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People | 22.05.2018

Indie-Inception

Die jungen Indie-Bands Farewell Dear Ghost und Leyya gelten schon jetzt als heiße Tipps der österreichischen Musikszene. Wir haben genauer in die Playlists der angesagten Alternative-Artists gehört und die vielversprechenden Künstler zum Word-Rap gebeten.

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(© Christoph Liebentritt)

Jung, frisch, rockig: „Music made in Austria“ hat in den vergangenen Jahren eine Renaissance der besonderen Art erlebt. Vorbei, so scheint es, sind die großen Zeiten von Austro-Ikonen. Stattdessen wurde das Land von einer neuen „österreichischen“ Welle eingeholt. Mit Chartstürmern wie Wanda und Bilderbuch oder den Musikkabarettisten Pizzera & Jaus weht heute ein frischer Wind durch das Pop-Ensemble der lokalen Radiolandschaften. Dabei sind die Aufsteiger der letzten Jahre längst nicht die Einzigen, die es wert sind, gehört zu werden. Aus dem Hintergrund machen längst andere Bands mit ihrem Talent auf sich aufmerksam und drängen in die vorderen Reihen der Musikszene – mit dabei auch die aufstrebenden Wiener Combos Leyya und Farewell Dear Ghost. Im Bereich des Alternative-Rock- und -Pop-Genres angesiedelt, überzeugen beide Bands gleichermaßen mit eingehenden Texten, mitreißenden Melodien und einer klaren Linie. Nicht die einzige Gemeinsamkeit der zwei Gruppen. Während Leyya den FM4 Award im Rahmen der Amadeus Austrian Music Awards bereits 2017 für sich gewinnen konnten, trugen Farewell Dear Ghost den heißbegehrten Preis dieses Jahr mit nach Hause.  

Indie meets Innsbruck. Und es gibt eine weitere Parallele zwischen den Künstlertruppen: Im März standen beide Bands auf der Bühne des Innsbrucker Treibhauses und ließen lokale Indie-Herzen höherschlagen. Mit viel Charme und heißen Setlists überzeugten die Wiener Musiktalente ihre Zuschauer und verschafften sich damit Gehör im Westen Österreichs. Einen bleibenden Eindruck hinterließen die Alternative Kombos allerdings nicht nur in Tirol, sondern im Zuge ihrer Tourneen auch in den restlichen Bundesländern und im Fall vom Trip-Hop-Duo Leyya sogar in den Vereinigten Staaten, wo die Band kürzlich einige Gigs spielte. Man darf sich deswegen darauf einstellen, auch in Zukunft vom „Jungen Blut“ der österreichischen Musikszene zu hören und die Wiener Indie-Artists vielleicht sogar schon bald in ausverkauften Hallen spielen zu sehen – ganz nach dem Vorbild von Bilderbuch und Co. 

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Straight Forward. Leyya überzeugt mit ehrlichen Texten und noch ehrlicheren Melodien. (© Meyrem Bulucek)

Nachgefragt bei Leyya!

Der erfreulichste Tag 2018 war bis jetzt ...
als wir aus dem tiefsten Winter in Österreich ins 25 Grad warme Mexiko geflogen sind.

Vor dem Auftritt …
motivieren wir uns gegenseitig mit einem Handschlagtanz.

Erfolg heißt …
mit Dingen, die man selbst gerne macht, auch anderen Menschen eine Freude machen zu können.

Bei jeder Tour...  
Vergessen wir irgendwas wichtiges in Hotels oder Venues.

Die Bühne ist ...
die direkte Verbindung zum Publikum.

Musik muss …
tiefergehen. In welcher Weise auch immer.

Das schönste Geräusch der Welt ist …
wenn der Wecker läutet und man realisiert, man muss nicht aufstehen.

Nachgefragt bei Farewell Dear Ghost!

Band sein bedeutet ...
ein Piratenschiff auf
hoher, stürmischer und rauer See zu sein und doch das eine oder andere Mal den LuxusDampfer der Schickeria ausrauben zu können.

Wäre unsere Band ein Film, dann ...
ging’ es mehr in die Kombination episches Theater und irre-arger Racing-Streifen. So ’ne Art Sandra Bullock meets Bert Brecht.

Die Bühne ist ...
der Ort, an dem heilige Messen veranstaltet werden.

Nach dem Auftritt ...
müssen die gebeutelten Knochen wieder richtig zusammengesetzt werden.

Das schönste Geräusch der Welt ist ...
laufendes Wasser in die Badewanne.

Der schlechteste Song aller Zeiten ist wahrscheinlich ...
nicht von uns geschrieben worden.

Der beste Song aller Zeiten ist auf jeden Fall ...
einer von den Beatles.

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Easy. Wer Farewell Dear Ghost schon einmal live auf der Bühne gesehen hat, kennt den lockeren Charme des Wiener Quartetts. (© Christoph Liebentritt)