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People | 11.02.2019

Sündig, wie die Distel ...

Die vielfach ausgezeichnete Autorin Ursula Poznanski steht für ein Leseerlebnis voll Nervenkitzel. In „Vanitas – Schwarz wie Erde“ schickt sie am 1. Februar ihre bisher ungewöhnlichste Heldin an den Start: Carolin, eine Blumenhändlerin mit dunkler Vergangenheit, die sich der geheimen Sprachen der Blumen bedient. Wie wär‘s mit einem Thriller zum Valentinstag? Wir vergeben zwei Exemplare.

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Preisgekrönt. Ursula Poznanski (© Gaby Gerster)

16 Spiegel-Bestseller, 186 Wochen auf den Spiegel-Bestsellerlisten, über zwei Millionen Gesamtauflage – das sind die Eckdaten einer außergewöhnlichen Autorinnen-Karriere. Dabei studierte sich Ursula Poznanski vorerst einmal quer durch das Angebot der Wiener Universität, bevor sie nach zehn Jahren die Hoffnung auf einen Abschluss begrub und sich als Medizinjournalistin dem Ernst des Lebens stellte. Nach der Geburt ihres Sohnes begann sie Kinderbücher zu schreiben. Ihr Jugendbuchdebüt „Erebos“ erhielt neben dem Deutschen Jugendliteraturpreis zahlreiche Auszeichnungen und machte die Autorin, die mit ihrer Familie im Süden von Wien lebt, international bekannt. 

„Vanitas“, der Auftakt einer neuen Thriller-Reihe. Carolin, die Blumenhändlerin, ist auf dem Wiener Zentralfriedhof ein so gewohnter Anblick, dass sie beinahe unsichtbar ist. Ebenso wie die in die Sprache der Blumen verschlüsselten Botschaften, die sie mit ihren Auftraggebern austauscht – denn ihre größte Angst ist, gefunden zu werden. War doch Carolins Name vor einem Jahr noch ein anderer – damals, als sie als Polizeispitzel in Frankfurt einer der brutalsten Banden des organisierten Verbrechens auf der Spur war. Heute weiß kaum jemand, dass sie ihren letzten Einsatz überlebt hat – bis sie einen Blumengruß erhält, der sie erschaudern lässt. Muss sie ihren eigenen Tod ein zweites Mal erleben? 

 

 

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BUCHTIPP: Vanitas – Schwarz wie Erde Droemer Knaur Verlag ISBN 978-3-426-22686-5, € 17,50

Wir vergeben zwei Exemplare von "Vanitas – Schwarz wie Erde" – einfach hier klicken und mitspielen!

Niederösterreicherin: Wie kamen Sie auf die Idee, Ihre neue Protagonistin Carolin durch die „Sprache der Blumen“ kommunizieren zu lassen?

Ursula Poznanski: Ich wollte Carolin damit den denkbar harmlosesten Kontrapunkt zu ihrer furchtbaren Vergangenheit geben. Blumen als Kontrast zu den grausamen Morden, von denen sie so viele gesehen hat. Dass sie mit einem der wenigen Menschen, die von ihrem Überleben wissen, unter anderem in der Sprache der Blumen kommuniziert, war dann ein spontaner Zusatzeinfall. Dazu gibt es ja Bücher und eine Menge Internetseiten, an beidem habe ich mich ausgiebig bedient (lacht).

Welche sind Ihre Lieblingsblumen?

Ich mag Lilien sehr gerne. Schon alleine weiße Lilien stehen für so unterschiedliche Dinge wie Unschuld, Hoffnung, Liebe, Vergebung und Tod. Man sieht, der Interpretationsspielraum ist riesig. Disteln bedeuten Sünde, mit Iris bittet man den Empfänger um eine Nachricht – beide spielen im Buch eine Rolle.

... und  zum Valentinstag?

Ich muss gestehen, der Valentinstag geht meistens recht unbemerkt an mir vorüber (lacht). Aber der Klassiker wären natürlich rote Rosen. Von der Bedeutung her ähnlich und ein etwas origineller jedoch Fresien und Orchideen.

Was unterscheidet diese Thriller-Serie von Ihren bisherigen Romanen?

Dass ich diesmal keine polizeilichen Ermittlungsarbeiten schildern muss. Die sind zwar auch hochinteressant, aber man lauft leicht Gefahr, sich zu wiederholen. Diese Geschichte verlangte aber sowieso eine andere Erzählweise.

Sie schildern nahezu körperlich spürbar Carolins panische Angst, von dem gnadenlosen Verbrechersyndikat gefunden zu werden. Wie schaffen Sie es, diese beklemmende Atmosphäre so realistisch entstehen zu lassen?

Ich tauche beim Schreiben so tief wie möglich in meine Charaktere ein und schreibe dann gewissermaßen aus ihnen heraus. Es ist wohl ein wenig so wie bei Schauspielern. Im besten Fall bringt man dann authentische Emotionen und Figuren auf die Bühne – oder eben aufs Papier.

Schreiben Sie lieber für Kinder und Jugendliche oder für Erwachsene?

Für Kinder schreibe ich aktuell nicht mehr, es werden aber einige meiner früheren Kinderbücher neu aufgelegt, was mich sehr freut! Für Jugendliche und Erwachsene schreibe ich tatsächlich gleich gerne, meine Lieblingszielgruppe sind Leserinnen und Leser, die sich gerne überraschen lassen, die Spaß am Miträtseln und  versteckten Details haben, unabhängig vom Alter. Im Grunde also für Menschen, die meinen eigenen Lesegeschmack teilen.

Welche Bücher begeistern Sie ?

Ich fand „Dunkelgrün, fast schwarz“ von Mareike Fallwickl großartig und freue mich schon auf ihr nächstes Buch. „Bösland“ von Bernhard Aichner habe ich verschlungen, genauso wie „Qualityland“ von Marc-Uwe Kling.

Gibt es Grenzen, die Sie in Ihren Jugend-Thrillern bewusst nicht überschreiten?

Die gibt es definitiv! Meine Romane für Erwachsene sind ganz sicher blutiger; fast wichtiger finde ich es aber, dass die Jugendromane auf einer möglichst positiven Note enden. Das bedeutet nicht, dass ein rosarotes Happy End stattfinden muss, aber man soll das Buch mit dem Gefühl zuschlagen, dass alles gut werden kann.

Welche Rolle spielt Wien in Ihrem neuen Roman?

Wien hat sich für mich von Anfang an passend angefühlt, weil man sich in dieser Stadt voll verborgener Ecken und Winkel gut verstecken kann. Gerade im Zentralfriedhof, an dem ich Carolin angesiedelt habe, finden sich Bereiche, in die sich kaum jemand verirrt.

Wie planen Sie Ihre Bücher?

Ich setzte mich nicht an den Schreibtisch und nehme mir vor, zu planen, sondern das passiert beim Zähneputzen, beim Autofahren, im Fitness­center – gewissermaßen ständig und ganz von selbst.

Haben Sie Tipps für angehende Autorinnen und Autoren?

Mein Haupttipp ist: viel lesen. Ich glaube, dass man nur durch Lesen verinnerlichen kann, wie ein Buch funktioniert, wie Spannung entsteht und wie lebendige Figuren aussehen können. Außerdem sollte man eine ordentliche Portion Geduld mitbringen, denn gerade am Anfang geht es nicht schnell in diesem Beruf.

Und was erwartet einen dann?

Das hängt von allen möglichen Faktoren ab; was ich aber sagen kann, ist, dass die Krimileserinnen und -leser ein tolles Publikum sind, mit dem immer wieder spannende Gespräche zustande kommen. Die Krimikolleginnen und -kollegen sind die nettesten, die man sich wünschen kann. Und was den Beruf selbst angeht: Davon zu leben, die Ideen im eigenen Kopf für andere lebendig werden zu lassen – gibt‘s was Besseres?