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People | 25.11.2019

Trends gibt‘s auch bei Fleisch und Wurst

Wie die Brücke zwischen Traditionsunternehmen und Moderne aussieht, verrät Monika Nemetz-Roither.

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(© Gasthuber/Nemetz) Im Blitzinterview. Nach kulinarischen Missionen im In- und Ausland verstärkt Monika Nemetz-Roither heute das Team von Nemetz-Fleisch.

Die Kulinarik zog die gebürtige Oberösterreicherin schon jung in ihren Bann. Aufgewachsen auf einem Bauernhof, schlug Monika Roither nach der Tourismusfachschule  zielsicher den Weg in Richtung Gas­tronomie ein. Viele Jahre war sie unter anderem für den Produkteinkauf für Restaurants im In- und Ausland unterwegs – so fiel eines Tages die Liebe nach Böheimkirchen. Dort lernte sie Johann Nemetz kennen und ist heute nicht nur seine Ehefrau, sie verstärkt auch das Team der Traditionsfleischerei: im Verkauf, dem hauseigenen Bistro sowie im Motel.


Nemetz-Fleisch wurde 1876 gegründet. Wie positionieren Sie das Traditionsunternehmen in der Gegenwart?
Die Herausforderung besteht größtenteils darin, traditionelle Rezepturen sanft an die heutigen Trends anzupassen. Das Ernährungsverhalten und die Vorlieben ändern sich, man muss ständig up to date sein – seiner Linie aber trotzdem treu bleiben.

Sie sind in der Vielfalt Ihrer Positionen im ständigen Kontakt mit Kunden. Womit punkten Ihre Produkte?
Wir können mit unserer Vielfalt sehr gut punkten. Im Produktsortiment findet sich für jeden Geschmack etwas: von Geflügel bis Wildfleisch, von magerem Schinken bis herzhaftem Speck oder Lardo, von Miniwürstel bis XL-Würstel und vieles mehr …

Vegetarische und vegane Küche boomen. Wie stehen Sie dazu?
Grundsätzlich muss jeder für sich entscheiden, was und wie viel einem selber gut tut. Ich persönlich sehe jede Form von einseitiger Ernährung kritisch. Besser finde ich, wenn wir uns auf die Qualität von Produkten konzentrieren und nicht ganze Produktgruppen aus dem Speiseplan verbannen.

Ein Tag ohne Fleisch ist für mich … Man kann‘s überleben. Aber ich liebe die Vielfalt und freue mich über die sehr gute Lebensmittelsicherheit, die wir in Österreich haben.
Erfolg ist, … wenn ich Wirtschaftlichkeit und Freude an der Arbeit verbinden kann.
Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nennen mich … Monika.
Eine gute Fehlerkultur braucht … Ehrlichkeit und Einsicht.
Das muss morgens sein … Kaffee.
Die Hemden meines Mannes bügelt … die Wäscherei – danke!  
Energie raubt mir … Oberflächlichkeit, das macht mich echt müde.
So lade ich meine Akkus auf … Bei einem guten Buch mit einer großen Tasse Tee, ich arbeite aber auch gerne mit Wolle.
So sieht ein schöner Tag aus … Ob in der Freizeit oder im Job – nette und interessante Menschen machen jeden Tag zu einem schönen Tag!
Einen Doppelnamen trage ich, … weil mich mein Mädchenname fast 30 Jahre begleitet hat und ich ihn nicht einfach verschwinden lassen wollte. Aber ich sehe das nicht so eng.
Ein Song, der mich bewegt …  „The Power of Love“ – unser Hochzeitslied.
Dieses Buch mag ich sehr … Alle Arten von Kochbüchern – ich liebe es, immer wieder neue Ideen zu entdecken und vieles auszuprobieren.
Das wünsche ich mir für die Zukunft … Im Job: ein besseres Image für Dienstleistungsberufe – gerade in Gastronomie und im Verkauf. Für unsere Gesellschaft: weniger Egoisten, dafür mehr Optimisten. Für mich: Gesundheit und eine große Portion Humor.