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People | 20.11.2015

The Winner is... Tatjana Oppitz aus Niederösterreich

Women of the Year Awards 2015: Die IBM Österreich-Chefin als Siegerin & das Geheimnis ihres Erfolgs

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Siegerin in der Kategorie "Technik & Science": IBM Österreich-Chefin Tatjana Oppitz (Zweite von l.) mit NIEDERÖSTERREICH Chefredakteurin Angelica Pral-Haidbauer, Herausgeber Josef Rumer & Redakteurin Viktória Kery-Erdélyi(© Mathias Lauringer)

Tatjana Oppitz über Quotenregelungen & die Wichtigkeit des Work-Life-Balance

Als Tatjana Oppitz 1989 zu IBM kam, zählte sie zu den Pionierinnen beim weltweit größten Anbieter von Informationstechnologie. Ihre Managementkarriere startete sie als Direktorin des Softwarebereichs bei IBM; seit 2011 ist Generaldirektorin von IBM Österreich. Beim diesjährigen Women of the Year Awards von look! und den Bundesländerinnen wurde die bemerkenswerte Wahlniederösterreicherin Siegerin in der "Kategorie Technik & Science". 

NIEDERÖSTERREICHERIN-Chefredakteurin Angelica Pral-Haidbauer bat Tatjana Oppitz um ein Interview.

Frau Oppitz, was fasziniert Sie an neuen Technologien?
Technologie ist für mich die essentielle Grundlage für Fortschritt, Wirtschaft und gesellschaftlichen Wohlstand. Zu jedem Zeitpunkt in der Vergangenheit hat die Mehrheit der Menschen geglaubt es sei alles erfunden, was man erfinden kann. Die Geschichte hat das Gegenteil bewiesen und so wird es auch in Zukunft sein. Unvorstellbar, hätte James Watt nicht die Dampfmaschine erfunden oder IBM nicht den Computer. Und gerade jetzt treten wir in eine neue Ära ein, die der so genannten kognitiven Systeme – das Zeitalter, in dem Computer nicht mehr programmiert werden müssen, sondern beginnen selbstständig zu lernen und menschliche Sprache zu verstehen. Computersysteme werden über die Cloud zu einem Assistenten in allen Lebenslagen, der uns dabei unterstützt durch den ungeheuren Dschungel an Informationen zu navigieren. Es gibt für mich persönlich also kaum eine spannendere Branche als die der Informationstechnologie!

Seit vielen Jahren fördern Sie junge Frauen mit Mentoring- und Coaching-Programmen, um ihre Karriereziele zu unterstützen. Welche Zukunftsperspektiven sehen Sie für diese Generation?
Das Potenzial ist riesig, aber nur wenn Mädchen und junge Frauen trauen sich in Männerdomänen hinein. Beispiel Technik: Hier gibt es leider immer noch strukturelle Probleme, weil wir zu wenig weiblichen Nachwuchs in technischen Berufen haben. Bei IBM in Österreich haben wir rund 30 Prozent Frauen und denselben Anteil in Führungspositionen – ein guter Wert, aber noch nicht gut genug. Ein ausgewogenes Verhältnis wird es erst dann geben, wenn mehr Frauen technische oder wirtschaftliche Berufe wählen. An technischen Unis sind meist nur ein Viertel der Studierenden Frauen. Als Generaldirektorin der IBM sehe ich es als meine Aufgabe, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Frauen für ihre Karriere im IT-Umfeld optimale Bedingungen vorfinden. Diversity ist ChefInnen-Sache und muss auch entsprechend implementiert werden. Bei IBM erfassen wir wie sich der Frauenanteil in den einzelnen Bereichen, bei Neueinstellungen, bei Beförderungen und auch bei jenen, die das Unternehmen verlassen, entwickelt. Denn nur was man misst, kann man auch steuern.

Beliebte Forderungen der Wirtschaft sind Schlagwörter wie „Work-Life-Balance“ und  „Quotenregelung“...
Flexibilität am Arbeitsplatz und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind zentrale Bedingungen um Frauen (aber nicht nur Frauen!) in ihrer Karriere zu fördern. IBM hat schon vor rund 20 Jahren als eines der ersten Unternehmen in Österreich die Möglichkeit von Teleworking geschaffen und bietet flexible Arbeitszeiten, flexible Teilzeitmodelle, Job-Sharing und Väterkarenzen. Wir haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in Teilzeit eine Führungsposition ausüben. Es geht mir persönlich um die Schaffung eines wertschätzenden, und toleranten Arbeitsklimas in einer Firma, die leistungsorientiert ist, aber gleichzeitig flexibel genug, um auf die aktuelle Lebenssituation einzugehen.

Frau Oppitz, wenn jetzt die berühmte Fee erscheinen würde, welchen Wunsch hätten Sie?
Mehr Gerechtigkeit, denn Ungerechtigkeit ist der Keim politischer Konflikte. Sozialen Frieden und einen wirklich ernst gemeinten nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten. 

 


Du willst wissen, wer die anderen Siegerinnen sind – einfach hier klicken:
Women of the Year Awards 2015

... und hier haben wir noch jede Menge Red Carpet-Pics für Euch – mit nationalen & internationalen Stars im prachtvollen Wiener Rathaus: Red Carpet Glam