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People | 09.04.2018

Beflügelt & geerdet

Österreichs Milleniums-Miss ist mit ihren 33 Jahren und 18 Jahren Model-Erfahrung besser im Geschäft als je zuvor – zugleich ist sie auch Botschafterin des „Wings for Life World Run“. Als LT1-Moderatorin steht sie im Scheinwerferlicht, daheim bäckt sie Dino-Torten. Wie heißt es so schön: „The mirror has two faces.“ In einem sehr persönlichen Gespräch werfen wir einen Blick auf die Backstage-Seite einer außergewöhnlichen Frau: Patricia Kaiser.

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(© AQILA-PICTURE)

Das Glücks-Gen in der DNA. Als ich Patricia Kaiser am Vorabend unseres Covershootings in ihrem Heim in Maria Enzersdorf anrufe, liegt ihr Handy auf Lautsprecher am Küchentisch – denn sie braucht beide Hände zum Teig machen. „Mein Sohn hat sich zum Geburtstag eine Dino-Torte gewünscht, gefüllt mit Autos, Dinos, Smarties, Gummibären und Co. Also ich muss gerade sehr kreativ sein“, lacht sie und ich kann mir unsere Miss Austria, leicht umweht von Mehl und Staubzucker, bildlich vorstellen. „Drei Torten backe ich heute. Ich bin ja eine heimliche Zuckerbäckerin, das macht mir Spaß!“ An Tagen wie diesen, wenn der dritte Geburtstag von Luca ansteht, denkt sie gerne an ihre eigene Kindheit zurück. „Ich habe eine sehr gute Erdung von meinen Eltern geschenkt bekommen. Sie haben mir die schönste Kindheit geboten – bodenständig, ohne irgendwelche Flausen. Seit ich mit 15 Jahren mit dem Modeln begonnen habe, haben sie mich in meinen Entscheidungen nicht eingeschränkt, sondern unterstützt. Natürlich haben sie Dinge hinterfragt, aber dabei immer meinen freien Willen gefördert, weil sie bald meinen Zugang zum Leben erkannt haben: Selbstbestimmt zu sein, sich klar ausdrücken zu können, sagen, das will ich und das will ich nicht.“ Diese Haltung gibt sie auch Tochter Lena (5 1/2) und Sohn Luca (3) mit. Neben dem Urvertrauen, welches sie als auch ihr Ehemann, der Profi-Fußballer Daniel Wolf, von ihren Eltern mitbekommen haben. „Dieses Vertrauen weitergeben zu können ist ein großer Schatz“, bringt sie die Prioritäten ihrer gemeinsamen Erziehungsarbeit auf den Punkt. „Der Rest geht nach Gefühl – und mit viel Sport.“ Patricia Kaiser, eine Frau, die Fröhlichkeit und Wärme ausstrahlt und sagen kann: „Das Leben hat mir geschenkt, was ich mir immer gewünscht habe. Eine Familie und einen Mann, der mich liebt. Dabei ist mir aber auch die Abwechslung mit meinem Job sehr wichtig, um mich selber zu verwirklichen und meinen Teil zum gemeinsamen Glück beitragen zu können.“

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(© AQILA-PICTURE)
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Kraftquelle Sport. „Seit ich zweieinhalb Jahre alt war, war ich in einem Verein und habe Sport betrieben“, erzählt sie von ihrem Leben als aktive Sportlerin. 2004 wurde sie österreichische Meisterin im Speerkampf und Vizemeisterin im Siebenkampf.  Ihre Leichtathletik-Karriere hat sie 2009 nach dem zweiten Platz im Europacup aufgegeben, „weil es mir egal war, ob ich Erste oder Zweite war. Das war für mich Grund genug, mit dem Leistungssport aufzuhören. Was nicht heißt, dass mich der Sport nicht durch mein Leben begleitet, er ist Teil meines Lebens.“ Gelehrt hat sie der Sport „den Respekt vor sich selber, sich etwas Gutes zu tun und auf sich zu schauen. Es ist wichtig, bei sich anzufangen, ein Ziel zu haben, dafür zu arbeiten und zu kämpfen. Und wenn ich es nicht schaffe, dann probier‘ ich es weiter oder suche mir ein neues Ziel – egal, ob beim Modeln, in der Moderation oder im Privatleben. Sport ist positiv, hat nichts Negatives. Das gilt zum Glück auch für mein persönliches Umfeld. Sport heißt auch nicht, immer Hochleistung zu erbringen, sondern einen Begleiter im Leben zu haben. Für mich, wie für jeden von uns, gibt es auch schlechte Phasen, aber durch den Sport kann ich dann viel freiere Gedanken fassen. Dann sag ich mir: Okay, so ist es jetzt, und jetzt arbeite ich daran, dass es besser wird.“

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Wings for Life World Run. Wenn am Sonntag, dem 6. Mai, weltweit 100.000 Läuferinnen und Läufer beim wohl ungewöhnlichsten Rennen gleichzeitig losrennen, startet auch Patricia Kaiser, die Botschafterin des „Wings for Life World Run“. Mit welchem Gefühl sie an den Start geht? „Im fünften Jahr ist der Lauf natürlich schon etwas eingespielter, trotzdem bist du nervös, weil du ja selber mitläufst. Ich persönlich stecke mir jedes Jahr größere Ziele und mittlerweile bin ich beim Halbmarathon angelangt“, wobei ihr die Freude am bevorstehenden Adrenalinkick bereits anzumerken ist. „Seit einem halben Jahr trainiere ich für den Lauf, was es für mich noch intensiver werden lässt. Ich weiß ja nicht, schaffe ich es oder nicht! Am Tag X spürst du dann diese unglaubliche Energie am Start, wenn alle gemeinsam für das Ziel laufen, die Rückenmarksforschung voranzutreiben und Querschnittslähmung heilbar zu machen. Der weltweite Gedanke ‚Laufe für die, die es nicht können‘ und die Tatsache, dass ein jeder – egal, wo gerade er auf dieser Welt ist – einen App-Lauf starten kann und bei der Wertung dabei ist, das verbindet schon sehr. Und eine Erfahrung hab‘ ich auch gemacht: Du kommst mit Sicherheit weiter, als du geglaubt hast!“ 

„Das Leben zeigt dir immer wieder versteckte Botschaften, sei es in einer Beziehung, in einer Begegnung oder im Berufsleben. Diese Zeichen zu sehen und zu wissen, was man nicht will, ist ganz wichtig.“

- Patricia Kaiser

 

Produktion: Angelica Pral-Haidbauer
Fotograf: Chris Ecker/Aqila-Picture
Organisation: Verena Strunz/Aqila-Picture
Hair & Make-up: Dirk Nebel
Styling: Nina Kepplinger