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People | 23.09.2015

Mitten in der Nacht am Rathausplatz

"Parallel Worlds": Fotokünstler Manuel Tauber-Romieri überraschte mit riesigen Werken unter Laternen

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Manuel Tauber-Romieri am Ort des Geschehens (© Lukas Films)

Du hattest alle Zeit der Welt. Sogar oder besser noch mitten in der Nacht. Zumindest bis zum 22. September 2015. Da waren weit und breit keine Galerietüren, die geschlossen werden konnten. Circa zwei mal drei Meter groß sind Manuel Tauber-Romieris fotografische Arbeiten, die er auf dem Rathausplatz von St. Pölten präsentierte. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Seine „Parallel Worlds“ – so der Titel seiner Ausstellung – luden via Asphaltfolie auf dem Boden zum Bestaunen, Grübeln, Entdecken ein. 15 großformatige Sujets zeigte der Fotograf aus Markersdorf jeweils unter den Laternen des Platzes, nachts zusätzlich mit Spots beleuchtet.

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(© Manuel Tauber Romieri)

Wovon aber handelt „Parallel Worlds“? Es ist dies eine fesselnde Reihe an „Porträts“, in denen man sich verlieren kann, die aufzurütteln, zu berühren, zu schockieren vermögen. Tauber-Romieri, der trotz jungen Alters für zahlreiche Beautykampagnen, Modestrecken oder Magazincovers verantwortlich zeichnet, wagt hier ein spannendes, kreatives Experiment. Er bringt etwa perfekt retuschierte Fassaden zum Bröckeln, indem er „isoliert, klont, überlagert, Perspektiven ad absurdum führt“, wie er selbst beschreibt. Damit wolle er das Innere hervorlocken, verborgene Emotionen sichtbar machen. Er lädt dazu ein, der Perfektion zu misstrauen. „Ich will eine Tür in eine Welt voller Wesen öffnen, die nicht gefallen, sondern in ihrer Eigenartigkeit ernst genommen werden wollen.“ Und es ist gut, dass man dabei keine Öffnungszeiten bedenken muss. Denn je länger man vor seinen Werken verweilt, desto mehr gibt es zu entdecken: Kindliche Freude und verstörende Schauer wechseln dabei einander ab.

"Parallel Worlds" in St. Pölten
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(© Manuel Tauber-Romieri)
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(© Manuel Tauber-Romieri)
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(© Manuel Tauber-Romieri)

„Menschen erklimmen Berge, um zu sehen, was auf der anderen Seite wartet. Wir fahren an unbekannte Orte und öffnen ständig neue Tore, auf der Suche nach neuen Erfahrungen. Für eine Entdeckungsreise in uns selbst, müssen wir nicht in die Ferne schweifen“, erklärt Manuel Tauber-Romieri. „Wir können unsere Gefühle, Stimmungen, Persönlichkeit ergründen und täglich eine andere Seite von uns zeigen“, ist er überzeugt. Bekannt ist der Fotograf bei seinen „kommerziellen“ Arbeiten für seine perfektionistische Art, für ungewöhnliche Perspektiven und sein gewagtes Spiel mit Licht und Dunkelheit. So shootete er unter anderem Topmodel Melanie Scheriau, den Thaibox World Champion Fadi Merza, die Fußballer von SKN St. Pölten; er fotografierte etwa die Styx Naturkosmetik Kampagne 2014, für Zillertaler Trachtenwelt, für AUA Skylines oder FIFA Weekly Magazine.

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(© Lukas Films)

Manuel Tauber-Romieri ist übrigens der Bruder von Christoph Tauber-Romieri. Jenes Model, das im Vorjahr bei Austria’s next Topmodel mit seinem tätowierten Körper für Furore sorgte und aktuell etwa für Callisti läuft. Der attraktive Fotograf hat übrigens vergangenen Sommer seine Herzdame geheiratet.