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People | 18.07.2018

Die Springschnur war ihr erstes Mikro

Sie produziert Filme, fotografiert, moderiert, designt Armbänder und arbeitet mit Künstlern wie James Cottrial, Julian Le Play oder „Die Mayerin“ zu­sammen: die Purkersdorferin Nina Saurugg im Porträt.

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ZAUBERHAFT VIELSEITIG. Nina Saurugg ist Moderatorin, Filmproduzentin und Designerin. (© Markus Adamer / N*tertainment, privat)

Nina Saurugg und Markus Adamer: Sie sind seit zwölf Jahren unzertrennlich. Oftmals 24 Stunden am Tag, seit sie einander auch in der eigenen Filmcompany kreativ ergänzen. Doch einmal im Jahr, nämlich wenn das ImPulsTanz-Festival Wien zum Vibrieren bringt, taucht Nina unter. Nein, vielmehr geht sie aus sich heraus. „Da verabschiede ich mich für vier Wochen von Markus“, lacht sie. Täglich vier bis fünf Stunden widmet sie sich dann dem Tanz. Ihn zum Beruf zu machen, war nicht das Ziel, doch er ist seit ihrer Kindheit ihr Lebenselixier. Es begann mit Ballett, ging weiter mit Jazz und zeitgenössischem Tanz. „Tanz inspiriert mich“, sagt sie. Also schnappte sie sich vor wenigen Jahren die Kamera und drehte spontan eine Doku bei ImPulsTanz; der Film wurde sogleich beim San Francisco Dance Film Festival nominiert.

Tragbare Inspiration. Wenn Nina Saurugg mal wieder ein neues Kapitel aufschlägt, werden das immer wieder aufs Neue schillernde Seiten. Ihr jüngstes und sogleich international erfolgreiches Baby: ihre „N*spiracelets“, Armbänder mit motivierenden, bestärkenden Statements und Gedanken, die sie alias Vien*Nina designt. Lieblingsmensch, Live Love Laugh, Because I Can, Breathe … Von der Strahlkraft der positiven Worte lassen sich mittlerweile Trägerinnen und Träger aus der ganzen Welt inspirieren. „Eine Marathonläuferin in Australien hat gleich mehrere N*spiracelets. Das hier hat ein Nachrichtensprecher aus New York bestellt“, zeigt sie stolz auf ein versandfertiges Packerl in ihrem Purkersdorfer Studio.
Erst kürzlich brachte sie eine Kollektion für Kids heraus, bei der sie mit Moderatorenfreund Robert Steiner gemeinsame Sache machte. Hinter jedem Wort steht eine Botschaft: „,Frechdachs’ bedeutet ,ich bin wild, frech und wunderbar’ und ,Coole Socke’ steht für ,alles was ich mache, mache ich auf meine Art’“, beschreibt sie. Ob Kinder oder Erwachsene, die Armbänder sollen bestärken – nicht zuletzt darin, seinen eigenen Weg zu gehen. Das tat Nina auch, wenngleich die Tochter kreativer Eltern – ihre Mama studierte Modedesign, ihr Papa liebt die Fotografie – zunächst einen unerwarteten Umweg nahm.

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LEBENSELIXIER. Nina tanzt seit frühester Kindheit. (© Markus Adamer / N*tertainment, privat)
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SÜSSES TESTIMONIAL. Nichte Enya für N*spiracelet-Kidskollektion (© Markus Adamer / N*tertainment, privat)
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(© Markus Adamer / N*tertainment, privat)

Visionen werden wahr. „Nach der Schule war ich irgendwie ratlos“, gibt sie schmunzelnd zu. Also studierte sie zunächst Wirtschaft und absolvierte sogar den ersten Jus-Abschnitt, ehe sie sich dem widmete, wovon sie schon als Kind geträumt hatte. „Ich habe MTV geliebt: Musikvideos und coole Moderatoren wie Ray Cokes. Meine Springschnur war mein Mikro, so habe ich sie nachgeahmt. Nur wie ich das hinkriege, dass ich selbst Musikvideos mache und Interviews führe, da stand noch ein großes Fragezeichen dahinter“, lacht sie. Doch eben diese Vision verwirklichte Nina Saurugg Stück für Stück. Denn als bei den erstgewählten Studien der Funke nicht überspringen wollte, sattelte die Purkersdorferin kurzerhand auf Publizistik um – und ehe sie sich umsah, stand sie im ATV-Fernsehstudio. Das Talent der jungen Frau, die sich eigentlich für einen Praktikumsplatz beworben hatte, wurde schnell entdeckt.
„Clip Corner“ hieß die Musiksendung, mit der ihre TV-Karriere ihren Anfang nahm. Woche für Woche interviewte sie internationale Stars. Eine ihrer liebsten Anekdoten: die Begegnung mit Schock-Rocker Marilyn Manson. „Ich bekam vom Management eine Liste, welche Fragen ich nicht stellen darf und saß einem grimmig wirkenden Menschen gegenüber, der sich aber als unglaublich lieb und angenehm entpuppte!“

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UNZERTRENNLICH. Nina Saurugg mit Lebenspartner Markus Adamer (© Markus Adamer / N*tertainment, privat)
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HERZENSARBEIT. Interview mit Julian Le Play (© Markus Adamer / N*tertainment, privat)
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STAR-TALK. Mit US-Starfotograf und Regisseur David LaChapelle (© Markus Adamer / N*tertainment, privat)
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SELFIE IN PURKERSDORF. Nina mit Redakteurin V. Kery-Erdélyi (© Markus Adamer / N*tertainment, privat)

Magie hoch zwei. Wenngleich sie sich von Beginn an vor und hinter der Kamera wohlfühlte, Nina Saurugg feilte laufend an ihrer Performance: So machte sie in Deutschland eine Sprech-, in Los Angeles eine Schauspielausbildung, in New York holte sie sich frischen Input an einer Film Academy. Als Amors Pfeil sie und ihren nicht minder vielseitigen Markus Adamer traf – er ist Musiker, Kameramann und Produzent – war sehr bald klar, dass sie auch beruflich gemeinsame Sache machen wollen. „Wenn wir zusammen am Set sind, gibt mir das unendlich viel Sicherheit. Da ist so viel Vertrauen und Respekt, das Magisches entstehen lässt“, schwärmt Nina Saurugg. Eben dieser Zauber wohnt etwa jener Doku inne, die sie in Rovinj über den feinsinnigen Musiker Julian Le Play für den ORF machten („Wir haben noch das ganze Leben“) oder jenem Musikvideo, das N*tertainment, so der Name der Filmcompany, für den britischen Singer-Songwriter James Cottriall produzierte.
Ob die enge Zusammenarbeit je ihre Beziehung gefährdete? „Darüber habe ich noch nicht einmal nachgedacht“, sagt Nina. „Markus ist noch immer Musiker, hat zusätzlich seine eigene Musikagentur, ich bin noch immer auch Moderatorin, designe meine Armbänder. Dass wir uns beide unsere Eigenständigkeit bewahrt haben, das ist vermutlich wichtig und richtig.“
Dass Nina sich ständig neu erfindet, ist Teil ihrer Lebensphilosophie. „Ich warte nicht bis etwas passiert, bis mich jemand zu einem Job einlädt. Ich habe meine Produktionsfirma, meine Armbänder, meinen Online-Shop. Mein Geheimrezept war, dass ich mich unabhängig gemacht habe. Ich mache mir meine Welt selbst.“ Und auch jetzt brodelt es im magischen Kessel im Purkersdorfer Studio. Das Duo arbeitet an einem Konzept für einen Podcast, „für den wir genau das machen wollen, was wir beide am liebsten tun: Interessante Persönlichkeiten interviewen und porträtieren – und sie über ihre Werkzeuge für das Leben fragen.“
Eines dieser Werkzeuge verriet sie schon im Interview: „Es ist der Rat eines Mönchs, der sagt: ,Mach jeden Tag als erstes dein Bett. Es ist die erste Aufgabe am Tag, die du erledigst, du wirst sie zu deiner Zufriedenheit erledigen, der Tag wird gut starten. Du lernst, kleine Dinge zu schätzen und die nächste Aufgabe wird dir leichter gelingen.’ Und genauso beginne ich seither meine Tage.“

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