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People | 31.08.2022

„ES IST ÜBERWÄLTIGEND“

2019 ging ihr Hit „Freindschoft“ durch die Decke - seitdem sind Markus Kadensky und Roman Messner alias EDMUND nicht mehr aus der heimischen Musikszene wegzudenken. Im Rahmen ihrer Sommertour haben wir die beiden Herzblutmusiker zum Talk getroffen - und waren begeistert.

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Trotz Pandemie starteten sie durch: Die Niederösterreicher Markus und Roman alias EDMUND © Carina Antl

Am Fuße des Schloss Moosburg, unweit der malerischen Wörthersee-Region im Herzen Kärntens, warten 7000 Menschen voller Vorfreude auf das Open-Air Konzert der Austropop-Band EDMUND. Als Dauergast auf den ganz großen Bühnen wie der Wiener Stadthalle und dem Donauinselfest sowie in den heimischen Radiosendern sind Roman Messner und Markus Kadensky mittlerweile ein wichtiger Bestandteil der österreichischen Musikszene und des Erfolgs, welcher dem Austropop in den letzten Jahren wieder vermehrt zuteilwird. Eine Entwicklung, von der die beiden vor knapp drei Jahren noch träumen mussten... Wir treffen das bodenständige Duo aus Purkersdorf und Pressbaum zum Tour-Talk und sprechen über ihren bisherigen Erfolg, die Inspiration hinter ihren Songs und die Entwicklung des Austropop.

 


 

look!: 7000 Menschen singen heute Abend eure Lieder. Was sind eure Emotionen, wenn ihr auf euren bisherigen Erfolg zurückblickt?

Roman: Wir sind überwältig von dem wie das alles passiert; wenn das Publikum vor uns steht und jedes Lied mitsingt. Es gibt nichts Schöneres, als wenn die Leute deinen Text singen, du auf der Bühne stehst und eigentlich selbst nicht mehr singen musst. Es ist wirklich sehr schön.

Markus: Wir stehen jeden Morgen auf und sagen Danke, weil wir wissen, dass all das nicht selbstverständlich ist, besonders in dieser Größenordnung. Wir waren mit den richtigen Sachen zur richtigen Zeit am richtigen Ort - obwohl es zuerst auch ein bisschen gedauert hat. "Freindschoft" ist 2019 durch die Decke gegangen, wurde aber medial eher nicht so betrachtet. Auch im Radio ging es eher schleppend voran. Damals haben wir an zwei Abenden vor insgesamt 700 Leuten gespielt, heute sind es 7000. Das ist eine Verzehnfachung von 2019 bis heute, wenn man sich das vor Augen führt. Dafür sind wir sehr dankbar. Und jede Nummer hat etwas Persönliches, wo man etwas hinein interpretieren kann, es ist geradlinig und ehrlich - und vielleicht ist das unser Erfolgsrezept.

Eure Songs scheinen das Publikum auf sehr persönlicher Ebene abzuholen. Entstammen die Texte eurer eigenen Lebensrealität? Woher nehmt ihr die Inspiration?

Markus: Es ist sehr viel Verarbeitung wie zum Beispiel die Songs "Leg dei Herz" und "Rondstah". Es ist zu 90% Realität, weil wir versuchen, es absichtlich so zu schreiben, dass jeder für sich eine eigene Geschichte hinein interpretieren kann. Was natürlich schön ist, weil man sich hineinversetzen kann. Also ja - die Lieder sind sehr persönlich.

Schreibt ihr beide gleichermaßen an den Texten und der Musik?

Roman: Es ist gut aufgeteilt, 50/50 würde ich sagen.

Markus: Es schreibt praktisch jeder alles. Und was uns auch wichtig ist - bis auf drei Freunde - unserem Manager, unserem Namensgeber Michael Maly und einer guten Freundin - gibt es niemanden, der an den Songs mitschreibt. Das ist unser kleiner feiner Kreis und wenn wir einmal wirklich nicht weiterwissen, klopfen wir dort an. Aber ansonsten stammt alles aus eigener Feder und ich glaube das ist auch sehr wichtig. Ich könnte mir auch nicht vorstellen etwas nachzusingen, das klingt nicht authentisch.

Roman: Markus sagt immer "Authentizität"

Markus: Wenn ich es aussprechen kann! (lacht)

Roman: Es stimmt. Ehrlich währt am längsten, und ich habe den Eindruck, dass die Lieder, die ganz persönlich von einem von uns kommen, am meisten die Herzen der Hörer treffen und am erfolgreichsten sind. Wenn jemand aus dem eigenen Leben singt - ehrlicher geht es nicht.

Wie und wo entstehen die Songs?

Markus: Daheim auf der Couch, im Urlaub am Strand, unter der Dusche, am Heisl… (lacht)

Roman: Überall - wenn's passiert, passiert's.

Markus: Ich habe einmal eine Nummer geträumt und habe es geschafft, weil die Gitarre neben dem Bett stand, eine Strophe von diesem Song zu erhalten. Das war ganz spannend und das erzähle ich immer gern, weil es nicht alltäglich ist.

Roman: Mir passiert das auch schon automatisch, dass mir während dem Einschlafen irgendwas einfällt.

Markus: Ich habe manchmal so eine Art Wachtraum, höre einen Song und denke mir "boah, geil." Dann versuche ich im richtigen Moment rauszugehen und das zu rekonstruieren.

Nun steht es außer Frage, dass die Hochphase der Pandemie für Kunstschaffende eine Ausnahmesituation war. Rückblickend berichten viele, dass es Fluch und Segen geleichermaßen war. Wie war die Zeit für euch?

Roman: Fluch und Segen trifft es sehr gut. Zu Beginn der Pandemie ist unser zweites Album "Leiwand" erschienen. Markus hatte dann die Idee, dass die Leute mittels Videobotschaften den Menschen Danke sagen sollen, die ihnen wichtig sind. Das war ein Geniestreich da wir, obwohl wir nicht spielen konnten - was bitter war - trotzdem erfolgreich waren, weil wir medial zu dem Zeitpunkt dann viel Aufmerksamkeit bekommen haben. Insofern war es wirklich Fluch und Segen.

Markus: Fluch vor allem deshalb, weil wir 2020 die Tour absagen mussten. Da waren 20 Konzerte geplant, alle fast ausverkauft, mit je tausend Leuten, schon eine Etage größer als 2019 - das tat schon weh, für alle Beteiligten. Aber raunzen brauch‘ ma nicht! Wir spielen heuer schon das 20. Konzert, freuen uns das wir zurück sind und geben Gas.

Das heißt es gibt kein "Was wäre gewesen, wenn?" oder überlegt ihr manchmal, wo ihr vielleicht ohne Pandemie jetzt wärt?

Markus: Nein, ich glaube, dass alles seinen Sinn hat. Roman und ich machen schon so lange Musik - wenn wir ein Album aufnehmen, und es passiert nichts, nehmen wir eben das nächste auf.

Roman: Musik machen ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Außerdem begleitet uns die Musik schon so lange - meine ersten eigenen Songs habe ich mit 12 Jahren geschrieben und das wird auch nie aufhören. Das ist Verarbeitung von Emotionen, von Erlebtem. Das ist für uns beide wie das Amen im Gebet.

Markus: Deswegen fliegen wir im September auf eine schöne Insel und schreiben ein paar Songs - und sehen was dabei rauskommt (grinst.)

Roman: Der erste Firmenurlaub! (lacht.)

Der Austropop hat in den letzten Jahren wieder mehr an Popularität und Wertschätzung gewonnen. Wie seht ihr die Entwicklung des Austropop?

Markus: Den Austropop hat es immer schon gegeben, und dass jetzt ein gewisser Hype stattfindet, ist total verdient. Viele Radiosender und Medien haben den Austropop lange ausgespart, und irgendwann haben Seiler und Speer mit "Ham kummst" den Weg geebnet, dann wurde Wolfgang Ambros wieder aktiver und auf einmal hat sich wieder etwas entwickelt. Jetzt gibt es ganz viele junge Bands, die auch Mundart-Musik machen, und wir nehmen so viele wie möglich auf unsere 36 Konzerte mit, die dann vor uns spielen. Und das ist natürlich total leiwand, wenn wir Leute die auch gute Musik machen und die zu uns passen, damit unterstützen können.


LIVE & AUTHENTISCH: EDMUND AM DONAUINSELFEST 2022

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Die Songs von EDMUND entsammen allesamt aus der Feder der beiden Musiker - und erzählen von ganz persönlichen Erfahrungen. © Carina Antl