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People | 05.03.2020

Das Jahrzehnt der Frauen

Wir baten Niederösterreicherinnen aus Politik und Wirtschaft um ein Statement zum Weltfrauentag 2020.

Der Anlass ist bekannt. „So sind wir nicht!“ sagte Bundespräsident Alexander van der Bellen Ende Mai 2019 daraufhin in seiner Rede an die Nation. Ein Satz, der sich auch in unsere Herzen schrieb. Wir möchten daher zeigen, wie wir Niederösterreicherinnen sind: selbstbestimmt, mutig, innovativ und dem Guten Kraft gebend. Diese Richtung stimmt.

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(© Armin Muratovic)

"Als Frauenministerin will ich, dass Mädchen und Frauen alle Türen offen stehen, unabhängig vom Lebensmodell, das sie wählen. Um Familie und Beruf vereinbaren zu können, braucht es die richtigen Rahmenbedingungen. Schon heute leisten Frauen in den unterschiedlichsten Bereichen enorm viel: Vom Sport über Kunst und Kultur, Kinderbetreuung und Pflege bis hin zu Wirtschaft und Politik sind sie eine treibende Kraft. In Niederösterreich beweist das nicht zuletzt Johanna Mikl-Leitner als starke Landeshauptfrau. Und auch in der Integration spielen Frauen als Integrationsmotoren eine Schlüsselrolle: Als positive Beispiele für ihre Kinder haben sie großen Einfluss auf die kommende Generation. Sie gilt es in ihrer Selbstständigkeit zu fördern. All das sind die Vorbilder, die ich vor den Vorhang holen will: Mädchen und Frauen, die ihren Lebensweg unbeirrbar gehen – sowohl im Berufsleben, im Ehrenamt als auch in der Familie."

MMag. Dr. Susanne Raab
Bundesministerin für Frauen und Integration

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(© Elias Kaltenberger)

"Frauen in der Wirtschaft stellen mittlerweile in der Gesamtheit einen sehr bedeutenden Faktor dar. Diese Stellung wurde in den letzten Jahrzehnten vorwiegend mittels Leistungsbereitschaft und Effizienz erreicht. Trotzdem schaffen es Frauen in Führungspositionen, Familie und berufliche Tätigkeiten positiv zu koordinieren und zu bewältigen.  
Sehr viele Frauen – nicht nur jene in Führungspositionen – sind wirklich multitaskingfähig und sehr stressresident. Unser Ziel 2020 ist es, die Anzahl von weiblichen Führungskräften in unseren Unternehmungen zu erhöhen – natürlich unter der Beibehaltung von fairen Auswahlkriterien auch gegenüber männlichen Bewerbern."

Yeliz Zwinz
Prokuristin Lomex Handels GmbH
Geschäftsführerin Lomex Gastro

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(© BELARABA.COM)

"Wir stehen am Beginn eines neuen Jahrzehnts. Eine Phase, wo sich auch Zukunftsforscher immer wieder Gedanken machen, wie sich die Gesellschaft verändern und das Rundherum in den nächsten Jahren entwickeln wird. Und ein Trend, den diese Zukunftsforscher prognostizieren ist folgender: Dieses neue Jahrzehnt wird das Jahrzehnt der Frauen! Als Begründung dienen etwa international neu besetzte Führungsfunktionen von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen bis zur EZB-Vorsitzenden Christine Lagarde oder eine ganze Reihe junger Ministerpräsidentinnen weltweit. Spät, aber doch schaffen es auch hierzulande immer mehr Frauen in Topfunktionen – sei es in der Politik oder in Unternehmen. Auch Niederösterreich wird weiblich regiert. Ich würde mir wünschen, dass die genannten Beispiele eine Vorbildwirkung für viele weitere Frauen einnehmen – eine gute Ausbildung zu machen und Ja zur Verantwortung zu sagen, wenn es darum geht, berufliche Herausforderungen anzunehmen.
In Niederösterreich haben wir für dieses Ziel auch das Politik-Mentoring-Programm ins Leben gerufen. Ein überparteiliches Nachwuchsförderprogramm, mit dem wir junge Frauen dazu ermutigen wollen, den Schritt auf das politische Bankett zu wagen. Und ich kann an dieser Stelle allen politisch interessierten Frauen nur Appetit auf dieses Mentoring-Programm machen – der nächste Durchgang startet im Herbst 2020. Nur ein Baustein am Weg zum Jahrzehnt der Frauen."

Mag. Johanna Mikl-Leitner
Landeshauptfrau

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(© Philipp Monihart)

"Als Geschäftsführerin und Destillateurin der 1. Whiskydestillerie Österreichs setze ich mich seit knapp zehn Jahren in einer Männerdomäne durch – und das mit dem größten Vergnügen. Nach wie vor hält sich der hartnäckige Glaube (vor allem bei Männern), dass die Whiskybranche reine Männersache ist, jedoch gibt es aber immer mehr Frauen in entscheidenden Positionen in diesem Business. Für den nötigen Respekt in der Whiskywelt muss man als Frau aber immer noch härter arbeiten. Ich bin stolz darauf, dass ich das geschafft habe und wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann dass Männer nicht mehr eingeschüchtert sind von starken Frauen."

Mag. Jasmin Haider-Stadler
Geschäftsführung & Marketing Destillateurin Whisky-Erlebniswelt, Destillerie Haider

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(© Philipp Monihart)

"Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist uns ein sehr großes Anliegen. Neben Aspekten wie dem schon lange geforderten Schluss der Gehaltsschere, sind es auch Themen wie Sicherheit  oder auch das Setzen von entsprechenden Rahmenbedingungen im Bereich der Pflege und Betreuung von Familienmitgliedern. Zum Thema „Gewalt an Frauen“ habe ich eine regelmäßige Expertenrunde ins Leben gerufen, die uns dabei helfen soll, die Zusammenarbeit aller Stakeholder zu verbessern. Zudem braucht es aber auch weitere Maßnahmen, wie etwa die erst kürzlich verbesserten Sicherheitsvorrichtungen in den Frauenhäusern oder die neue Interventionskette sowie die verstärkte Präventionsarbeit an den Schulen oder die gezielte Täterarbeit als Teil des Opferschutzes. Viele Frauen verzichten aufgrund von Pflege- oder Betreuungstätigkeiten oft jahrelang auf einen Vollzeitjob, was sich später beim Pensionseinkommen bemerkbar macht.  Auch Angebote wie das Pensionssplitting sollen sicherstellen, dass Frauen dem Wunsch der Berufstätigkeit nachgehen können."

Mag. Christiane Teschl-Hofmeister
Frauen-Landesrätin

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(© Stephan Huger)

"Topausgebildete Frauen drängen immer mehr in Führungspositionen. Vielen Frauen ist dabei wichtig, Beruf und Familie gut vereinbaren zu können. Für beides braucht man gute Rahmenbedingungen, ein starkes Netzwerk, Planung und Selbstorganisation. Ich bin stolz darauf, dass mir das bisher gut gelungen ist.
Ich wünsche mir, dass Frauen in allen Führungsebenen noch selbstverständlicher werden, denn Gleichstellung ist kein Frauenthema, sondern eine wirtschaftliche, gesellschaftliche und unternehmerische Notwendigkeit. Die Wirtschaft darf es sich nicht leisten, auf die Hälfte der Talente zu verzichten."

Mag. Isabella Stickler
Geschäftsführendes Vorstandsmitglied Gemeinnützige Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft Alpenland