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People | 14.06.2022

Sehr bald zu sechst

Sie wollten uns irgendwie vom Gegenteil überzeugen, aber sie sind es doch: ein Traumpaar. Denn gerade bei großen Lebensfragen halten die Musicalstars Marjan Shaki und Lukas Perman unaufgeregt zusammen.

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Die Musicalstars Marjan Shaki und Lukas Perman © Perman

Seit gut 17 Jahren hat die Öffentlichkeit ein Bild von einem bildschönen perfekten Paar vor Augen; zwei Menschen im Showbusiness, mittlerweile zwei Kinder – wie machen sie das? Nur wenige Wochen vor dem avisierten Interview wird es noch spannender: Marjan Shaki erwartet Zwillinge. „Wenn man etwas loslässt, kommt es doppelt“, lacht sie. Während ihr Mann nun im August bei „The Grand Show“ im Steinbruch St. Margarethen im Rampenlicht steht, könnte ihr großer Auftritt zur selben Zeit im Kreißsaal über die Bühne gehen. Aber schön der Reihe nach.

BURGENLÄNDERIN: Ihr steht schon so lang im Rampenlicht, es wird gar nicht mehr erzählt, wie ihr zum Musical gekommen seid. Wie war es bei dir, Marjan?

Marjan: Ich war 16, als mir ein Zettel über Gesang, Tanz und Schauspiel in die Hände fiel. Ich kannte damals nur „Cats“, aber das fand ich spannend. Es gab noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten, vor allem bei meinem Vater (lacht), aber dann war ich an der Stage School in Hamburg. Ich blieb zunächst ein bisschen „verstreut“: Ich hab’ getanzt, moderiert, gedreht, wollte ein Album rausbringen. Dann sind mir meine Eltern aufs Dach gestiegen: „Du hast hast ein Diplom in der Tasche, mach mal ein Vorsingen.“

… und so kamst du als Erstes zu „Tanz der Vampire“.

Ich habe den Job tatsächlich bekommen, bevor ich das Stück gesehen habe (lacht). Aber ich war von „Tanz der Vampire“ hingerissen, bis heute. Was mir erst später bewusst wurde: Die Kunst, die harte Arbeit beginnt dann, wenn du die Rolle 150 Mal gespielt hast; die Herausforderung liegt darin, sie frisch zu halten.

Wie waren deine Anfänge, Lukas?

Lukas: Ich bin mit Musik aufgewachsen, ich war an einem musischen Gymnasium, hab’ Instrumente gelernt und gesungen. Als wir dort ein Musical gemacht haben, hatte ich ein Aha-Erlebnis und ich bin dann fürs Studium nach Wien. Dann kam Starmania (er war 2002 Kandidat, Anm.) und gleich im Anschluss war ich im Ensemble bei „Elisabeth“. „Romeo & Julia“ veränderte dann alles (Marjan und Lukas spielten die Hauptrollen und wurden ein Paar, Anm.). Wir wollten später nach Spanien, Marjan spricht fließend spanisch und ich war dabei, es zu lernen. Ich hatte schon einen Job in einem Musical dort, dann haben wir es doch nicht gemacht.

Marjan: Weil es dort noch härter war; wir lernten tolle Darsteller*innen kennen, die konnten nicht davon leben.

Lukas: Im selben Jahr kam ein Angebot aus Japan, von da an waren wir immer wieder dort.

Marjan: Was wir machen, machen wir mit Leidenschaft, aber nicht um jeden Preis. Wir haben auch die Partnerschaft nie überstrapaziert.

Lukas: Zumindest nicht durch Fernbeziehungen (lacht).

Ihr habt also bewusst entschieden, eure Wege gemeinsam zu gehen?

Lukas: Wir hätten noch mehr größere Rollen spielen können, wenn wir beispielsweise nach Deutschland gegangen wären. Was wir aber dafür ernten, ist – und das haben viele Kolleg*innen nicht –, dass wir ein Zuhause haben. Jetzt noch dazu eines, das kompromisslos perfekt ist. Außer: Marjan hätte gerne einen Meerblick.

Marjan: Ich bin Hamburgerin!

Lukas: Wenn das Gras höher ist undder Wind drüberweht, schaut das aus wie ein wogendes Meer.

Marjan: Das sagt ein Österreicher, der zwischen Bergen aufgewachsen ist (lacht). Für mich schaut es nicht so aus, aber es ist schön.

Lukas: Wir hatten Glück, dass wir noch vor der Pandemie rausgezogen sind (in den Wienerwald, Anm.), beruflich war es ja desaströs.

Marjan: Ich habe es nicht so extrem erlebt. Ich hab’ immer gesagt: Mut zur Lücke. Lukas hat da mehr Sicherheitsdenken. Es gab wenige Momente im Leben, in denen ich wirklich nervös wurde. Ich habe mich nie davon mitreißen lassen, von einer Produktion zur nächsten zu rennen; das birgt natürlich auch eine Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Aber ich war ohnehin noch bei unseren Töchtern, die sind jetzt erst drei und sieben. Ich fand es schön, dass Lukas viel zu Hause war, und mir war klar, dass das irgendwann vorbei ist.

17 Jahre zusammen – wie habt ihr es bis hierher geschafft?

Lukas: Wir haben in vielen Dingen sehr verschiedene Herangehensweisen, früher haben wir uns öfter zerfleischt.

Marjan: Aber wie! Wir haben viel gestritten, aber nie voneinander losgelassen, weil wir intuitiv oder unterbewusst immer gespürt haben, dass da noch Wachstumspotenzial ist. Ich hab’ ihn gedanklich einige Male an die Wand geschmissen (lacht). Aber die Herzensverbindung war immer da.

Lukas: Und es gab immer wieder neue Entscheidungen, weiterzugehen.

Marjan: Und zu verzeihen.

Lukas: Dann bekamen wir die Kinder und waren noch mehr verbunden. Ich bin sehr glücklich, dass wir grundsätzlich an einem Strang ziehen, was die Lebenshaltung betrifft.

Marjan: Die 17 Jahre sind uns irgendwie passiert – aber schon mit Einsatz, Tränen, Freude und vielen Dingen, die uns zusammengeschweißt haben.

Lukas: Bei der Nachricht über die Zwillinge hab’ ich schon ein paar Schnapserl gebraucht (lacht).

Marjan: Ich wollte immer viele Kinder, aber es sollte nicht sein, ich hab das losgelassen. Jetzt sind es Zwillinge, da sind wir sehr beschenkt vom Leben.



Impressionen
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Schillernd. Niko Niko stattete die Musicalstars auch im Vorjahr aus.

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Macht es dir auch Angst, was da alles auf dich zukommt?

Marjan: Ich hab’ zwei sehr leichte Geburten gehabt, darum raten Ärzte und Hebamme, auch diesmal spontan zu entbinden. Aber ich bin jetzt 41 und zwei ist schon noch mal was anderes (lacht). Worüber ich mehr nachdenke, ist, ob ich es schaffe, auch bei vier so fürsorglich zu sein. Ich hab’ weniger Angst, die Kleinen versorgen zu können, als davor, dass die Größeren dann das Nachsehen haben.

Lukas, wie blickst du in die Zukunft?

Lukas: Die Freude ist mittlerweile sehr groß. Was mir schon ein beklemmendes Gefühl gibt, ist die globale Lage im Kontext mit Kindern. Der Ukraine-Krieg ist furchtbar, das Schlimmste sind die klimatischen Veränderungen.

Was ist euch wichtig in der Erziehung eurer Kinder?

Lukas: Dass sie lernen zu sehen, wo man achtsam sein kann, und dass sie andere respektieren. Eine ukrainische Familie lebt bei uns, wir zeigen unseren Kindern: Wenn man Platz hat und in der Kraft ist, kann man etwas weitergeben, ohne sich dafür etwas zu erwarten. Das ist kein Tauschhandel. So funktioniert der Kapitalismus, in menschlichen Beziehungen darf das nicht sein.

Marjan: Ich sage: Verbundenheit und Abgrenzung. Der sozialste Mensch bringt wenig, wenn er selbst zusammenbricht.

Wie plant ihr euer Leben weiter, wenn ihr zu sechst seid?

Lukas: Ich hab’ mich vorerst nicht auf größere Jobs beworben, das war klar, dass ich Marjan nicht mit zwei Kleinkindern und zwei Säuglingen jeden Abend alleinlasse. In einem Jahr schaut das schon anders aus. Es kann auch sein, dass Marjan ein schönes Angebot bekommt und ich bleib’ mehr zu Hause.

Musicalstars im Steinbruch. Wie habt ihr 2021 erlebt?

Lukas: Wir haben in 20 Jahren viele Musicalkonzerte gemacht, aber diese Abende in St. Margarethen waren etwas Herausragendes. Das Ambiente ist traumhaft, die Stimmung in der Gruppe war sehr gut, die Produzent*innen sind mit sehr viel Herz dabei, Herbert Pichler als musikalischer Leiter ist eine Koryphäe, die Band ist sehr gut ausgewählt – und dieser Chor im Burgenland, die vielen Menschen, die so sehr Lust haben, das zu machen, das ist schon was Besonderes.

Marjan, du hast das heurige Programm mit Peter Altmann konzipiert, worauf dürfen wir uns freuen?

Marjan: „The Grand Show“ wird eine richtig große Sache mit Tänzer*innen. Die Musicalstars bringen Songs über die Liebe: solche, die man kennt, und Schätze, die vielleicht weniger bekannt sind. Das Ganze wird wie eine andere Art Cirque du Soleil, eine magisch-märchenhafte Musicalshow!


KURZBIO

© Alex Lang

Marjan Shaki wuchs in Hamburg auf und absolvierte dort die Stage School of Music, Dance and Drama. Ihre großen Rollen hatte sie u. a. in Tanz der Vampire, Romeo & Julia, Evita, Elisabeth. Mit ihrem Mann veröffentlichte sie mehrere Singles; für ihr soziales Engagement erhielt sie den TARA Award und das Goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich.


Lukas Perman kommt aus OÖ, studierte am Mozarteum in Salzburg und am Konservatorium in Wien. Seine Paraderollen: u. a. in Romeo & Julia, Elisabeth, I Am From Austria. In Soloprogrammen tritt er mit Mark Seibert und Ramesh Nair auf. 2019 erhielt er für sein soziales Engagement in mehreren Hilfsorganisationen das Goldene Ehrenzeichen der Republik.


The Grand Show
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Mehr als 8.000 Zuseher*innen lockten die zwei von Ingrid Puschautz-Meidl und Peter Altmann produzierten Shows 2021 an: Bei „The Grand Show“ treten heuer am 26. und 27. August im Steinbruch St. Margarethen wieder Stars wie Maya Hakvoort, Missy May, Mark Seibert, Drew Sarich und Lukas Perman auf; angereichert werden die Songs mit Tanzeinlagen, der Chor Burgenland – bestehend aus Mitgliedern aller burgenländischen Chöre – tritt nach seinem erfolgreichen Debüt im Vorjahr wieder auf.


Tickets & Infos: www.musicalstars.at

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Mehr als 8.000 Zuseher*innen lockten die zwei von Ingrid Puschautz-Meidl und Peter Altmann produzierten Shows 2021 an: Bei „The Grand Show“ treten heuer am 26. und 27. August im Steinbruch St. Margarethen wieder Stars wie Maya Hakvoort, Missy May, Mark Seibert, Drew Sarich und Lukas Perman auf; angereichert werden die Songs mit Tanzeinlagen, der Chor Burgenland – bestehend aus Mitgliedern aller burgenländischen Chöre – tritt nach seinem erfolgreichen Debüt im Vorjahr wieder auf.


Tickets & Infos: www.musicalstars.at


FOTOS: Perman, Alex Lang, I & P Tomorrow/Isabella Abel/Oliver Marcher/Julia Traxler