Loading…
Du befindest dich hier: Home | People

People | 26.02.2019

Wordrap

Sie steht an der Spitze eines der größten österreichischen Eisenbahnunternehmen: NÖVOG-Geschäftsführerin Barbara Komarek über eine Extremsitutation, Kraftquellen und „shared plants“.

Bild 1901_N_Wordrap_c_Noevog_Bollwein_DSC9587_zugeschnitten.jpg
AUF AUGENHÖHE. Ihr Führungsstil basiert auf Überzeugungskraft und Kompetenz, sagt Barbara Komarek. Besonders wichtig ist ihr: Auf alle Mitarbeiter zugehen, ihre Ideen und Sorgen hören (© NÖVOG/Bollwein)

Viele Jahre war sie auf dem politischen Parkett zu Hause: Barbara Komarek war Büroleiterin von Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop, Landesrat Johann Heuras, Landesrätin Petra Bohuslav und zuletzt von Landesrat Karl Wilfing. 2018 wechselte die gebürtige Hornerin zur rund 300 Mitarbeiter zählenden Niederösterreichischen Verkehrsorganisationsgesellschaft NÖVOG.

Meine Aufgabe besteht darin, … mit meinem Team sowohl für die Bewohnerinnen und Bewohner in den Regionen, als auch für unsere Gäste ein vielfältiges, sicheres und attraktives Angebot in den Bereichen öffentlicher und touristischer Verkehr zu schaffen. 

Sie waren oft die einzige Frau in Männerdomänen. Wie war das für Sie?

Ich habe mich nie als Pionierin gefühlt, sondern es als selbstverständlich empfunden, dass eine Frau in unserer Gesellschaft alles erreichen kann.

Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?

Auf Augenhöhe. Ich konnte bisher mit Überzeugungskraft und Entscheidungsstärke sowie Kooperationsfähigkeit und fachlicher Kompetenz viel erreichen. Auf diese Stärken werde ich weiterhin vertrauen. Wichtig ist mir, auf alle zuzugehen, ansprechbar zu sein für Fragen, Sorgen und Ideen. 

Wer gießt Ihre Büropflanzen?

Ich habe so wie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der neuen Betriebsstätte kein eigenes Büro, sondern „shared work space“ – das Facility Team betreut unsere „shared plants“.

Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nennen mich … Barbara.

Kurz nachdem Sie zur NÖVOG kamen, passierte ein Zugunglück: 2018 entgleiste die Mariazellerbahn, es gab Schwerverletzte. Wie erlebten Sie das?

Es war extrem in jeder Hinsicht: extrem schrecklich, extrem fordernd, extrem anstrengend, extrem stärkend zu sehen, wie alle alles geben, um Leben zu schützen und Schäden abzuwenden, und extrem positiv aufgrund der vielen ehrlich mitfühlenden Anrufe, Mails und Hilfsangebote.

Sie waren Büroleiterin namhafter Politikerinnen und Politiker. Was mochten Sie an diesen Jobs?

Die Herausforderung in einem rasch wechselnden Umfeld – hinsichtlich Personen und Ressortbereiche – zu arbeiten. Als Führungskraft muss man die wechselnden Teams stabil anleiten und gute Ergebnisse erzielen.

Sie studierten Handelswissenschaften; welche Ziele verfolgten Sie dabei?

Ich wollte eigentlich Dolmetsch studieren. Als mir klar wurde, dass ich dann nur die Gedanken und Worte anderer Menschen ausdrücken kann, habe ich mich für Handelswissenschaften entschieden: drei Sprachen, Wirtschaft und die eigenen Gedanken …

Was wollten Sie als Kind werden?

Mein Lieblingsspiel war „Kaufmannsladen“ – ich wollte ein Unternehmen leiten.

Das Wichtigste, das mir meine Familie mitgab, ist, … dass ich geliebt und geborgen bin, egal was passiert.

So sieht mein Privatleben aus …

Mein Mann ist Witwer und hat drei Söhne in die Beziehung mitgebracht. Mittlerweile haben wir vier Enkelkinder, die uns richtig Freude machen.

Wo/wie schöpfen Sie Energie?

Mein Mann und meine Familie sind mein Kraft- und Ruheort. Kultur- und Naturerlebnisse geben mir die Möglichkeit, den Kopf frei zu bekommen und immer wieder über die Schönheit dieser Welt zu staunen und dafür dankbar zu sein. Das erdet. 

Mein Wunsch für die Zukunft ist es, … dass ich gemeinsam mit meinem Team die NÖVOG als größten Mobilitätsdienstleister in Niederösterreich positioniere.