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People | 10.07.2020

Sommerspiele Melk: Wiebke Leithner im Blitztalk

„Das Konzept klingt ein bisschen verrückt – und das ist es auch“, weckt Wiebke Leit­h­ner, Geschäftsführerin von Wachau Kultur Melk, die Neugier.

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Für ein Miteinander. Wiebke Leithner steht für eine Gesellschaft ein, die ohne Ellenbogen auskommt: „Kultur kann und muss Zeichen setzen.“ © Daniela Matejschek

Das Konzept klingt ein bisschen verrückt – und das ist es auch“, weckt Wiebke Leit­h­ner, Geschäftsführerin von Wachau Kultur Melk, die Neugier. Die Sommerspiele Melk kreierten ein komplett neues Programm, eine künstlerische Antwort auf die Herausforderungen der vergangenen Monate: Sechs Regisseurinnen und Regisseure inszenieren sechs Produktionen („6 Xperimente“) unter dem Titel „Sommerspiele Melk Xperiment – Pandemic Edition“. „Es wird unterhaltsam, schwarzhumorig, musikalisch, aufwühlend, kurzweilig“, verrät Wiebke Leithner.

Drei Schlagworte, die Ihnen spontan zur Coronavirus-Krise einfallen …

Man soll ja keine Schimpfworte benutzen. Es (1) gibt (2) Besseres (3).

Sie sind Wahlniederösterreicherin. Was mögen Sie am neuen Zuhause?

Was macht Melk aus? Für mich sind es immer die Menschen an einem Ort – ich habe hier schon so viele tolle Begegnungen erleben dürfen! 

Ich mag Ihren Haarstyle! Was steht für Sie dahinter?

Haar- und Wandfarben, Lippenstifte: Es kann nie genug Farbe im Leben sein. 

Sie sind Mama von zwei kleinen Kindern. Wie erleben Sie das Muttersein?

Es ist eine Achterbahnfahrt, eine ständige Herausforderung und gleichzeitig sind meine zwei Mäuse der Grund,  morgens lächelnd aufzustehen. Muttersein und beruflich erfolgreich zu sein, ist ein Spagat mit schlechtem Gewissen; aber ich will auf Keines verzichten. 

Wer räumt bei Ihnen den Geschirrspüler aus und die Waschmaschine ein? 

Ich warte immer noch auf die Heinzelmännchen. Leider haben sie noch nicht den Weg zu mir gefunden; so lange muss ich das wohl selber machen.

Mit welcher kreativen Persönlichkeit würden Sie gerne einen Abend verbringen?

Mit Emmy Werner (Schauspielerin, Regisseurin, 17 Jahre lang Volkstheater-Direktorin, Anm.).

Was vermissen Sie aus Ihrer Heimat?

Ich bin kein Fan des Begriffs „Heimat“. In politischen Diskussionen wurde dieser leider zu oft missbraucht – als Grund für ein Auseinanderdividieren und Bewerten. Heimat hat für mich mit Vertrautheit zu tun. Meine Heimat ist mein Lebensmittelpunkt, Freunde und Freundinnen und meine Familie in Deutschland: Menschen, die mich berühren.  Ich vermisse einen Kaffee mit meinen Schwestern, ein Glas Wein mit meinen Eltern – und eine Brise Nordseeluft. Gleichzeitig bin ich hier zu Hause und fühle mich geborgen. 

Worauf sind Sie stolz?

Noch eine kontroverse Frage. Sind Frauen, die stolz sind, eingebildet? Ist stolz ein negativ konnotiertes Wort? Vielleicht ist es auch meine Wahrnehmung, dass ich mit mir streng bin. Dennoch versuche ich immer wieder, auch stolz auf mich zu sein: auf meine beruflichen Erfolge im Zusammenspiel mit meiner kleinen Familie. Wenn mein Großer mir sagt, dass ich die beste Mama der Welt bin und er mich lieb hat von hier bis zur Dinozeit und zurück, während er kritisch meine Abendkleid-Wahl beäugt – das macht mich stolz. 

Drei Zukunftswünsche …

Dass alle Leserinnen und Leser die Sommerspiele Melk besuchen. Dass meine Kinder mit 20 Jahren immer noch sagen, dass ich eine coole Mutter bin. Eine Gesellschaft, die ohne Ellenbogen auskommt, in der Haltung gezeigt wird, in der das große Ganze wieder eine Rolle spielt und nicht jede und jeder für sich allein handelt. Kultur kann und muss hier klare Zeichen und Impulse setzen.