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People | 28.09.2016

Energie tankt sie im Rampenlicht

Ihr Erfolgsgeheimnis ist ihre Menschenkenntnis; seit 30 Jahren scannt die Personalberaterin Doris Fabian Menschen quer durch alle Branchen und Positionen. Wie man Hürden überwindet, lehrte sie ihr eigenes Leben. Kraft tankt sie beim Amateurtheater.

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(© Franz Waldhäusl)

Die Knie immer aufgeschunden, das Gewand gezeichnet von wilden Abenteuern – so kehrte sie meist abends als Kind heim. „Meine Mutter sagt immer, ich war ein halber Bub – immer schmutziger, als ihr lieb war“, lacht Doris Fabian heute. Sie wuchs im Steyrtal als Einzelkind, aber mit vielen Freunden auf; ihr Spielplatz waren die Wälder und Felder, „eine wunderbare Kindheit“, sagt sie. Kein Zufall also, dass es die Personalberaterin trotz erfolgreicher Jahre in Wien erneut aufs Land zog. Das Mostviertel ist ihre neue Heimat geworden; gemeinsam mit ihrem Ex-Mann hatte sie die Fabian Personalberatung (fabian.at) und die Job-Plattform mostjobs.at zum Florieren gebracht. Steine, die es zu überwinden galt, gab es viele – nicht zuletzt, weil irgendwann die Trennung zwischen Privat und Beruflichem sein musste …

Liebe & Job. Doris Fabian war mit 18 Jahren nach Wien gegangen; sie inskribierte an der Wirtschaftsuni für Handelswissenschaften, startete parallel in einem Kosmetikkonzern. Als sich die Arbeit türmt, bricht sie ihr Studium ab. Bald heuert sie als Assistentin bei einem renommierten Unternehmen für Personalberatung an. „Die Branche habe ich dort von der Pieke auf gelernt“, sagt die taffe Geschäftsfrau. Als eine Tochterfirma entsteht, hat sie sich bereits zur Beraterin hochgearbeitet; sie wird mit den Bundesländern Salzburg und Oberösterreich betraut und kehrt wieder heim. Doch da funkt die Liebe dazwischen.

Hans Fabian, der 1990 seine Personalberatung in Waidhofen an der Ybbs gegründet hatte, und die aufstrebende Oberösterreicherin ergänzen einander auf Anhieb. „Er war ein genialer Ideenbringer, ich bin gut im Umsetzen“, beschreibt Doris Fabian. Selbst als die Ehe scheitert, arbeiten die beiden professionell als Team weiter. Bis Hans Fabian vor gut zwei Jahren aus dem Leben gerissen wird. „Es war ein sehr, sehr tragischer Verlust“, sagt seine ehemalige Partnerin. „Aber ich habe nie daran gezweifelt, weitermachen zu wollen.“

Ideale KandidatInnen. Zwei Büros, in Waidhofen/Ybbs und in St. Pölten, betreibt Doris Fabian heute. Spezialisiert ist sie auf die Suche von MitarbeiterInnen quer durch alle Branchen, quer durch alle Positionen – vom Sekretariat bis zur Geschäftsführung. Gute Menschenkenntnis, die sie sich in rund 30 Jahren aneignete, ist für die ehrgeizige 53-Jährige die Basis ihres Jobs. Die beste Strategie, ideale KandidatInnen für die jeweiligen Stellen zu finden, sei ein akribisches Vorauswahlpro-zedere. „Wenn man sehr gute Vorarbeit leistet, genaue Vorbesprechungen führt, ist die Gefahr minimiert, eine falsche Person einzustellen“, weiß die Fachfrau. Was sie im gleichen Atemzug bedauert: „Manche kommen noch immer sehr unvorbereitet zu den Gesprächen, setzen sich mit der Stelle, für die sie sich bewerben, nicht auseinander.“

Umso mehr freut es sie, sich für die Bildung junger Menschen engagieren zu können. So kooperierte sie schon vor Jahren mit dem AMS bei einem Projekt für jugendliche Arbeitslose; gern nimmt sie Einladungen zu Vorträgen und Bewerbungstrainings in Schulen an.

Erfolgsgeheimnisse gibt es freilich mehrere, zwei dürfen verraten werden: Zum einen ist Doris Fabian passio-nierte Networkerin und als solche auch Mitglied von unternehmerinnen-netz-werk.at, zum anderen schwört sie auf lebenslanges Lernen. So hat sie kürzlich auch ihren MBA (postgraduales Managementstudium) abgeschlossen.

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(© (© Franz Waldhäusl))

Tankstellen

Einen „Nine to five“-Job mit regelmäßigen Arbeitszeiten kennt die Geschäftsfrau kaum. Um ihre Energietanks wieder aufzuladen, besteigt sie etwa regelmäßig die Bretter, die die Welt bedeuten – als Schauspielerin in Boulevardkomödien mit dem Amateurtheater „Waidhofner Volksbühne“. Oder aber sie verbringt Zeit mit ihren Lieben – ihrem Lebensgefährten und dessen Sohn. „Und ich erlaube mir immer wieder, das Telefon nach 20 Uhr abzudrehen“, lacht sie. Der jährliche Fixpunkt außerdem im Kalender: Fasten im Waldviertel (www.klosterberg.at).

Energie tankt sie im Rampenlicht
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(© privat)
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(© privat)