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People | 21.04.2020

Wunschlos zielstrebig

Lou Asrils Tour wurde verschoben, sein Album ist da. Wir sprachen mit ihm und über ihn. Über seine Musik weniger, die muss man hören, findet er.

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Besser hätte es nicht laufen können: Die Release-Show für sein erstes Mini-Album „louasril“ war für den Abend vor seinem 20. Geburtstag, den 12. März 2020, geplant. Das Wiener WUK war seit Wochen ausverkauft. Dann überrollte Österreich die Corona-Krise, all seine Gigs mussten verschoben werden … Unsere sehr sympathische Begegnung mit Lou Asril aus dem Bezirk Amstetten fand bereits davor statt.
Viel zu oft verleiht man den Titel „Ausnahmekünstler“. Doch hier kommt ein junger Mann, der sich das redlich verdient hat, der im Herbst nicht zufällig in einem ausverkauften ORF-Radiokulturhaus auftrat. Seine Musik oszilliert zwischen R ’n’ B und Soul, da sind pulsierende elektronische Elemente und seine Stimme kann irgendwie alles: Sie ist mal soft und sexy, mal klar und kräftig, sie hüpft hauchend umher und klettert in schwindelerregende Höhen …

NIEDERÖSTERREICHERIN: Verrätst du deinen bürgerlichen Namen bewusst nicht?
Genau. Lou Asril passt besser zu mir und zu meiner Musik. Jetzt zumindest.

Du benennst auch ungern deinen Stil. Wieso?
Ich möchte mich nicht einschließen. Ich höre schon lange viel R ’n’ B, Soul, Hip-Hop, aber in letzter Zeit auch viel Techno und Electronic Music. Da entsteht dann ein Mix …

Woher kommt dieser breite Horizont?
Durch YouTube, Internet – und durch die Schule. Ich war am Popular- und Computermusik-Zweig im BORG Linz und hab‘ viele Eindrücke gesammelt, was es alles außer den Pop-Classics gibt.

Nach der Matura hast du parallel zur Musik Zivildienst in einem Altersheim gemacht. Wie hat dich die Zeit dort geprägt?
Ich hab‘ viel über den Tod nachgedacht; das hatte auch Einfluss auf meine Musik. Wobei ich da keine Messages reinpacke, sondern persönliche Emotionen, Gedanken und Moods.

Deine Musik und deine Videos – du hast bemerkenswerte Statistiken für deine YouTube-Clips – sind sehr ausgefeilt; woher kommt diese künstlerische Reife, wie hat sich das entwickelt?
Danke. Ich weiß nicht … Ich nehme einfach sehr ernst, was ich mache.

 

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(© Tim Cavadini) Hunderttausende Clicks. Seine Videos schlugen auf YouTube längst ein, nun veröffentlicht Lou Asril sein erstes Album „louasril“

Wie bist du aufgewachsen, gab es da einen kreativen Nährboden?
Ja, meine Eltern sind beide hauptberuflich Musiker: Mama ist klassische Sängerin, Papa macht verschiedene Sachen, spielt Trompete, Lehrer ist er auch.

Wann war dir klar, dass es die Musik werden muss?
Mit elf, zwölf. Ich hab‘ Klavier gespielt und meinen ersten Song geschrieben. Später, am BORG, habe ich gelernt, was es wirklich heißt, wenn man Musik machen will, dass es eben nicht nur Musikschreiben ist. Aber mir gefällt alles, was dazugehört (lacht).

Viel harte Arbeit zum Beispiel. Wie war es, mit deinen Songs auf die Bühne zu gehen?
Ich hab‘ schon den ersten Song mit elf öffentlich präsentiert (lacht). Es war schön, ich hab‘ mich sofort wohlgefühlt.

Das klingt easy, kein Lampenfieber?
Ich bin fokussiert und konzentriert, aber ich scheiß‘ mich nicht an. Mir tut das auf der Bühne richtig gut.

Du hast deine Band, drei Back­groundsängerinnen – und bist quasi routinierter Chef . Ist dir das so bewusst?
Ja, das muss so sein, sonst ist es schwierig, deine Ideen zu verwirklichen. Den Rat hat mir auch Tony Zawinul (kreativer Sohn der Musiklegende Joe Zawinul, Anm.) in Los Angeles gegeben.

Du hast mit 17 den Joe-Zawinul-Award gewonnen, das hat dir die Reise ermöglicht. Wie war‘s in den USA?
Wir hatten viele Workshops; ich hab‘ viele Ratschläge bekommen und viel Zeit im Studio verbracht. Ich war am Musician Insititute von Hollywood und hab‘ mit Musikern von der Postmodern Jukebox gejammt; das war echt schön.

Wie haben deine Eltern reagiert, als klar wurde, dass du eine musikalische Laufbahn einschlägst?
Sie unterstützen mich voll, aber sie wollten eigentlich, dass ich mir einen Plan B überlege. Das habe ich verstanden und eingesehen und mich trotzdem für die Musik entschieden. Ohne Plan B.

Hast du Sorge, dass mal mit deiner Stimme etwas sein könnte?
Nein. Wieso sollte ich mir Sorgen über etwas machen, das nicht da ist? Wenn etwas passiert, dann löse ich das irgendwie (lacht).

Welche Zukunftswünsche hast du?
Ich hab‘ keine. Ich bin froh, dass ich Musik machen kann und wenn ich das in fünf Jahren nicht mehr tun will, dann höre ich auf und mache was anderes.

Hast du schon mal daran gedacht?
Für kurze Momente, um mir im nächsten Moment wieder sicher zu sein, dass es das einzig Richtige ist.