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People | 10.07.2021

SERIE. Schraube locker

Stellvertretend für Tausende Menschen auf und hinter den Bühnen in Niederösterreich baten wir sieben Protagonistinnen zum Interview. Teil 3: Im Filmhof Wein4tel Asparn/Zaya treibt ein Möchtegern-Casanova sein Unwesen: Adriana Zartl spielt eine der drei Frauen, an denen er scheitert – sie plaudert aus dem Nähkästchen.

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Schräg stark. Adriana Zartl spielt eine exzentrische Schauspielerin, an der sich der Casanova ebenfalls die Zähne ausbeißt. (© Huber Communication)

NIEDERÖSTERREICHERIN: Neil Simons „Der letzte der feurigen Liebhaber“: Welche der drei Frauen wirst du verkörpern?
Adriana Zartl: Ich spiele eine durchgeknallte Schauspielerin, die eine Schraube locker hat. Vielleicht sind es auch mehrere, das ist nicht ganz klar, ob ihr all die schrägen Dinge wirklich passieren oder ob sie sie erfindet (lacht).

Wie war deine Arbeit an der Rolle?
Normalerweise hat man Szenen, die drei oder fünf Minuten dauern; dieses Stück hat drei Riesenszenen: für jede Frau eine mit jeweils 20 Seiten Text. Das war schon eine Herausforderung, noch dazu weil die Figur so irrsinnig viel redet. Das ist mir nicht unähnlich (lacht). Der Unterschied ist: Mich interessiert auch, was die anderen sagen, sie nicht.

Der Typ probiert drei Frauen durch. Nach einem feministischen Stück klingt das nicht gerade. Oder eben doch?
Er wäre gerne der Liebhaber, er  möchte sie verführen, sich einen Seitensprung in der Wohnung seiner Mutter checken, aber es gelingt ihm nicht. Mit allen drei nicht; die Frauen sind zu stark für ihn in diesem Stück.

Was ist für dich eine gute Komödie?
Neil Simon schreibt so irrsinnig gut, da musst du nicht viel dazuspielen. Für eine gute Komödie musst du ein richtig guter Autor sein. Ich mag es, wenn ich mich bei einer Komödie fallen lassen und herzlich lachen kann. Dafür muss der Humor im Kern schon intelligent sein, dann dürfen auch einfachere Witze oder „Schenkelklopfer“ dazukommen.

Was denkst du: Wie wird das Sommertheater heuer sein?
Die Menschen sind durstig nach Kultur, ich kenne einige, die sich schon viele Karten besorgt haben, weil sie heilfroh sind, dass man sich wieder kulturell betätigen, sich unterhalten oder mit Inhalten kritisch auseinandersetzen kann. Kultur hilft zu denken, die Dinge zu hinterfragen. Es ist schön, wenn das Hirn wieder angeregt wird und nicht brach daliegt.

Wie wird dein Sommer?
Ich freu mich totaaaaal (um die fünf a bat Adriana Zartl ausdrücklich, Anm.)! Weil ich endlich wieder spielen, meinen Beruf ausüben kann. Ich freue mich auch darauf, andere Produktionen zu sehen. Außerdem steht mir eine besondere Premiere bevor: Ich werde das erste Mal mit meinem Kind zwei Wochen irgendwo Urlaub machen. Ich hatte noch nie zwei Wochen frei im Sommer.

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Netter Versuch. Drei Charakterfrauen und einer, der sich überschätzt: Julia Cencig, Adriana Zartl, Sonja Romei und Michael Rosenberg. (© Martin Hesz)

Filmhof Wein4tel Asparn/Zaya
29. Juni bis 8. August 2021, 18 bzw. 20 Uhr; Kirchengasse 5, Asparn/Zaya
www.filmhof.at

Siehe auch:

* Teil 1: Musicalstar Myrthes Monteiro in Amstetten

* Teil 2: Miriam Fussenegger beim Theatersommer Haag