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People | 09.10.2020

Von Showgirl bis große Robe

Irina Hofer entwarf die Kostüme für die Revue bei den Herbsttagen Blindenmarkt. Die Designerin im Blitztalk.

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(© Ursula Schmitz) Nein zu Denim. Am liebsten trägt Irina Hofer selbst entworfene Kleider – und niemals Jeans, verrät sie.

Neben den großen Visionen der Kindheit hielt sich eine hartnäckig: der Traumberuf Modeschöpferin. So besuchte Irina Hofer die Modeschule in Hallein, in Wien absolvierte die Salzburgerin das Kunstgeschichtsstudium – und machte sich 2014 dort mit einem eigenen Atelier selbstständig. Die Designerin kreierte nun aufwändige Kostüme für die große „Herbsttage Blindenmarkt“-Revue „Freunde, das Leben ist lebenswert“ (ab 9. Oktober 2020).

Was faszinierte Sie als Kind an Mode?
Als Kind war es eher eine Art Spiel: Farben, Strukturen und die Möglichkeit sich zu verändern und die Wahrnehmung anderer zu beeinflussen.

Was lieben Sie heute an Mode?
Da hat sich nicht so viel verändert. Mode als Kommunikationsmittel ist allgegenwärtig und mächtig. Mich wundert es oft, dass viele Menschen dieses Potenzial ungenutzt lassen und sich uniformieren. Mit Kleidung kann ich meine Stimmung und Ausstrahlung beeinflussen, das macht verdammt viel Freude.

Was inspiriert Sie für Ihre Modelle?
Oft möchte ich einen gewissen Teil des weiblichen Körpers besonders in Szene setzen und versuche, diesen durch meine Schnittführung zu zelebrieren.

… und für Bühnenkostüme?
Von den Texten und Situationen auf der Bühne ausgehend, entwickeln sich im Gespräch mit Regie und Team meine Entwürfe. Das ist für die „Herbsttage“ eine wundervoll inspirierende Sache, da meine klassische Formensprache und meine Verehrung Hollywoods der 1940er und 1950er auf Gegenliebe stößt.

Worauf legen Sie bei Kostümen ein besonderes Augenmerk?
Kostüme sollen helfen, eine Geschichte zu erzählen, Gefühle zu vermitteln. Ganz nebenbei sollen sich natürlich die Darstellenden wohl darin fühlen und viel Bewegungsfreiheit haben.

Wie sehen die aktuellen Kostüme aus?
Die Grundlage ist eine Farbpalette die sich durch alle Nummern zieht und so den „pinken“ Faden bildet. Ich freue mich, alles von Showgirl-Glamour bis hin zu großen Roben präsentieren zu können. Wir möchten das Publikum für 90 Minuten verführen, den Alltag, Ampeln und Prognosen zu vergessen und ein Leuchten in die Augen zaubern.

Worin fühlen Sie sich am wohlsten?
In meinen Kleidern. Ich sitze an der Quelle und mach‘ es mir, wie es mir gefällt.

Was tragen Sie niemals?
Jeans. Niemals.

Das älteste Modell in Ihrem Kasten?
Mein Taufkleid, gehäkelt von Mama.

… und das Neueste?
Meine neuesten Prototypen. Bevor sie in Serie gehen, trage ich sie immer Probe – als „Publikumstest“.

Wenn Sie eine Zeitmaschine hätten, wohin würden Sie reisen?
Zu einem Milchbad mit Kleopatra oder geradewegs in die Zukunft.

Ein kleiner Blick in die Mode-Glaskugel. Was kommt? Was geht?
Ich wünsche mir eine Welt ohne Trends, dafür eine bewusst kuratierte Garderobe für jede Frau.

Stichwort Nachhaltigkeit und Mode. Ihre Gedanken dazu?
Meine Kollektionen werden fair und oft „on demand“ produziert. Ich versuche alle Prozesse, Lieferketten, Materialien noch effizienter und nachhaltiger zu nutzen. Die Maßlosigkeit in der Modebranche zeigt sich schon seit Jahrzehnten. Egal ob Billigketten oder große teure Marken: Vieles wird unter untragbaren Bedingungen produziert. Kaufen Sie bei kleinen, lokalen Anbietern aus lokaler Produktion. Fragen Sie, wo unter welchen Bedingungen produziert wird. Das ist gut für Österreich, Europa und durch den Umweltschutz für die ganze Welt.

https://www.herbsttage.at
www.irinahofer.com