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People | 22.07.2019

Die Liebevolle

Teil 5 unserer Bühnenfrauen-Serie. Ganz schön viel Lärm um die Liebe: Laura Laufenberg spielt in Tschechows "Onkel Wanja" auf Burg Perchtoldsdorf. Regie führt Michael Sturminger.

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(© Michael Sturminger) Prost auf „Onkel Wanja“. Auf der Burg-Bühne spielen: Andreas Patton, Laura Laufenberg, Virginia Hartmann, Michou Friesz, Jörg Witte, Inge Maux, Emanuel Fellmer, Alexander Tschernek

Das Max Reinhardt Seminar lockte die Kölnerin nach Wien, ab Herbst 2019 hat Laura Laufenberg ein fixes Engagement am Landestheater in St. Pölten. Zuvor aber ist sie Sonja auf der Burg Perchtoldsdorf.

Anton Tschechow wurde und wird immer wieder als der Miesepeter miss­interpretiert. Dabei meinte er auch seinen „Onkel Wanja“ vielmehr als Komödie. Worum geht es darin?
Laura Laufenberg: Es geht um eine Art Patchwork-Familie mit komplizierten Verhältnissen und um ihr Auskommen miteinander. Unglückliche Liebe ist ein großes Thema. Tschechow zeigt dabei, dass es im Leben mit Humor und einer Portion Selbstironie leichter geht. Dass es wichtig ist, nicht in Selbstmitleid zu zerfließen, wenn‘s mal nicht klappt, sondern sich immer wieder neu aufzuraffen.

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(© Michael Sturminger) Herzlich frech. Laura Laufenberg als Sonja

Wie viel Sonja steckt in Ihnen?
Das ist eine spannende Frage gerade für mich als Berufseinsteigerin – nämlich wie weit ich als Schauspielerin mit meiner Rolle verwachse. Tatsächlich mag ich die Sonja sehr gerne, weil sie stets versucht, bei Laune zu bleiben und liebevoll die Familie zusammenzuhalten. Sie macht für ihr Unglück niemand anderen verantwortlich, versucht an sich zu arbeiten und auch die anderen dazu zu motiveren, sich manchmal selbst an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen. Dabei verliert sie ihren Humor nicht. Tatsächlich denke ich, dass ich viel von ihr lerne.

Sie spielen auf der Burg Perchtoldsdorf unter freiem Himmel. Worin liegt dabei für Sie der Reiz?
Es ist sehr aufregend für mich: Ich spiele das erste Mal auf einer Freilichtbühne. Natürlich wird es ganz anders sein, als in einem abgedunkelten Thea­terraum zu spielen. Ich bin gespannt auf die Stimmung abends, wie sie sich mit dem Naturlicht und dem Publikum verändert oder wie es sich mit dem Wetter verhält. Es kommt ja mitten im Stück ein Gewitter vor … (schmunzelt).

Nach vielen Produktionen in Wien kommen Sie ans Landestheater Niederösterreich. Worauf freuen Sie sich bei diesem Engagement?
Bei einer Produktion durfte ich das Haus bereits kennenlernen, ein so spannendes Theater mit vielen tollen Leuten! Als erstes werde ich die Ophelia in „Hamlet“ spielen, darauf freue ich mich sehr – und auch auf das Kindertheater. Ich bin sehr glücklich, hierbleiben zu können und in St. Pölten mit Haut und Haar in den Beruf einzutauchen.

www.sommerspiele-perchtoldsdorf.at

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Bitteschön – einfach draufklicken:

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Lili Beetz