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People | 08.10.2018

SUperstar

Einmal runter von der Bühne und zurück: Su Mathurin zelebriert ein spektakuläres Comeback – mit „Society-Dog“ und viel Schmäh.

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(© Viktória Kery-Erdélyi)

Sie sind ein besonderes Paar. Klar, Su und ihr Mann, der Sänger Jawara mit der samtigen Soul-Stimme, auch. Aber an dieser Stelle ist Seppi gemeint, seines Zeichens seit kurzem „Society-Dog“. Wir führen das Interview, Seppi, der sofort allen Restaurantgästen den Kopf verdreht, erkundet den Park. Bis außer Sichtweite. Dann macht das Frauchen ein zartes Pfeifgeräusch und der kleine Mann rückt sofort an. Sofort! Und eben weil er so brav gehorcht, darf er auch überallhin mit. Sogar hinter die Bühne, wenn Su Mathurin, die eigentlich niemals einen Hund und schon gar keinen Chihuahua wollte, auftritt. Neustart. Doch in den vergangenen zwei, drei Jahren hat sich so ziemlich alles in ihrem Leben verändert.

Su Mathurin war Sängerin und eine PR- und Eventmanagerin wie ein Wirbelwind, die unter anderem die 30-Plus-Clubbings alias „Cinderella tanzt“ im Casino Baden mitorganisierte. Ihr Temperament kehrte nach einem Intermezzo zurück, nur dass sie nunmehr bepackt mit Glitzer – Künstler Karl Boetel veredelt ihre Garderobe mit Swarovski-Steinen – und viel Schmäh die Bühne erklimmt: mit dem eigenen Kabarett „SUperstar“.

Wie so oft vor einem neuen Lebenskapitel, war auch die sonst so positive Künstlerin mit einer schmerzhaften Erfahrung konfrontiert. Sie wurde schwanger und verlor ihr Baby. „Ich dachte, ich muss stark sein. Ich zog meine Shows durch, tat als wäre nichts geschehen“, schildert sie. Irgendwann meldet sich ihr Körper zu Wort, es folgen Panikattacken, sie geht von der Bühne ab, verstaut das Mikro, fällt in ein tiefes Loch. Viele Tränen, eine Therapie und der Ankunft des vierbeinigen Familienmitgliedes später, ist das Energiebündel wieder retour.

 

 

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PR-GAG. Neo-Kabarettistin Su Mathurin macht als „SUperstar“ die City unsicher. (© Wolfgang Agnelli)

Das Management ihrer Künstlerinnen und Künstler hatte sie stets fortgesetzt; eines Tages klaffte aus organisatorischen Gründen ein Loch im sonst vollen Kalender der Casanova-Bühne in Wien. „Ein Montag, ein klassischer Premierentag, den gebe ich doch nicht her, habe ich mir gedacht“, schildert sie. Also beschließt sie kurzerhand ihr Comeback. „Gesungen habe ich immer für das Publikum und nicht für mich. Also war jetzt klar: Ich komme nur noch authentisch auf die Bühne zurück.“ Sie macht mit Sängerin und Freundin Ingrid Diem (Erfolgshit „BMI“) gemeinsame Sache; sie schreiben ein Programm für Su Mathurin, Regie führt Robert Mohor. Mit „SUperstar“ will die Neo-Kabarettistin nicht andere, sondern sich selbst aufs Korn nehmen und hat eine klare Message: „Unsere Eltern wussten damit vielleicht nicht umzugehen, aber wir alle wurden als Superstars geboren.“Um das zu demonstrieren, braucht die Künstlerin nicht zwingend Scheinwerferlicht. So stolziert sie schon mal in schicken Polyester-Pelz gehüllt durch die Wiener City, den „Society-Dog“ Seppi am Arm, ihr Mann als Bodyguard getarnt im Schlepptau (siehe Foto). „In Japan bin ich jetzt ein Star“, lacht sie, wurde sie doch bei der letzten Aktion von zahlreichen Touristen mit dem Handy geknipst.

Ihr Debüt im Casanova im vergangenen Sommer wurde übrigens zum vollen Erfolg; die nächsten Auftritte sind fixiert: 11. Oktober 2018, Kulisse (1170 Wien), 10. November 2018, Gruam (1220 Wien).