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People | 12.12.2018

Schriftstellerin Mit 14

Endlich nicht „nur“ Drillingsmädchen sein: Hanna Maurer beeindruckt mit ihrem Debütroman. Daheim bei der jungen Autorin in Reith im Kamptal.

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BEMERKENSWERT REFLEKTIERT. Autorin Hanna Maurer (© Viktória Kery-Erdélyi)

Es ist ein magischer Moment. Selbst für jene, die es schon mehrfach erlebt haben. Wie muss es sich erst anfühlen, wenn man mit 15 Jahren das erste eigene Buch in Händen hält? „Überwältigend“, lächelt Hanna Maurer. „Ich wurde schon sentimental, als ich das Lesezeichen mit dem Cover darauf sah.“

„Alte Zeiten, neues Ich“ lautet ihr Romantitel. Es ist dies die (Liebes)Geschichte zweier Jugendlicher, die sie raffiniert und mit viel Feingefühl abwechselnd aus zwei Perspektiven erzählt: aus jener der jungen Frau und  des jungen Mannes. „Johanna kommt ein bisschen mehr zu Wort, aber es hat mich richtig erfüllt, aus Chris‘ Blickwinkel zu schreiben“, sagt die Autorin, die im Vorjahr die Neue Mittelschule absolvierte und seit Herbst die HLW Krems besucht. 

Schon ganz früh taucht Hanna Maurer in die Bücherwelt, mag heute Werke wie „Der kleine Prinz“ oder Andreas Steinhöfels „Die Mitte der Welt“. Hinzu kommt die Liebe zum Reflektieren. „Sie hat immer schon alles hinterfragt“, erzählt Gudrun Maurer, ihres Zeichens Mutter von Drillingen. Hanna, Lisa und Elena – sie schuf das Buchcover – halten fest zusammen, doch das Drillingsein birgt manchmal auch Schattenseiten. „Wir waren lange gemeinsam in der Schule, sogar in der gleichen Klasse, wurden ständig verglichen. Bis heute passiert es, dass man uns nicht als einzelne Persönlichkeiten wahrnimmt, obwohl wir uns kaum ähnlich schauen und ganz unterschiedliche Charaktere sind“, sagt Hanna Maurer.

Das Schreiben ist schon lange ihr Ding. Sie dichtet, seit sie denken kann, ihre Deutsch-Hausübungen fielen immer etwas üppiger aus, als verlangt. Bestärkt wird sie auch von den Pädagogen. Als Hanna Maurer einen von Edvard Munchs Gemälde „Der Schrei“ inspirierten inneren Monolog schreibt, „stand nachher ,druckreif‘ mit drei Rufzeichen darunter“, erzählt sie. Greifbar wird die Vision, als eine junge Autorin ihre Schule besucht: „Ich dachte mir: Die hat es geschafft, das kann auch meine Chance sein.“

 

 

Hanna & ihr Buch
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BERÜHREND. „Alte Zeiten, neues Ich“, Verlag Berger, ISBN 978-3-85028-854-5
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(© Viktória Kery-Erdélyi)

Auf eigene Faust

Kapitel für Kapitel entsteht in ihrer Freizeit Johannas‘ und Chris‘ Geschichte – bis sie ein ganzes Buch zu füllen vermag. Zufällig stolpert man im malerischen Weinort Reith bei Schiltern freilich nicht über einen Verlag; 14 Jahre jung, wird Hanna Maurer selbst aktiv. „Ich habe mir im Internet Verlagsadressen ausgesucht und mein Manuskript per Mail verschickt“, schildert sie, als gäbe es nichts Alltäglicheres. Beim Verlag Berger in Horn passte die Chemie auf Anhieb, sagt sie. Dort erschien „Alte Zeiten, neues Ich“ im September 2018.

Ein neues Werk hat sie bereits im Kopf, „die ersten drei Kapitel habe ich schon“, verrät Hanna Maurer. Dabei will sie ihrer Motivation treu bleiben, „gegen die Oberflächlichkeit“ zu schreiben. „Ich wünsche mir, dass die Menschen die Augen aufmachen, dass sie nicht alles einfach hinnehmen, sondern hinterfragen und miteinander reden.