Accessoire Babybauch

Umstandsmode in Form von wallenden Kleidern war gestern.

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Dass es aus modischer Sicht nichts gibt, was schwangeren Frauen vorenthalten sein sollte, haben nicht nur Stars wie Rihanna oder Beyoncé mehrfach bewiesen, auch Topmodel Kerstin Lechner zeigt beim Fashion-Shooting, dass der Babybauch das schönste Accessoire ist. 

Wallende Umstandskleider waren gestern, Topmodel Kerstin Lechner beweist, dass man auch hochschwanger nicht auf figurbetonte, stylische Mode verzichten muss. 

Es wird ein Bub, strahlt Kerstin Lechner über das ganze Gesicht. Im Dezember erwarten das Topmodel und ihr Lebenspartner, der Unternehmer Karl Ochsner, ihr zweites Kind. Gut zwei Monate vor der Geburt haben wir die 41-jährige gebürtige Niederösterreicherin zum Fotoshooting getroffen. In figurbetonten Outfits von Wolford posierte die Hochschwangere geschmeidig und professionell wie eh und je vor der Kamera von Heli Mayr und zeigt dabei, dass der Babybauch zweifelsohne das schönste Accessoire ist. Uns hat sie verraten, dass sie zwar leidenschaftlich gerne Mama ist, sich aber, wenn die Kinder größer sind, ihren Traum von der eigenen Modekollektion erfüllen möchte. Wir freuen uns jedenfalls schon darauf!

Kerstin, wie darf man sich deinen Alltag als werdende Mama mit einem Kleinkind momentan vorstellen?  

Ich bin im Moment eine klassische „Soccer Mom“, wie man im Amerikanischen so schön sagt. Das heißt, ich stehe in der Früh auf, mache Katzenwäsche, ziehe mich an und fahre mit Emeric zum Kindergarten. Natürlich nicht topgestylt, sondern in Jogginghose, Sweater und Baseballkappe. Kaum habe ich zu Hause ein paar Dinge erledigt, muss ich schon wieder zum Kindergarten, da Emeric gerade in der Eingewöhnungsphase ist. Nach seinem Mittagsschläfchen geht es dann zu seinen Nachmittagsaktivitäten, wieder daheim koche ich das Abendessen. Das ist mein luxuriöses Leben zurzeit (lacht).

Wie geht es dir in deiner zweiten Schwangerschaft, was ist anders als vor gut drei Jahren mit Emeric? Bist du gechillter?

Bei mir ist eher das Gegenteil der Fall. Mit 41 Jahren zähle ich zu den Risikoschwangeren und das habe ich schon immer im Hinterkopf. Bei meiner Schwangerschaft zu Emeric habe ich mich auf jede gynäkologische Untersuchung riesig gefreut. Jetzt gehe ich zum Gynäkologen und hoffe jedes Mal, dass er sagt: „Alles ist okay!“ Was mich ärgert, ist, wenn ich höre oder lese, dass es angesichts eines erhöhten Risikos unverantwortlich ist, in meinem Alter ein Kind zu bekommen. Mit solchen Äußerungen sollte man vorsichtig sein, vor allem, wenn man die näheren Umstände nicht kennt. Vielleicht hat es lange Zeit nicht geklappt, schwanger zu werden. Was auch immer, es ist eine persönliche Angelegenheit. Kari und ich wollten unbedingt ein zweites Kind, und ich bin sehr dankbar, dass ich mit 41 Jahren schwanger sein darf. Das ist nicht selbstverständlich.  

Du hast als Model internationale Karriere gemacht, lange Zeit in Los Angeles gelebt und warst 2011 als erste Österreicherin „Trophy Presenter“ bei der Oscarverleihung in Hollywood. Wie sehr fehlt dir dieses Jetset-Leben?

Ehrlich gesagt, fehlt es mir überhaupt nicht. Ich hatte das große Glück, dass ich von Mitte 20 bis Mitte 30 fast alles erlebt habe, wovon man in dieser Branche nur träumen kann. Ich glaube, deswegen bin ich auch gelassener, was mein Leben „danach“ betrifft. Ich kann mich total auf das Muttersein konzentrieren und habe nicht den Drang, mich beweisen zu müssen. Ich bin mit meinem Leben sehr zufrieden, was aber nicht heißt, dass ich mich nicht mehr weiterbilde und weiterentwickle.

Ich kann mich total auf das Muttersein konzentrieren und habe nicht den Drang, mich beweisen zu müssen!

Kerstin Lechner

Gibt es beruflich ein großes Ziel, das du anstrebst?

Ja klar, wenn die Kinder größer sind, möchte ich unbedingt meine eigene Modekollektion auf den Markt bringen. Diesen Plan habe ich immer im Hinterkopf, und wer mich kennt, der weiß, dass das, was ich mir einmal in den Kopf gesetzt habe, irgendwann wieder raus muss. Aber ich stresse mich deswegen nicht.  

Emeric ist jetzt drei Jahre alt, wie ist er?

Er ist das Ebenbild von seinem Vater, schaut ihm total ähnlich, hat aber meine Attitüde. Wir lachen viel und er versucht ständig, mit mir zu diskutieren. Er entwickelt sich einfach prächtig.

Als Model hat Kerstin Lechner in Los Angeles gelebt und internationale Karriere gemacht. Das Jetset-Leben fehlt ihr nicht – im Gegenteil, sie freut sich riesig auf die Geburt ihres zweiten Sohnes.

Inwieweit kriegt er mit, dass er euch bald mit einem Geschwisterchen teilen muss?

Er greift mir ständig auf den Bauch und weiß auch, dass da was drin ist, aber so richtig realisiert er noch nicht, dass er uns bald mit einem Geschwister teilen muss. Ein bisschen Übung hat er ja schon. Karis Tochter, also Emerics Schwester, ist 13 Jahre alt. Sie können durch den großen Altersunterschied zwar noch nicht so viel miteinander anfangen, aber sie verstehen sich blendend. Emeric ist immer total happy, wenn sie bei uns ist. 

Du hast ein paar Wochen nach Emerics Geburt wieder gemodelt und mega ausgesehen. Hast du extrem auf die Figur geachtet oder sind das einfach nur gute Gene?

Ich habe Emeric 15 Monate lang gestillt, und jede Mutter weiß, dass man beim Stillen viele Kalorien verbraucht und ziemlich schnell wieder in Form kommt. Geholfen hat sicher auch, dass ich mit Emeric im Kinderwagen zwei Mal am Tag den Römerberg rauf und runter marschiert bin und sobald ich das Go von meinem Arzt hatte, auch wieder ein bisschen Sport gemacht habe. Das hat mich definitiv rasch wieder dorthin gebracht, wo ich vor der Schwangerschaft war. 

Ich bin sehr dankbar, dass ich mit 41 Jahren schwanger sein darf. Das ist nicht selbstverständlich!

Kerstin Lechner

Was ist dir in der Schwangerschaft in Sachen Pflege wichtig? Hast du einen Tipp für unsere Leserinnen?

Was Dehnungsstreifen anlangt, habe ich ein riesengroßes Glück, dass ich die Gene meiner Mama vererbt bekommen habe. Cellulite habe aber auch ich, was sicher normal ist. Nach der Schwangerschaft zu Emeric sind die Dellen wieder weggegangen. Wichtig ist, dass man sich wirklich regelmäßig nach dem Duschen eincremt. Zudem mache ich einmal in der Woche ein Körperpeeling und massiere danach Bauch, Hintern und Oberschenkel mit Körperöl. Das kann ich nur empfehlen.  

Dein Lieblingslook ist derzeit die „Soccer Mom“, worauf legst du Wert, wenn du doch mal schick ausgehst?

Wenn es schick sein soll, trage ich gerne die Outfits von Wolford – siehe Shooting! Sie sind bequem, edel und können gut kombiniert werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass man sie auch nach der Schwangerschaft super tragen kann. Außerdem stehe ich total auf Kaftans. Ich trage sie das ganze Jahr über, weil sie so bequem sind. Im Winter im Haus, im Sommer sowieso und in der Übergangszeit kombiniere ich sie mit einer coolen Jacke. 

Ist unser Shooting dein erstes Schwangerschafts-Shooting oder bist du mit Babybauch auch in der Schwangerschaft von Emeric vor der Kamera gestanden?

Ich habe auch in der Schwangerschaft zu Emeric ein Babybauch-Shooting gehabt. Das war die klassische Version, mit schwingendem Kleid und der Hand am Bauch. Dieses Mal wollte ich noch eine Scheibe drauflege und ich finde es super, dass wir in die editoriale Richtung gegangen sind. Mit figurbetonten Outfits und dem Babybauch als Accessoire ist uns das richtig gut gelungen. 

Kerstin Lechner: Stolze Mum to be!

Ihr seid vor Kurzem in euer neu gebautes Haus in Leonding gezogen, habt ihr euch schon akklimatisiert oder gibt es noch viel zu tun?

Das Gröbste haben wir hinter uns, jetzt werden noch ein paar Feinheiten ausgebessert, aber ab Dezember sollte alles fertig sein. Wir fühlen uns recht wohl und sind bereits angekommen. 

Dein Mann Karl ist Unternehmer und leitet seit 2007 in fünfter Generation Ochsner Wärmepumpen. Müsst ihr ihn privat oft entbehren? 

Natürlich ist Kari viel in der Firma, er hat eine große Verantwortung und ist schließlich auch der Hauptverdiener in der Familie. Da ist mir vollkommen klar, wer wofür zuständig ist. Dazu muss ich gestehen, dass ich leidenschaftlich gerne Mama bin, auch wenn es oft anstrengend ist. Aber Kari gibt sein Bestes und wenn er am Abend zeitig nach Hause kommt, badet er Emeric, bringt ihn zu Bett und liest ihm vor dem Schlafengehen eine Geschichte vor. Das geht natürlich nicht immer. Gerade von September bis Dezember ist in seiner Branche eine sehr stressige Phase, was natürlich auch für mich, als Hochschwangere mit Kleinkind, oft fordernd ist. 

Die stylischen Outfits sind von Wolford Boutique Linz.

Redaktion: Ulli Wright
Fotos: Heli Mayr
Haare: Marco Inmann 
Make-up & Styling: Stefanie Klein
OutfitS: Wolford Boutique Linz / Landstraße 24
Nails: Evita Nail Spa by Eva Kraus

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