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People | 01.01.2017

Business, Liebe & die Tiere

Stark und smart. Kathrin Glock ist Ehefrau, Businessfrau und ­begeisterte Tierschützerin. look! gewährte sie Einblick in ihre Welt.

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Tierschutz. „Jedes Tierleben ist einzigartig und wertvoll“, so Kathrin Glock. Hier mit ihrem Mops Betty am Seeufer. © Alexander Tischler

Dass Kathrin Glock Tiere liebt, ist bekannt.  Dass ihr Verständnis für die Tierwelt auch weniger streichelweiche Reptilien mit einbezieht, ist ein kaum bekannter Wesenszug der attraktiven Geschäftsführerin des Glock Horse Performance Centers. „Ich hoffe, ihr habt keine Angst vor Schlangen“, begrüßt sie lachend das look!-Team im Gehege des Klagenfurter Reptilienzoos Happ. Hier, wo harmlose Nattern auf hochgiftige Ottern treffen, wo Poldi, die Riesenschildkröte, friedliche Koexistenz mit Riesenschlangen und Echsen führt, bewegt sich Kathrin Glock so souverän wie andere Leute im Streichelzoo. Als ihr die Zooleiterin beherzt einen beachtlich großen australischen Waran in die Arme drückt, zeigt Kathrin Glock – im Gegensatz zur Autorin dieser Geschichte – keinerlei Berührungsängste. Nach liebevollen Streicheleinheiten für das faszinierende Reptil klickt die Kamera. Der Fototermin wird von der 36-jährigen Ehefrau des weltbekannten Unternehmers Gaston Glock professionell absolviert.

Gaston Glock, von seiner Kathrin so respekt- wie liebevoll auch als „der Chef“ bezeichnet, kommt später zu unserem Gesprächstermin dazu. Dass die beiden seit knapp 13 Jahren ein Paar sind, spürt man von Anbeginn des Termins, denn sie agieren so innig und vertraut miteinander. Man spürt in jeder Minute die Verbundenheit eines Paares, das die Zweisamkeit über alles stellt und zu genießen versteht.  „Zuerst kommt bei meinem Mann immer die Firma, aber dann komme schon ich“, sagt Kathrin und greift nach der Hand ihres Mannes. „Stimmt doch, oder?“ „Du bist die Nummer eins, dann kommt die Firma“, sagt er und lacht. „Okay“, kontert sie, „also die Firma und ich sind beide die Nummer eins. Lassen wir das mal so stehen ...“

 

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Keine Angst. Kathrin Glock nimmt Uschi Fellner die Scheu vor Reptilien. © Studio Horst

Tatsächlich ist das Arbeitspensum des Unternehmers noch immer enorm. Der Chef, wie er auch von seinen Mitarbeitern genannt wird, weiß über jedes Detail Bescheid. Er ist als ebenso kompetenter wie wegweisender Ratgeber im Unternehmen unerlässlich. Langjährige Weggefährten bezeichnen Gaston Glock nicht umsonst als „Mastermind“. Beim Termin mit dem look!-Team wird deutlich, warum. Gaston Glock beteiligt sich mit scharfsinnigen und humorvollen Bemerkungen immer wieder am Gespräch. Liebevoll beschreibt er seine Frau: „Kathi und ich ergänzen uns perfekt, sie drängt sich nie in den Vordergrund und hält mir zu jeder Zeit den Rücken frei.“ Die gemeinsame Zeit ist beiden wertvoll, das gemeinsame Leben im Haus am Wörthersee hat praktisch immer Vorrang. Viele prominente Menschen, die Gaston Glock im Laufe der Jahrzehnte kennenlernte, lieben die wertschätzende, private Atmosphäre beim Ehepaar Glock und die Gewissheit, dass nichts von dem, was mit dem Chef und seiner Frau hier besprochen wird, nach außen dringt.

look: Kathrin, in welche Bereiche des Unternehmens bringen Sie sich ein und wie sieht diese Arbeit genau aus?

Kathrin Glock: Mein Aufgabenbereich erstreckt sich vom Aufsichtsrat in der Glock GmbH bis hin zur Geschäftsführertätigkeit im Glock Horse Performance Center Austria und Netherlands.

Seit wann sind Sie Geschäftsfüh­rerin des Glock Horse Performance Centers und welche sportlichen Ziele verfolgen Sie?

Die Geschäftsführung im GHPC hat für mich einen ganz besonderen Stellenwert. Mein Mann hat das wunderschöne Reitsportzentrum aufgrund unserer gemeinsamen Leidenschaft für Pferde und das Reiten erschaffen. Nachdem ich in den ersten Jahren viele konstruktive Ideen eingebracht habe, hat mir mein Mann im Jahr 2010 die Geschäftsführung für das Reitsportzentrum in Österreich übergeben. Aufgrund des Erfolgs haben wir uns entschlossen zu expandieren und haben das GHPC Netherlands gegründet und aufgebaut. Unser Ziel ist es, die Weltspitze mit dem Team Glock im Reitsport zu erreichen. Ein erster Schritt ist gelungen: Glock Rider Hans Peter Minderhoud gewann mit Glock’s Flirt im Frühjahr 2016 den Gesamtweltcup in der Dressur.

 

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Best Mission. Tierschutz hat für Kathrin Glock Priorität. © Studio Horst

Sie gelten als Mastermind hinter den International Show Jumping Events im GHPC. Wie bringen Sie sich hier ein und wie kann man sich die Organisation vorstellen?

Die Turnierveranstaltungen „Horses and Stars“ finden seit 2011 im GHPC Austria statt. Wir übergeben die Organisation keiner externen Agentur, sondern alles kommt aus unserer Hand. In monatelanger Vorarbeit wird das Setting vor Ort kreiert, die internationale Reitsportveranstaltung vorbereitet – und es werden die für unsere Gäste unvergesslichen Abendevents geplant. Das Besondere ist, dass bei jedem Turnier eine ganz neue Glock-Welt entsteht.


Durch Ihren Mann sind Sie in die Waffenindustrie eingeführt worden. Wie ist Ihr persönliches Verhältnis zur Waffe? Besitzen Sie eine Waffe oder ­können Sie sie benützen?

Mein persönliches Verhältnis zur Waffe ist ganz einfach erklärt. Mein Mann hat ein technisches Wunderwerk erfunden, dass seit mehr als 30 Jahren weltweit von Law-Enforcement-Einheiten eingesetzt wird. (Anm.: Die Glock-Pistole wird in mehr als 100 Ländern von Polizei- und Bundesheereinheiten verwendet.) Ich bin einfach unendlich stolz auf meinen Mann. Selbst besitze ich einen Waffenpass und auch zwei Glock-Pistolen. Diese sind mit einer ganz besonderen und einzigartigen Signatur und Gravur meines Mannes versehen. Regelmäßig besuche ich im Ferlacher Glock-Werk den Schießkanal. Die Konzentration, die der Schießsport erfordert, macht den Kopf vollkommen frei. Eine gute Art, sich auf berufliche Herausforderungen vorzubereiten.


Wie sieht denn eigentlich ein typischer Business-Alltag im GHPC bei ­Ihnen aus, und wie erleben Sie diesen gemeinsam mit Ihrem Mann?

Mein Mann Gaston und ich sind Frühaufsteher. Wir besprechen die wichtigsten Dinge des anstehenden Arbeitstages bei einem gemeinsamen Frühstück, und im Anschluss widmet sich jeder seinen Geschäften. Post, Telefonate und Besprechungen erledige ich im Office. Auch unsere vierbeinigen Freunde, die Pferde, brauchen Management, und so gibt es Meetings mit den Pflegern, Reitern und dem Tierarzt.  Nachmittags kümmern mein Mann und ich uns dann um die gemeinsamen ­Projekte. Unsere Arbeitstage sind sehr konstruktiv und intensiv. Es ist unser größter Luxus, jeden Abend den Tag ­gemütlich beim gemeinsamen Dinner und danach in trauter Zweisamkeit ­ausklingen zu lassen.

 

 

 

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Powerful. Kathrin Glock setzt sich für den Schutz aller Tiere ein. © Studio Horst

Sind Sie eine Teamplayerin oder eher eine Einzelkämpferin?

Oberstes Ziel bei all meinen beruf­lichen Umsetzungen ist es, dass das Endergebnis perfekt ist. Und das gilt auch für alle Mitarbeiter – sie schätzen und ehren meinen Mann und wissen auch, dass jeder Auftrag der Firmen­philosophie entsprechend – eben in Glock-Perfektion – umgesetzt wird. So sind wir alle Teamplayer mit der ­gleichen Zielsetzung.


Tierschutz ist Ihnen eine Herzens­angelegenheit. Wann haben Sie mit dem Tierschutz begonnen?

Fürsorge und Liebe zu diesen Lebewesen wurde mir von meiner Familie bereits in die Wiege gelegt. Ich wuchs mit Tieren auf und pflegte schon als Kind kranke und verletzte Tiere gesund. Mein Credo lautet: Jedes Tier verdient ein schönes und artgerechtes Leben.


Was war der Auslöser dafür, dass Sie sich so für die Tiere einsetzen? Gab es ein bestimmtes Erlebnis?

Alles, was Tiere quält, ihnen schadet oder sie verletzt, muss verboten werden. Und damit meine ich nicht nur einzelne Tierarten – insbesondere den Begriff „Nutztier“ finde ich schrecklich –, ich meine das gesamte Tierreich. Denn ­jedes Tierleben ist kostbar, einzigartig und wertvoll.  

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Big Love. „Mein Mann ist die Liebe meines Lebens“, sagt Kathrin Glock. © Studio Horst

Kathrin, Sie sind Vegetarierin. Warum haben Sie sich dazu entschlossen, kein Fleisch mehr zu essen?

Das ist nicht ganz korrekt. Ich bin überzeugte Veganerin. Ich liebe Tiere und kann und werde sie daher auch nicht essen. Denn es gibt keine humane Art, ein Tier zu töten, das nicht sterben will.


Welche Ansätze sind denkbar, im ­Bereich Tierschutz Akzente zu setzen? Was sollte Ihrer Meinung nach geändert werden?

Ich bin für die Abschaffung der Massentierhaltung und der daraus resultierenden verheerenden Zustände in den Schlachthöfen. Man kann zwar den Menschen das Fleischessen nicht verbieten, jedoch kann man sehr wohl die Umstände der Haltung und des Schlachtens an sich für die Tiere ändern. Denkbar in Sachen Schlachthöfe wäre ein Schritt zurück zur Weide- oder Hofschlachtung. Die Bauern hier zu unterstützen wäre mehr als sinnvoll. Weiters spreche ich mich auch deutlich für ein absolutes Schächteverbot aus. Denn Schächten bedeutet schrecklichstes Foltern eines Tieres bis zum Tode. Dies muss auch den Import von geschächtetem Fleisch inkludieren. Hier ist die Politik gefordert, Tiere nicht mehr als Sache, sondern per Gesetzesbeschluss als Lebewesen anzusehen. Das wäre ein zielführender Schritt in die korrekte Richtung.

 

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Talk. Offene Worte zum Thema ­Tierschutz, Ehe und Job. © Studio Horst


Wie ist Ihre Einstellung zu Pelzen?

Pelze gehören nur von Tieren getragen. Pelztierfarmen sind die reinsten Folterkammern, und ich verstehe nicht, wie Menschen so etwas zulassen können. Hier muss noch ein unglaublich großes Umdenken stattfinden. Mein Beitrag dazu ist, dass ich selbstverständlich weder Pelze kaufe noch trage, und künftig unsere Einladungen mit dem Passus versehe, dass aus Respekt vor den Tieren keine Pelze oder Pelzkrägen getragen werden mögen.


Der Tierschutz steht dank Ihnen unter einem besseren Stern. Wie weit reicht Ihr Engagement?

Wir unterstützen seit Jahren die Krone-Tierecke, das Gut Aiderbichl (Anm: Affen­refugium Gänserndorf, Huskyprojekt, Fuchsgehege etc.) und viele kleine Vereine zum Wohle des ­Tierschutzes. 2016 konnte die Kärntner Tierrettung vor dem „Aus“ bewahrt ­werden.


Sie setzen sich seit Jahren für Gut Aiderbichl ein. Warum hat es Ihnen dieser Gnadenhof so angetan?

Ich bin seit dessen Anfängen überzeugte Aiderbichlerin. Der Gnadenhof beherbergt über 6.000 ­Tiere, und viele mehr wurden europaweit bereits gerettet. Hier wurde von Michael Aufhauser und Dieter Ehrengruber unendlich ­Großes und Gutes für die Tiere geschaffen. Mein Mann und ich sind von ­ganzem Herzen Aiderbichler.


Sie unterstützen auch den Reptilienzoo Happ in Klagenfurt. Wie kam es dazu? Wie stehen Sie persönlich zu Reptilien?

Helga Happ rettet seit vielen Jahren durch ihren Einsatz unzähligen Reptilien das Leben. Ihre Arbeit muss daher unbedingt unterstützt werden. Ich selbst bin von Reptilien und anderen Exoten fasziniert. Ob Schlangen, Gürteltiere oder Echsen – es sind so unglaublich wunderschöne ­Lebewesen.

 

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Weltweit vernetzt. Kathrin mit Georgia May Jagger, Tatjana Patitz und Naomi Campbell. © Studio Horst

Am 6. Oktober 2016 wurden Sie in Wien mit dem Bundestierschutzpreis für Ihren jahrelangen und unermüdlichen Einsatz ausgezeichnet. Sind Sie stolz darauf?

Der Preis an sich ist eine schöne Auszeichnung – aber noch viel wichtiger ist es, aktiv im Tierschutz etwas zu bewegen. Wenn durch meine Arbeit Menschen nun Tiere mit mehr Respekt und Liebe behandeln, ist das schon ein kleiner Beitrag für gelebten Tierschutz. Jedoch bin ich in diesem Bereich oft sehr ungeduldig und es geht mir vieles einfach zu langsam. Tiere brauchen unsere Stimme, unsere Anteilnahme und unseren Protest – bis das Ziel erreicht ist.


Die Medienbranche insgesamt stuft Sie als sehr medienscheu ein. Sie geben kaum Interviews. Darf ich fragen, woran diese Zurückhaltung liegt?

Zu den Presseanfragen kann ich nur sagen, dass es bei Themen, die mir wichtig sind, kurze, auf den Punkt gebrachte schriftliche Statements gibt. In der ­Kürze liegt die Würze, und in der kompetenten und raschen Umsetzung der Erfolg. Man muss sich nicht vor der ­Kamera oder dem Mikrofon lange produzieren, um ein Statement zu setzen. Das ist nicht meine Art und wird auch von meinem Mann seit jeher so gelebt. Mittlerweile nehme ich von meinen seltenen öffentlichen Terminen nur mehr jene wahr, die den Tierschutz betreffen. Denn hier bedarf es des persönlichen Einsatzes, um langfristig etwas verändern zu können.


In letzter Zeit hat man das Gefühl, dass Sie sich gesellschaftlich noch mehr zurückgezogen haben als üblich. Woran liegt das?

Mein Mann legt sehr viel Wert auf unsere Zweisamkeit, und es macht mich glücklich, dass ich ihm so wichtig bin. So ist es für mich selbstverständlich, dass ich beinahe alle gesellschaftlichen Termine absage, um so viel Zeit wie möglich mit meinem Mann verbringen zu können. Es gibt für uns beide nichts Wichtigeres. Wir genießen einfach unser Leben – privat und beruflich stimmig vereint. Ich liebe meinen Mann, von der ersten Sekunde an – er macht mein Leben in allen Bereichen so einzigartig und besonders.