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People | 04.05.2020

Wordrap

Warum die Milch­bäuerin in die Politik ging, wie sie ihre Söhne erzog und über magische Orte: Irene Neumann-Hartberger im Blitzinterview.

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(© Landwirtschaftskammer/Ludwig Schedl) Vielseitig. Irene Neumann-Hartberger ist Milchproduzentin, Landesbäuerin und seit heuer Nationalratsabgeordnete.

Nach viel Freizeit klingt das nicht gerade: Irene Neumann-Hartberger wurde Anfang des Jahres als VP-Nationalratsabgeordnete angelobt und wenig später als Landesbäuerin erneut für fünf Jahre bestätigt. Die 45-jährige Stollhoferin steht damit weiterhin an der Spitze des überparteilichen Dachvereins „Die Bäuerinnen Niederösterreichs“, unter dem sich rund 40.000 Frauen vernetzen.

Gemeinsam mit Ihrem Mann sind Sie Vollerwerbsbauern. Wie geht sich das alles zeitlich aus? Wann stehen Sie auf, wann gehen Sie schlafen?
Mein Tag beginnt in der Regel um sechs Uhr und endet oft spät nachts. Nur mit großer Unterstützung meiner Familie, Prioritätensetzung und durch Einschränkung meiner Hobbys stemme ich mein tägliches Arbeitspensum.

Sie sind Milchproduzenten. In welcher Form mögen Sie Milch am liebsten?
In allen Varianten verarbeitet, von Schlagobers über Joghurt und Käse in rauen Mengen, Vollmilch brauche ich zum Kochen, nicht im Kaffee ;-)

Wieso sind Sie in die Politik gegangen und worauf legen Sie Ihren Fokus?
Ich engagiere mich seit vielen Jahren bei den Bäuerinnen und in der Landwirtschaftskammer und irgendwann wurde mir klar, dass es zum Umsetzen von Forderungen letztendlich die Politik braucht. Mein Fokus liegt auf der Herkunftskennzeichnung von verarbeiteten Lebensmitteln, dem Thema Pflege und die Verbesserung aller Bereiche für einen attraktiven ländlichen Lebensraum.

Wieso gibt es weniger Frauen in der Politik und in leitenden Positionen?
Ein Hauptgrund ist sicher die Mehrfachbelastung. Wir sind aber auf einem guten Weg, dass künftig Frauen in diesen Bereichen selbstverständlich werden.

Wie geht es Ihnen mit der Coronavirus-Krise (das Interview fand im März 2020 statt, Anm.)?
Meine größte Sorge ist, dass die Gesellschaft den Ernst der Lage nicht erkennt und mit den Maßnahmen undiszipliniert umgeht. Ich hoffe, dass Österreich diese Krise bestmöglich bewältigt.

Wenn Sie von einem Tag auf den anderen eine neue Existenz aufbauen müssten, welchen Weg würden Sie wählen?
Ich würde Sennerin und Hüttenwirtin auf einer Almhütte werden.

Wie haben Sie Ihre beiden Söhne erzogen – werden Sie, wenn sie eines Tages Väter sind, Windeln wechseln und Haushalt mitschupfen?
Sehr liberal und selbstständig, kochen können jedenfalls beide.

Welche Begegnung bleibt für Sie unvergesslich?
Als ich meinen Mann das erste Mal sah; ich wollte ihn unbedingt kennenlernen.

Lieber Lesen oder Musik – und welche Richtung?
Eindeutig Lesen, mein letztes Buch war „Das Leben ist zu kurz für später“ von Alexandra Reinwarth.

Was tun Sie, wenn Sie den Kopf frei kriegen wollen?
Ich gehe mit meinen Hunden spazieren, ich liebe die Natur, erfreue mich an ihrer Schönheit, genieße die Ruhe und schöpfe Kraft.

Ein magischer Ort … sind für mich Berge, da sie einen Weitblick bieten.

Welche Frage hätten Sie sich noch gewünscht?
Ob ich etwas in meinem Leben bereue?

Wie lautet die Antwort darauf?
Ganz klar: NEIN.