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People | 03.07.2019

Jasmin Haider-Stadler im Blitztalk

Sie ist Herrin über die erfolgreiche Waldviertler Whisky-Destillerie und frischgebackene Mama: Wie das geht, verrät Jasmin Haider-Stadler selbst.

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(© Philipp Monihart)

Ein Glück: Beim Verkosten spielt die Nase sogar eine größere Rolle als der Gaumen, sagt Jasmin Haider-Stadler, Chefin der Whiskydestillerie in Roggenreith. „In der Schwangerschaft wurde mein Geruchssinn sogar geschärft. Ich konnte eigentlich besser Whisky ,verkosten‘“, schmunzelt die junge Mama. Die Vorfreude auf den ersten Schluck nach dem Abstillen ist aber groß: „Das wird unsere neueste Single Cask Abfüllung sein: Dark Rye Malt Fassfinish Ex-Laphroaig.“

Wie gelingt Ihnen der Spagat Unternehmerin und Mama bislang?

Mit so einem braven Baby super! Da mein Mann – er ist Ofenbauer in Nürnberg – auch selbstständig ist, kann er sich die Zeit einteilen und die Kleine auch übernehmen. Und natürlich die Omi! Die drängt mich regelrecht, mich beruflich zu verplanen (lacht).

Ihre Familie produziert seit den 1990ern Whisky – mit dem Credo, man muss nicht aus Schottland kommen, um exzellenten Whisky herzustellen. Wie gelingt Ihnen das?

Qualität setzt sich immer durch. Bei den Schotten bzw. überhaupt international sind wir vor allem durch unsere Roggen- und Roggenmalzwhiskys bekannt geworden. Ich bekomme mittlerweile häufig Anfragen aus dem Ausland. In den Export geht aber nur, was der heimische Markt übrig lässt. Das ist aktuell noch ein sehr kleiner Teil.

Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Für die Destillerie: immer den eigenen Weg gehen und nie etwas kopieren. Für mich persönlich: Dranbleiben! Es geht immer weiter – mit mir oder ohne mich. Ich blieb nie stehen und versuche stets, mich weiter zu entwickeln.

Sie leiten seit 2016 den Betrieb mit Ihrer Mama Monika Haider. Wie funktioniert das weibliche Führungsduo?

Sehr gut! Meine Eltern haben mir von Anfang an Verantwortung und Freiheiten gegeben, meine Entscheidungen zu treffen. Aber es tut gut, den Rückhalt der Familie zu spüren. Wir geben uns gerne Feedback, natürlich mit weiblichem Feingefühl (schmunzelt).

Sind Sie in der Produktion aktiv?

Ich habe nach meinem Studium der Kommunikationswissenschaft auch die Ausbildung zur Destillateurin gemacht. Heute stehe ich aus zeitlichen Gründen nicht mehr in der Brennerei, aber im Bereich Fassmanagement und Produktentwicklung bin ich sehr aktiv.

 

Bild Pressefoto Jasmin HaiderStadler_Foto Imre Antal_low.jpg
(© Imre Antal)

Was fasziniert die Tausenden Gäste in Ihrer Whisky-Erlebniswelt?

Die Leidenschaft, mit der wir den Whisky erlebbar machen: durch Schmecken, Fühlen, Riechen, Sehen.

Wie reagiert man auf Sie als Chefin?

Positiv. Ich konnte mir in den letzten Jahren viel Know-how aneignen und stehe in meinem Job meine Frau. 

Mögen Sie Whisky als Mixgetränk?

Als Cocktail mag ich beispielsweise Whisky Sour oder Sazerac sehr gerne.

Das beste Mittel gegen einen Kater?  

Von einem guten Whisky bekommen Sie keinen Kater.

Sie beschreiben sich als Vorreiter von Whisky-Trends. Was ist angesagt?

Rye Whiskys! Da haben wir einiges zu bieten, die 100-prozentigen Roggenmalzwhiskys sind sehr besonders.

Wie stehen Sie zum Thema Gleichberechtigung?

Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern sollte nicht Verhandlungssache oder Quote, sondern bedingungslos sein. Wir sollten Step by Step ein Problem nach dem anderen beseitigen und nicht vor dem großen Ganzen kapitulieren. Wenn ich die Möglichkeit bekomme, mich dafür einzusetzen, nutze ich die Chance: In meinem Betrieb sind fast ausschließlich Frauen. 

Worüber freuen Sie sich am meisten?

Momentan am meisten über meine Kleine! Wenn sie mich anlächelt – aber auch, wenn sie mir ein bisschen Zeit zum Arbeiten lässt, wenn sie schläft.