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People | 27.07.2020

Mission Missy May

Ihre Liebe feierten die Sängerin und ihr Bräutigam mit einem spektakulären Shooting. Hinter den Kulissen sprachen wir über Kindheitsträume, verletzte Gefühle und das große Glück.

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Fancy Wedding Shooting. Missy May und Andreas Wanasek ließen sich an den Plätzen ihres Kennenlernens ablichten. „Dabei habe ich mich noch mal verliebt“, sagt die Künstlerin. © Caro Strasnik

Das Jahr hätte ihr Glücksjahr werden können. Seit ihrer Kindheit hatte Missy May von der Musicalbühne geträumt, seit Kurzem öffneten sich immer mehr Türen, sie freute sich auf zahlreiche fixierte Auftritte im In- und Ausland. Ihrem Zukünftigen erging es ähnlich: Der Sänger und Schauspieler Andreas Wanasek wollte wiederum seit er vier Jahre alt war fliegen – und schloss seine Pilotenausbildung ausgerechnet heuer ab. Die beiden wollten im September heiraten und anschließend ihre Liebe bei einer Hochzeitsreise zelebrieren. Und dann kam Corona … 

NIEDERÖSTERREICHERIN: Was passiert mit eurer geplanten Hochzeit?

Missy May: Wir haben beschlossen, im Juli standesamtlich, im ganz kleinen Kreis und outdoor zu heiraten und die große Hochzeit auf 2021 zu verschieben. Die wird dafür größer; wir haben eine tolle Location: im Kursalon in Bad Vöslau mit einem richtigen Prinzessinnensaal. Die Vorfreude tröstet ein bisschen. Wir haben Freunde und Familie im Ausland, auch viele ältere Menschen unter den Gästen, wir wollten nicht, dass unsere Hochzeit überschattet ist davon, dass jemand nicht dabei sein kann oder Angst hat, in die Kirche zu kommen.

Ihr habt dieses fantastische Shooting gemacht. Wie ist es euch dabei gegangen?

Wir haben den Tag sehr genossen. Wir haben die Fotografin gebeten, das Shooting an Orten zu machen, die mit unserem ersten Date und unseren ersten Gehversuchen zu tun hatten. Es war schön, ich hab‘ mich dabei noch mal verliebt! Es hat auch gut getan, ein Brautkleid anzuhaben. Das ist natürlich nicht meines, das darf nicht sein, aber trotzdem war es gut für die Seele.

Die Seele hat es gebraucht, beruflich traf euch die Krise mit voller Wucht …

Doppelt. Andreas ist als Pilot gerade fertig geworden und konnte nicht fliegen. Bei mir wurden sämtliche Produktionen und Tourneen abgesagt. Das war ein großer Schock.

Wie habt ihr die Isolation erlebt?

Am Anfang sehr gut. Durch Andreas‘ Ausbildung waren wir in den letzten zwei Jahren viel voneinander getrennt, umso schöner war es zunächst, dass wir nichts tun konnten. Das hatte ich noch nie in meinem Leben. Bei mir war alles sehr strukturiert, eigentlich immer viel zu viel, so dass schon manche gesagt haben: „Komm einmal fünf Schritte zurück.“ Die Krise hat entschleunigt und für meine Tochter Marie war es schön, einmal die volle Aufmerksamkeit zu haben. Das Homeschooling war wiederum manchmal eine Challenge (lacht) – Respekt gegenüber jeder Lehrerin und jedem Lehrer. Sie leisten sehr viel.

Wie ging es dir emotional?

Ich bin ein bisschen schwarzmalerischer, Andreas ist zum Glück ein sonniges Gemüt. Er war überzeugt, dass danach ein Aufschwung folgt, dass wir da durchtauchen müssen. Er hat gesagt: „Du darfst nicht vergessen, wir sind zu zweit. Wenn wir zusammenhalten, kann uns nichts passieren.“

Ich war ja schon einmal verheiratet und eine Zeit mit der Kleinen alleine. Ich glaube, dass ich im Hinterkopf noch hatte, dass ich alles allein checken muss. Aber so ist es ja nicht mehr, das musste ich erst begreifen.
Natürlich gab es Tage, an denen ich mir dachte: Was ist das für ein Jahr? Mein Kalender war voll mit Dingen, die ich mein Leben lang machen wollte, sogar eine Welttournee stand an. Noch im Jänner habe ich mit Maya Hakvoort in Atlanta ein Konzert gegeben. Trotzdem: Da spiele ich lieber ein Jahr nicht und wurschtel mich durch, aber meine Familie lebt und ich muss mir keine Sorgen um meine Angehörigen machen.

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© Caro Strasnik

In einem Interview hast du einmal gesagt, du wolltest Musicalsängerin werden, als du mit zehn Jahren Maya Hakvoort in „Elisabeth“ gesehen hast. Heute seid ihr Kolleginnen und Freundinnen …

Maya ist auch meine Trauzeugin! Sie ist meine Mentorin, der Grund warum ich singe und sie hat mir eine Stimme geschenkt, indem sie mir ihre Technik weitergibt. Ich habe ihr einmal erzählt, dass ich zwar gern Pop mache, aber eigentlich seit meiner Kindheit zum Musical wollte. Für mich war klar, dass das nicht geht. Woraufhin sie sagte: „Du hast alles, was man braucht, mach‘s!“ Ich hab‘ dann tatsächlich Schauspielunterricht genommen. Irgendwann hat Maya angerufen und gesagt: „Marjan (Shaki, Anm.) ist schwanger, magst du nicht bei ,Voices of Musical‘ einspringen?“ So hat es angefangen. Es gab so viele Momente, in denen ich an mir gezweifelt habe. Gäbe es Maya nicht, ich hätte aufgehört. Sie ist ein unfassbar toller Mensch, liebevoll, sie ist Familie.

Wie bist du aufgewachsen?

Meine Mama kommt aus einer Lehrerdynastie, mich hat Schule nie interessiert. Mein Vater war Jurist. Kunst? Hobby ja, beruflich nein (lacht). Dann hat aber mein Vater für mich doch eine Kinder-Musical-Gruppe gesucht. So kam ich zum ORF, hab‘ Kindersendungen gemacht wie Tom Turbo und für Lisa Film in Deutschland mit Maximilian Schell gedreht. Monika Ballwein nahm mich dann einmal zu einem Vorsingen für eine Eskimo-Werbung mit, daraus wurde nichts, aber dafür hatte ich mit 16 am selben Tag einen Plattenvertrag am Tisch.

Dass du viel drauf hast, wurde dir also schon früh bestätigt?

Ich hab‘ eher immer das Gefühl gehabt, dass ich ein Sonntagskind bin. Ich hab‘ irgendwann einen guten Mittelweg gefunden zwischen nicht so viel auf andere Menschen hören, sich selber nicht verlieren und den Beruf nicht zu ernst nehmen. Natürlich hat es mich geärgert, wenn jemand eine Rolle gekriegt hat, die mein Ding gewesen wäre. Bis jetzt ist aber immer noch irgendwo eine Tür oder ein Fenster aufgegangen. Das ist schon ein bisserl schwierig, aber welches Leben ist es nicht?

Glow for a Day

Viele Bräute wollten ihre fertigen Traumkleider nicht einmal anprobieren. Das traf Bernadette Sophie Pachler, Inhaberin des Loveglow Bridal Concept Stores in Klosterneuburg, mitten ins Herz. Sie schloss sich kurzerhand mit Wedding Plannerin Sabrina Feichtinger (Exclusive Weddings & Events) und Top-Fotografin Caro Strasnik zusammen, um Paaren, denen Corona einen Strich durch die Rechnung machte, dennoch ein perfektes „Styled Wedding Shooting“ anzubieten. Mehr noch: Mit den „Glow for a Day“-Packages können alle Paare einen besonderen Tag lang ihre Liebe feiern, sich das Shooting zu einem Jubiläum schenken oder weil sie mit ihren Hochzeitsfotos nicht happy sind. Für alle gilt: „Wir shooten nicht im typischen Stil, sondern ganz individuell und wie für ein Hochglanzmagazin“, sagt Fotografin Caro Strasnik. Infos & Booking: www.glowforaday.com

 

 

 

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Missy May: "Ich habe immer das Gefühl gehabt, dass ich ein Sonntagskind bin." © Caro Strasnik

Du warst bereits mit 23 Mama. Wie war diese Zeit?

Ich war war eine glückliche Schwangere. Viele haben gesagt: „Glaubst du nicht, dass dann alles vorbei ist?“ Aber ich hab‘ seit meinem zehnten Lebensjahr Geld verdient, war schon so lange in dem Business, ich habe eher das Gefühl gehabt, dass ich älter bin, als ich war. Als Marie dann auf der Welt war, hab‘ ich kurz noch mit dem Publizistik-Studium weitergemacht, bin mit der Kleinen am Busen im Audimax gesessen (lacht). Parallel habe ich im Studio weiter aufgenommen. Ich habe sie überallhin mitgenommen oder die Großeltern haben aufgepasst. Ich war keine Mutter, die 24 Stunden daheim war, aber sie bekam Liebe von allen Seiten und durfte erleben, wie es auf und hinter der Bühne ist. Ich möchte, dass mein Kind sieht, dass ein Beruf glücklich machen kann, aber dass man für einen Traum auch arbeiten muss: Ob ich nun Meeresbiologin oder Sängerin sein will. Heute habe ich eine selbstständige junge Dame zu Hause, die weiß, was sie will.

Du beteiligst dich an der #unhatehuman-Initiative des Fotografen Andreas Hochgerner, die sich unter anderem gegen Hass im Netz richtet. Warum?

Weil das so überhandgenommen hat, dass die Menschen dich unter dem scheinbaren Deckmantel der Anonymität im Internet angreifen. Was ich schon alles bekommen hab‘! Wüste Beleidigungen von „du hast dich hochgeschlafen“ bis hin zu „dir sollte man die Pappen zunähen“. Anfangs hat mich das wirklich gekränkt, ich konnte nicht schlafen.

Sogenannte Promis werden oft gehasst, weil man glaubt, dass ihnen alles geschenkt wird. Die Arbeit, wie viel Training und Tränen dahinter stecken, sieht man nicht und das ist auch gut so. Aber man kriegt eben nicht nur Applaus, man muss sich bei jeder Audition neu beweisen und es kann sein, dass ein Album floppt, in das du gerade zwei Jahre Zeit und Geld investiert hast. Ich hab‘ anfangs geglaubt, die Leute mögen nur mich nicht. Dann kommt man drauf, dass auch andere Ähnliches erleben. Das Internet ist super, das ist leider die Kehrseite. Man muss den Menschen klarmachen, dass man so nicht miteinander umgehen darf.

 

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Auf Schock folgt Zuversicht. Nach Corona-Absagen ist Missy dennoch dankbar für Gesundheit und Familienglück. © Caro Strasnik

Du hättest in Brunn am Gebirge im Musical „Into the Woods“ gespielt, das wurde auf 2021 verschoben. Wo erlebt man dich trotzdem live?

Das Schöne ist, dass sich mittlerweile laufend neue Sachen auftun, Künstlerinnen und Künstler, die ich zuvor eher als Einzelkämpfer erlebt habe, schanzen sich gegenseitig Auftritte zu. Jedenfalls singe ich im Sommer mit Maya Hakvoort und Tini Kainrath bei „Picknick in Tracht“ (www.gasslwasinger.at), ein „Voices of Musical“ im Belvedere-Garten und „Frauenpower“-Konzerte – Maya und ich haben während Corona ein neues Programm zusammengestellt – in Bad Vöslau und im Seminar-­Park-Hotel Hirschwang.

Wie blickst du in die Zukunft?

Ich will das Jahr so akzeptieren, wie es ist. Ich bin glücklich, dass ich ein gesundes Kind und einen tollen Mann an meiner Seite habe. Ich ernähre mich bewusster, Andreas macht viel Sport, wir wollen gerne gesund bleiben und 104 Jahre alt werden (lacht).

 

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© Caro Strasnik

Missy May

… wurde 1986 geboren, wuchs in Wien auf und lebt mit ihrer Tochter (11) und ihrem Zukünftigen in Maria Enzersdorf. Ihre kreative Laufbahn begann sie in einer Kinder-Musical-Company; sie wirkte früh in vielen TV-Produktionen mit, machte jahrelang Pop und reüssiert in jüngster Vergangenheit im Musical („Pension Schöller“, „Voices of Musical“). Aktuell: „Frauenpower“ mit Maya Hakvoort