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People | 15.03.2018

Eine erfolgreiche Handschrift

Brigitte Brunner stammt aus Bayern, lebte in Norddeutschland und Prag. Seit September 2014 bekleidet sie als Geschäftsführerin von Penny Austria eine weitere Spitzenposition.

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(© PENNY)

Frau Brunner, welches waren Ihre Entscheidungskriterien diese Aufgabe zu übernehmen?
Ich fand die Herausforderung, ein Handelsunternehmen dieser Größe zu führen, sehr spannend. Österreich ist ein sehr kompetitiver Markt, der einem viel abverlangt und eine extra Portion Kampfgeist und Kreativität erfordert, um gut zu bestehen. Das hat mich sehr gereizt.


Welche Innovationen haben Sie im Bezug auf eine Neupositionierung unternommen?
Die Positionierung von PENNY war gut ausgearbeitet, aber die Umsetzung für die Kunden nicht ausreichend sichtbar. Wir haben unsere Märkte weiter umgebaut, insbesondere die frischen Sortimente attraktiver präsentiert und das wöchentliche Flugblatt – unser wichtigstes Kommunikationsmedium – klarer strukturiert, um die Angebote geschmackvoller hervorzuheben.


Gab es bei Ihrem 1.900 Artikel starken Angebot einen Imagewandel bezüglich regionaler Produkte?
Wir haben als einziger Diskonter in über 200 Filialen noch einen Fleischhauer. So können wir ein frisches und regionales Angebot sicherstellen. Auch für Obst und Gemüse haben wir regionale Lieferanten und können unter unseren Eigenmarken „echt bio“ und „Ich bin Österreich“ jederzeit frische Produkte anbieten.


Im Oktober 2017 haben Sie erstmals den „Ich bin Österreich-Award“ übergeben. Wie wurde dieser Anreiz angenommen?
Wir haben uns über die positive Resonanz sehr gefreut. Es hat uns gezeigt, dass die Lieferanten gerne für und mit uns innovative Produkte entwickeln, die unsere Kunden begeistern. Und: Die Preisverleihung auf der Wiener Wies‘n war ein tolles Event!


Ist in Ihrem Führungsstil eine „weibliche Handschrift“ sichtbar?
Ich finde es vor allem wichtig, dass eine erfolgreiche Handschrift sichtbar wird: Wir haben mehr Kunden, die Zufriedenheit ist gestiegen und natürlich müssen auch die Zahlen stimmen. Mir ist es wichtig, offen, ehrlich und verlässlich zu sein. Ich glaube daran, Mitarbeiter selbstständig arbeiten zu lassen und sie dort zu unterstützen, wo sie es wollen oder brauchen. Ob das besonders weiblich ist, sollen andere bewerten.


Welche Eigenschaften braucht Frau, um so weit zu kommen?
Lebenslange Lernbereitschaft und viel Stehvermögen – man darf sich von Niederlagen nicht aus der Bahn werfen lassen. Ich habe Spaß daran, mich mit anderen zu messen und will besser sein. Für stille Mauerblümchen, die entdeckt werden wollen, ist unser Business leider nicht geeignet.
Wie schaffen Sie als Mutter von drei Töchtern den Spagat zwischen Familie und Job?
Mit einem Mann, der bereit ist, mehr als nur seinen „fair share“ beizutragen. Außerdem hat ein Management Job auch besondere Privilegien, so gibt es Geld, um sich von bestimmten Hausarbeiten auch „freizukaufen“. Auf der anderen Seite musste ich aber auch aushalten, nicht jeden „ersten Schritt“ meiner Kinder live mitzuerleben.


Wie können Sie am besten entspannen?
Einfach mit der Familie zusammen zu sein oder beim Sport. Ansonsten koche ich auch sehr gerne und mache Sudoku.


Stichwort Internationaler Weltfrauentag. Welches sind Ihre Gedanken dazu?
Ich würde mir wünschen, dass sich mehr Frauen der Herausforderung eines Management Jobs stellen und glaube an eine Quotenregelung. Das Allerwichtigste ist aber, dass jede Frau den Weg geht, der für sie und das, was sie im Leben erreichen möchte, richtig ist.