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People | 20.09.2019

Wordrap

„70 Jahre – wir werden nicht älter, sondern jünger“ – wie Isabella Stickler den Jubiläumsslogan der Baugenossenschaft Alpenland mit realem Leben erfüllt.

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(© Marius Höfinger) Vielseitig. Isabella Stickler hat Jus studiert und klettert bei „Alpenland“ seit mehr als zehn Jahren zielstrebig die Karriereleiter hoch. Ihre Akkus lädt sie mit Musik auf.

Sie ist geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Baugenossenschaft Alpenland, die heuer ihr 70-jähriges Bestehen feiert; Energie schöpft Isabella Stickler beim Klavierspielen mit ihrem Sohn und als Organistin und Chorleiterin ihrer Heimatpfarre Engabrunn. Wie es ihr in einer Männerdomäne geht, was sie vom Feminismus hält, verrät sie im Blitzinterview.

Sie sind seit Mai 2019 geschäftsführendes „Alpenland“-Vorstandsmitglied. Worin bestehen Ihre Aufgaben?
Ich vertrete das Unternehmen nach außen, führe die Geschäfte und verantworte die Bereiche Personal und Organisation, Immobilienverwaltung, Wohnungsverkauf und Marketing.

Was sind in Ihrem Alltag die größten Herausforderungen?
Alles unter einen Hut zu bringen: Beruf, Familie und meine privaten Interessen – und das möglichst so, dass kein Bereich, vor allem meine Familie, nicht zu kurz kommt.

Wie gelingt das?
Mit voller Unterstützung meiner Familie. Mein Mann und besonders auch meine Mutter haben alle meine Karriereschritte immer voll unterstützt und mitgetragen. Dieser hohe persönliche Einsatz ist nicht selbstverständlich und dafür bin ich sehr dankbar.

Wohnen ist sozusagen Ihr tägliches Brot. Wie wohnen Sie?
In der beliebtesten Wohnform der Familien in Niederösterreich: in einem Einfamilienhaus mit Garten, direkt angrenzend an mein Geburtshaus.

Was ist Ihr Erfolgsrezept?
Es braucht wenig Zutaten: Leidenschaft, harte Arbeit, Konsequenz und den unbeirrbaren Glauben an die Ziel­erreichung und an sich selbst.

Wenn Ihnen ein Fehler passiert …
Gehe ich damit offen um. Fehler gehören zum Leben und zu jedem Beruf dazu. Jeder Fehler ist auch eine Chance, wenn man offensiv mit ihm umgeht, ihn analysiert und daraus lernt. Wichtig ist, sich durch Fehler nicht entmutigen zu lassen.

Wo schöpfen Sie Energie?
Mein Zuhause ist der Rückzugsort, an dem ich mit meiner Familie meine Akkus – auch bewusst beim Nichtstun – aufladen kann. Viel Kraft gibt mir Musik. Ich bekomme meinen Kopf frei, indem ich mich zum Klavier oder an die Orgel setze und vor mich „hinklimpere“ oder mit meinem Sohn Klavier spiele. Auch beim Musikhören kann ich Energie schöpfen.

Wie stehen Sie zum Feminismus?
Eine schwierige Frage: „Frausein“ war für mich bis jetzt noch nie ein Nachteil. Da ich aber in einer stark männerdominierten Branche arbeite, sehe ich sehr wohl noch Aufholbedarf. Wenn Feminismus das Gendern von Sprache bedeutet, bin ich keine Feministin. Wenn Feminismus das Aufbrechen von klassischen Geschlechter­rollen und echte Chancengleichheit meint, dann bin ich eine Feministin.

Sie sind Organistin und Chorleiterin. Wie erleben Sie diese Aufgaben?
Ich mache das seit über 20 Jahren mit Freude. Als Organistin begleite ich die schönsten Stunden von Menschen bei Hochzeiten und Taufen, aber auch die traurigsten bei Begräbnissen. Beim Musizieren in der Chorgemeinschaft schaffe ich einen schönen Ausgleich zu meinem Beruf. Beide Aufgaben bedeuten mir viel und ich kann damit einen Beitrag zum Vereinsleben und zur Pfarr- und Dorfgemeinschaft leisten.

Ihre Wünsche für die Zukunft?
Dass mir meine Familie wie bisher Wurzeln gibt und Flügel verleiht, dass ich mich weiterhin von den kleinen Dingen des Lebens verzaubern lassen kann und dass ich meine Lebens- und beruflichen Aufgaben mit viel Freude, Leidenschaft und Humor bewältige.