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People | 24.05.2022

Think big!

Franziska Rauch will mit Magnetkleidung eine ganze Industrie revolutionieren. Eine Bestätigung: der German Design Award.

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Ganz schön klug: Franziska Rauch gründete mit ihrem Mann „Yorokani“: Das Knöpfeln ersetzen auf ihren Modellen verdeckte magnetische Verschlussleisten. (© Hannah Mayr)

Erst mit Hemd ist man richtig angezogen, das war Großvaters Credo. Bloß es fühlten sich die Knopflöcher immer zu klein an. „Das führte zum täglichen Tobsuchtsanfall“, schmunzelt die in Maria Jeutendorf aufgewachsene Enkelin, die sich fragt: Warum wurde die Krux mit dem Knopf seit Jahrhunderten keiner Innovation unterzogen? Das war die Initialzündung für Yorokani, dem Baby von Franziska und Johannes Rauch.

Was ist Yorokani?
Franziska Rauch: Die Innovation liegt in der verdeckten magnetischen Verschlussleiste: Mit einer Bewegung finden und schließen sich die Perlmuttknöpfe unserer Kleidungsstücke.

Was bedeutet der Name?
Wir haben ihn selbst kreiert: aus den japanischen Worten für Freude (= Yoro­kobi) und  Leichtigkeit (= Kan‘i).

Eure bisher schönsten Erfolge?
Da gibt‘s drei Highlights: die Förderzusage durch die Stadt Wien für die höchst dotierte Modeförderung. Sie hat es uns ermöglicht, eineinhalb Jahre zu forschen und zu entwickeln. Das Ende dieser Periode wurde durch ein Patent gekrönt, da sind wir gesprungen vor Freude! Der dritte Höhepunkt ist der German Design Award für exzellentes Produktdesign. Das bestärkt uns am Weg, die Industrie revolutionieren zu wollen.

Wie gelingt es euch, Beziehung und Business zu verknüpfen?
Wir sind seit elf Jahren verheiratet, haben zwei Kinder. Vor unserer gemeinsamen Selbstständigkeit waren wir beruflich viel unterwegs. Ich in der internationalen Kinofilmbranche, Johannes als Unternehmensberater. Die Gründung von Yorokani war auch die Wahl eines Lebensstils: Wir wollten berufliche Erfüllung und Familienleben unter einen Hut bringen. Im Unternehmen sind die Aufgaben klar verteilt, die Nachmittage verbringen wir abwechselnd mit den Kindern.

Du hast Soziologie studiert, wie kamst du zum Film?
Ich wollte das Reisen mit meiner Leidenschaft für Geschichten und Menschen verbinden.  In der Filmbranche habe ich gelernt, selbst in unsteten Settings und stressigen Situationen alle Fäden ruhig in der Hand zu behalten. Davon profitiere ich sehr, der Aufbau eines Start-ups birgt täglich große Überraschungen.

Wie bist du als Mama?
Liebevoll, konsequent, abenteuerlustig und immer für einen Scherz zu haben.

Wer gibt dir die besten Ratschläge?
Meine Großmutter, sie ist 97 Jahre alt. Der beste Tipp zur Kindererziehung war: Wegschauen wenn‘s nicht lebensgefährlich ist und nicht zu oft „Nein“ sagen.

Welcher Persönlichkeit würdest du gerne ein Modell von Euch schenken?
Durch meine berufliche Herkunft statten wir auch Filmsets aus. Es haben schon so manche Persönlichkeiten Yorokani getragen. Wenn ich mir jemanden zusätzlich wünschen dürfte, würde ich James Bond samt Ladys beschenken: Sie genießen eine Bootsfahrt, öffnen Magnetblusen und -hemd und köpfeln lässig ins nächste Abenteuer. Dieses Lebensgefühl verkörpern wir mit Yorokani.

Drei Wünsche an die gute Fee?
Gesundheit für uns, dass ich meinem Umfeld eine loyale Freundin bleibe und sich unser Konzept Familie-Selbstständigkeit weiterhin so großartig entwickelt.

Welche Frage wünschst du dir noch?
Was ist eure Vision für Yorokani?

… und die Antwort darauf?
Magnetkleidung so zu etablieren, wie es mit Rollkoffern gelang. Wer trägt schon noch den Koffer zum Bahnsteig?!

www.yorokani.com