Loading…
Du befindest dich hier: Home | People

People | 22.01.2021

Sanft & Stark

Sie beginnt mit Straßenmusik, mit den besten Freunden – ihrer Band – gewinnt sie kürzlich den XA Music Export Award. Am 8. Jänner erscheint ihre fabelhafte Debüt-EP: die Singer-Songwriterin OSKA ganz persönlich.

Bild 2012_N_Oska02_Oska_(c)_Tim_ .jpg
"Das Leben ist voller Enttäuschungen und schöner Sachen. Beides macht mich zu dem, wer ich bin." - Maria Burger alias OSKA (© Tim Cavadini)

Manchmal ging sie mit einem Hunderter heim, manchmal mit neun Euro, sagt Maria Burger. Ums Geld ging es ihr erst einmal gar nicht. Sie wollte spielen. Ohne Schnickschnack, von Herz zu Herz, auf der Straße, in den U-Bahnstationen Wiens. Und wenn das bedeutete, „dass ich vor Kälte manchmal das Plektrum kaum noch halten konnte“.

„Aber bei jedem Straßenkonzert gab es mindestens einen besonders schönen Moment“, sagt die 23-Jährige und erzählt im gleichen Atemzug von einer unvergesslichen Begegnung mit einem kleinen, nicht sehenden Mädchen. „Ihr Papa wollte schon weitergehen, sie wollte aber zuhören. Sie ist bestimmt eine halbe Stunde neben mir geblieben und hat einfach getanzt.“ Das liegt an ihrer Stimme, ihren Songs – und an ihrer funkelnden Ausstrahlung, wie wir beim Interview feststellen dürfen. Bei OSKA – so der Künstlername – stimmt einfach alles, dürfte sich auch das kanadische Label Nettwerk gedacht haben; es bringt am 8. Jänner die Debüt-EP „Honeymoon Phase“ der kürzlich preisgekrönten Waldviertlerin heraus. Die Songs werden seit dem Herbst häppchenweise released.

NIEDERÖSTERREICHERIN: Du hast kürzlich den XA Music Export Award gewonnen. Auf Social Media gratulieren dir namhafte Kolleginnen und Kollegen wie Yasmo und Julian Le Play. Wie hast du das erlebt?
OSKA: Als ich zuerst gesehen habe, wer sonst noch nominiert ist (beispielsweise Lou Asril und Alicia Edelweiss, Anm.), habe ich mir gedacht, ich werde es sicher nicht gewinnen (lacht). Gleichzeitig hab‘ ich mich sehr gefreut: Wow, ich bin mit den Leuten nominiert?! Wir – meine Band sind echt meine besten Freunde – haben es dann durchgezogen, sehr viel Arbeit in unser Livesession-Video gesteckt, das die Nominierten einreichen sollten, weil das Waves Vienna Festival nicht live stattfinden konnte (normalerweise beurteilt die Jury die Livekonzerte, Anm.). Wir haben dafür viel schönes Feedback von Musikjournalisten bekommen. Die Sache war damit für mich abgeschlossen und dann wurde doch tatsächlich mein Name genannt – es war einfach großartig! Es tut sich seither auch etwas in der Szene, viele haben jetzt von mir gehört …

Apropos OSKA: Du hast dir den Namen deines Bruders ohne „r“ geliehen. Warum?
Es hört sich einfach gut an, ich hab den Namen Oskar immer schon gemocht. Ich hab‘ auch tatsächlich mein erstes Lied mit Oskar geschrieben. Da war ich ungefähr sieben und habe noch auf der Geige gezupft; das waren auch nur zehn Noten oder so, aber eine ganz steile Melodie (lacht). Oskar ist einfach der Musikalischste von uns: Er spielt Schlagzeug, Geige, Klavier, singt, war bei den Sängerknaben … Meine ganze Familie ist mir prinzipiell sehr wichtig.

Bild 2012_N_Oska03_Oska_(c)_Tim_C.jpg
Es war einmal im Waldviertel. Daheim im Wintergarten beginnt sie als Kind, eigene Lieder zu schreiben. 23 Jahre jung bringt OSKA Songs heraus, die berühren und sich erstaunlich schnell charmant im Kopf festhaken. (© Tim Cavadini)

Du bist in einer Großfamilie im Waldviertel aufgewachsen?
Genau, in der Nähe vom Ottensteiner Stausee, in einem sehr schönen, kleinen Ort. Von unserem Haus gehe ich fünf Minuten in den Wald. Jetzt lebe ich in Wien, das vermisse ich schon. Ich bin die Jüngste von fünf Geschwistern und habe auch noch drei ältere Halbgeschwister. Meine Kindheit war urschön, aber auch schwierig, als meine Eltern sich getrennt haben. Das ging über Jahre. Mama hat uns dann großgezogen. Ich war die kleine, nervige, aber doch liebe Schwester – und als Nachzüglerin auch viel im Mittelpunkt.

Da gibt es möglicherweise einen Zusammenhang zu deiner besonderen Ausstrahlung …
Oh, danke (strahlt). Es war auch immer so: Egal, wie schwierig es gerade war, ich bin immer liebgehabt worden. In meinem Musikvideo „Love You‘ve Lost“ geht es genau darum: um Familie, Liebe und Trennung. Wir haben dafür alte Familienvideos verwendet und es war so schön zu sehen, wie meine Geschwister mit mir umgegangen sind. Man sieht auch, wie meine Mama mich wickelt und mir vorsingt, wie ich am Bett stehe und singe – wir haben wirklich immer gesungen. Mama hat immer dafür gesorgt, dass wir es schön und gemütlich haben.

Hat deine Mama auch professionell Musik gemacht?
Sie hat immer Musik gemacht, wollte das auch studieren und sogar nach Kanada. Sie hat aber schon mit 20 das erste Kind bekommen und eine große Familie war dann eben ihr anderer Traum. Was schön ist: Ich hab‘ jetzt ein Label aus Kanada.

Musik war also immer Teil deines Lebens?
Ja, wir haben alle Instrumente gelernt, Mama hat eine wunderschöne Stimme, sie singt diese Joan Baez-Richtung so gut. Wir haben daheim einen Wintergarten und ich weiß nicht, wie viel Zeit wir dort verbracht haben, während wir Musik gemacht haben!

Nach der Matura in Krems bist du nach Wien. Wolltest du dich professionell der Musik widmen?
Das war ein Prozess. Ich hatte auch überlegt, Germanistik und englische Literatur zu studieren oder nach England zu gehen. Schließlich bin ich nach Wien, um Straßenmusik zu machen, das war mein Ding! Ich hab‘ mit einem Freund gemeinsam Covers gespielt: Songs von „Florence & The Machine“ oder „U2“. Es ist schön, wenn die Leute stehenbleiben und mitsingen, das hat was Gemeinschaftliches. Und wenn ich mit Covers genug Leute versammelt habe, habe ich auch eigene Songs gesungen.

Bild 2012_N_KU_Oska_Familie_9efde.jpg
Musik war immer. Singen mit der Familie: Maria Burger als Baby, Bruder Michael, ihre Mama, Schwester Leni, Oskar auf der Gitarre und Merlin

Parallel hast du Musik studiert und deinen Bachelor gemacht. Wie begann es bei dir mit den eigenen Songs?
Ich hab‘ mit zwölf angefangen, Lieder zu schreiben. Über Familie, Liebeskummer und die Schule. In der Unterstufe habe ich mir schwer getan; ich bin nicht dumm, aber ich war woanders mit dem Kopf. Ich bin heimgekommen und wollte auch keine Hausübung machen, ich hab‘ nur Gitarre gespielt. Da habe ich alles, was mich beschäftigt hat, verarbeitet. Ich hab‘s lange auch niemandem gezeigt, außer meiner Schwester Leni. Sie hört bis heute alle meine Lieder als erste.

Wie entstehen deine Songs?
Ich spiele und singe, mache also Melodie und Text gleichzeitig, nehme es mit dem Handy auf und arbeite so lange daran, bis ich spüre, dass es das ist, was ich sagen möchte. Es ist echt ein Machen, ein trial and error (Versuch und Irrtum, Anm.). Manchmal dauert es lang, manchmal setze ich mich hin und habe in 20 Minuten ein Lied. Das sind die schönsten Momente – wie beispielsweise bei „Distant Universe“.

Worum geht es da?
Um eine Freundschaft, die zerbrochen ist, die ich eine Zeit lang romantisiert habe. Wir haben irgendwann in der Schule Paralleluniversen besprochen und ich habe diesen Gedanken so cool gefunden, dass es viele verschiedene Welten, viele Versionen geben könnte. In der einen haben wir vielleicht dieses Interview, in der anderen nicht. In einem anderen Universum kann vielleicht auch die Freundschaft, von der ich singe, sein. Das Video haben wir übrigens im Waldviertel in einer alten Lokomotive gedreht; die Menschen, die dort arbeiten, waren so lieb, die machen das so voller Leidenschaft und für mich war es schön, herzeigen zu können, wo ich herkomme.

Deine EP erscheint im Jänner, wie blickst du in die Zukunft?
Ich arbeite an meinem Album, das 2021 herauskommt. Ich will richtig coole Musik machen, es soll immer schöner, ehrlicher, mutiger werden. Hoffentlich findet meine erste Tour statt: Als Support der niederländischen Band „Haevn“ soll es im Februar nach Deutschland gehen, im Mai in die Niederlande.

Empfehlung von Herzen.
Die Debüt-EP „Honeymoon Phase“
von OSKA erscheint am 8. Jänner 2021 bei Nettwerk.


www.facebook.com/goodoldoska
www.instagram.com/goodoldoska

Wir weisen Sie ausdrücklich darauf hin, dass dieser Inhalt von einem Drittanbieter zur Verfügung gestellt wird. Durch den Aufruf des Inhaltes besteht die Möglichkeit, dass der Anbieter auf Daten in Ihrem Browser zugreifen kann. Dazu können auch personenbezogene Daten gehören. Nähere Infos dazu finden Sie in den Datenschutzbestimmungen des Anbieters.