energiebündel aus Niederösterreich, im Interview mit der Niederösterreicherin.

 

Du warst diesmal vom Anfang bis zum Schluss bei „Austria’s next Topmodel“ dabei. Modelcastingshows polarisieren. Es wird kritisiert, dass junge Leute verheizt werden, dass zu viel Intimsphäre gezeigt wird... Wie siehst du das?

Ich finde alles spannend, was polarisiert, weil es bedeutet, dass es Ecken und Kanten hat. Aber: Es sind junge Menschen, die selbst entscheiden, das zu machen. Einige wollen ins Fernsehen, andere Model werden.  Welchen Schritt man geht, um dorthin zu kommen, ist jedem selbst überlassen. Es ist eine Fernsehshow, das wissen die Leute, die sich darauf einlassen. Es werden Geschichten rundherum erzählt, es geht um Fashion, Lifestyle, Make Up. Und es ist für die Kandidatinnen und Kandidaten eine Möglichkeit, ganz schnell in eine Welt einzutauchen, wo sie normalerweise viel länger brauchen würden.

 

Du kommst aus einer Multikulti-Familie. Deine Mama ist kroatisch-italienische Psychotherapeutin, dein Papa Unternehmer mit schwedischen Wurzeln. Wie bist du aufgewachsen?

Ich bin in Tullnerbach, einem kleinen Ort im Wiener Wald, aufgewachsen. Mein Papa spricht nicht Schwedisch, meine Mama dafür unfassbar viele Sprachen. Ich habe mit meinem Vater deutsch, mit meiner Mutter kroatisch gesprochen. Mit fünf habe ich das dann plötzlich abgelehnt. Erst mit dem Eintritt in die Uni habe ich gemerkt, dass es ein Teil von mir  ist, es sind meine Wurzeln. Also habe ich wieder angefangen Kroatisch zu lernen und ich bin im Sommer auch sehr oft in Kroatien.

 

Könnten wir dieses Gespräch auf Kroatisch führen?

(Es folgt ein kroatischer Satz mit einem herzlichen Lachen) Ich könnte ein paar Fragen beantworten. Aber meine Mama sagt immer, es klingt wie wenn ein Araber Italienisch spricht. Es klingt nicht gut, aber ich kann sagen, was ich sagen möchte (lacht).

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(© Chris Ecker)

Wie ist dein Verhältnis zu deinen Eltern?

Wenn ich nicht gerade arbeiten, Ski fahren oder am Meer bin, dann bin ich am Sonntag zum Mittagessen immer bei meinen Eltern in Niederösterreich. Es ist so schön, denn dort gibt es noch immer mein Zimmer – unberührt, genauso wie es früher war.

 

Du und deine Schwester Sasa Schwarzjirg habt eine ähnliche Laufbahn; ist Konkurrenz für euch ein Thema?

Meine Schwester ist sechs Jahre jünger und als sie in der Pubertät war und ich schon erwachsen, hatten wir tatsächlich eine Phase, in der die Fetzen flogen. Dann ging jede ihre Wege und im Endeffekt sind wir eben bei einer ähnlichen Sache gelandet. In den letzten Jahren ist unser Verhältnis sehr eng geworden. Und warum ich heute ein bisschen müde dreinschaue? Weil ich gestern bis halb eins mit meiner Schwester geplaudert habe, obwohl sie sich eigentlich nur ein Kleid ausborgen wollte (lacht).

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(© Chris Ecker)

Du hast eine Kampagne mit Palmers und Coca Cola zur Herzinfarktvorsorge bei Frauen gemacht – als Testimonial im roten BH. Eine Herzensangelegenheit?

Ich finde es toll, wenn ich mich für caritative Zwecke einsetzen kann. Ich wusste nicht, dass Herzinfarkt bei Frauen die zweithäufigste Todesursache ist. Und das obwohl ich auch beruflich jeden Tag wahnsinnig viel lese. Da war für mich schnell klar, dafür möchte ich stehen: für eine Bewusstseinskampagne, damit die Leute zur Vorsorge gehen.

 

Du hast dich aber auch für eine ganz andere Sache ausgezogen: für das Titelblatt vom Playboy...

Ich hatte die Anfrage für den ersten österreichischen Playboy bekommen. Das ist schon eine Ehre. Meine Eltern waren eigentlich auch cool. Mein Papa hat gesagt: Jetzt bist du bei deiner Karriere dort, wo du sein möchtest. Du ziehst dich nicht aus, weil du Aufmerksamkeit erregen möchtest. Und es war wirklich ein tolles Team. Ich durfte mir die Fotografin aussuchen, bei der Auswahl mitreden. Ich dachte mir: Das sind oben ohne Fotos – so bin ich am Strand genauso. Ich war dann mit dem Endprodukt auch zufrieden: Es sind sehr ästhetische Bilder, die ich auch meinen Enkelkindern zeigen werde.

 

Du hast offenbar auch „Fans“, die nur darauf warten, dass dir das Kleid einen Zentimeter hochrutscht oder du die Beine übereinander schlägst. Da gibt es Videos auf YouTube. Wie denkst du über so etwas?

(Seufzt) Meine Mama hat mir das gezeigt, weil sie mich regelmäßig googelt. Ganz ehrlich: Wenn es die Leute glücklich macht, sollen sie es machen. Sie werden immer irgendetwas finden, was sie besonders toll finden. Ich bin ja auch nicht die Einzige, über die solche Videos existieren.

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(© Chris Ecker)

Du hast für deine Reportagen schon sehr viele actionreiche Sachen gemacht – du hast Football gespielt, bist von Klippen gesprungen... Welche war die mutigste Aktion?

Eisklettern in Bad Gastein. Das war ein 40 Meter hoher, zugefrorener Wasserfall. Ich wusste vorher nicht, dass ich Angst vor Höhe habe. Und ich war natürlich gesichert, aber ich hörte ständig das Eis unter meinen Füßen knacken und spürte kleine Eisstücke wegbrechen... Ich habe echt nach zwei Metern gesagt: Muss ich noch weiter? Aber dann hat mich der Ehrgeiz gepackt und ich bin 15 Meter raufgeklettert. Das hatte ich für Café Puls gemacht – aber das war auch mein Vorschlag (lacht). Und es war ja cool, ich hatte einen totalen Adrenalinschub. Aber ich weiß nicht, ob ich das noch einmal machen würde.

 

Wordrap

Mein größter Traum... glücklich und zufrieden sein.

Traurig macht mich... Eifersucht.

Peinlich ist mir... fast nichts (lacht).

Ich liebe Dich sage ich, ...wenn ich jemanden aus tiefstem Herzen liebe.

Vor zehn Jahren war ich... noch nicht da, wo ich heute bin.

In zehn Jahren werde ich... mehr Falten haben.

Ich sage niemals... das geht nicht.

Das schönste Lied... Im Moment ist es „Fade out Lines“ von The Avener.

 

 

Text: Viktória Kery-Erdélyi

Produktion: Angelica Pral-Haidbauer, Viktória Kery-Erdélyi

Fotos: Chris Ecker, Foto-Assistenz: Michelle Müller

Mode: Alwa Petroni / Cover: Just Eve / Schuhe: Natalie Rox

Style und Make Up: Dirk Nebel mit Produkten von Urban Decay